Stärkung des Zugangs zu Recht für Frauen
Projektdetails
- Projektnummer:2020.2122.8
- Status:laufendes Projekt
- Zuständige Organisationseinheit: 2B00 Asien II
- Ansprechpartner: Martina Burkard martina.burkard@giz.de
- Partnerländer: Bangladesch
Zusammenfassung
- Ziele:
Der Zugang zu Recht für arme und vulnerable Personen, insbesondere für Frauen, ist verbessert.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
National Skills Development Authority
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:15 500 000 Euro
Kombifinanzierung
Europäische Union (EU): 10 000 000Euro
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 23.03.2023 - 31.03.2027 - Aktuelles Projekt:01.04.2023 - 31.03.2027
Sonstige Beteiligte
- Dorsch Impact GmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Hauptziel
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Hauptziel
CRS-Schlüssel
15170 Frauenrechtsorganisationen und -bewegungen sowie staatliche Institutionen
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangsituation
Die formelle staatliche Justiz ist in Bangladesch für den ärmeren Bevölkerungsteil schwer zugänglich Bangladesch befindet sich auf Rang 129 von 139 Ländern in Bezug auf den Rechtszugang in zivilrechtlichen Streitigkeiten (World Justice Project). Ausgangspunkt ist der schlechte Zustand der Justiz in Bangladesch, der durch eine erhebliche Überlastung und daraus resultierend von überlangen Verfahrensdauern geprägt ist.
Die Situation wird noch dadurch verschärft, dass die Rate der an den Gerichten mit einer Verurteilung abgeschlossenen Fälle ist gleichzeitig sehr niedrig, bei einzelnen Gerichten sogar unter 1 % der Gesamtfälle. Dies zeigt, dass ein großer Teil der Fälle schon in einem früheren Stadium hätte abgewiesen oder an andere, außergerichtliche Streitlösungsmechanismen hätte verwiesen werden können. Diese Gesamtsituation führt dazu, dass die Streitparteien bei den staatlichen Gerichten mit einer langen Verfahrensdauer rechnen müssen. Dies hindert insbesondere ärmere Bevölkerungsgruppen daran, die staatlichen Gerichte bei Streitigkeiten überhaupt anzurufen. Das weitgehende Fehlen von Streitlösungsmechanismen, die zu frühzeitiger Lösung geringfügiger Streitigkeiten beitragen, hegt häufig Potenzial dafür, dass Bagatellfälle zu ernst zu nehmenden Konflikten eskalieren, welche unter die Zuständigkeit der Strafgerichte fallen. Dies führt zu einer unnötigen Anhäufung von Fällen bei Polizei, Gerichten und in Gefängnissen und einem entsprechenden Fallrückstand (bis 2020 ca. 3,7 Mio. Fälle). Diese Daten sowie die Lernerfahrungen aus dem TZ-Modul zur Justiz- und Gefängnisreform (PN 2016.2072.3) machen deutlich, dass der alleinige Ausbau staatlicher Rechtsprechungssysteme für keine nachhaltige Lösung sorgen würden, sondern es zusätzlicher Maßnahmen zur proaktiven Vermeidung von Fällen bedarf.
Dabei ist die Situation für Frauen und Mädchen besonders herausfordernd: Die menschenrechtliche Situation für Frauen ist insbesondere in ländlichen Gemeinden von den traditionell patriarchalisch geprägten sozioökonomischen Strukturen bestimmt. Auch das bangladeschische Justizsystem gilt als patriarchalisch dominiert. Schlichtungsverfahren durch konservative Dorfälteste sind in der Regel männlich dominiert und benachteiligen in den patriarchal geprägten Dorfgemeinschaften häufig Frauen und ihre Bedürfnisse. Der Zugang zu Recht ist somit v. a. für benachteiligte Bevölkerungsgruppen und Frauen erschwert, nicht zuletzt auch aufgrund von Korruption.
Ziel
Der Zugang zu Recht für arme und vulnerable Personen, insbesondere für Frauen, ist verbessert.
Vorgehengsweise
Das TZ-Modul ordnet sich in die BMZ-Länderstrategie zu Bangladesch (2016) und dort in den Schwerpunkt „Gute Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte" ein: Es fördert die Verbesserung des Rechtszugangs insbesondere für den weiblichen Teil der Bevölkerung. Dazu werden die Kapazitäten von Streitschlichter*innen auf lokaler Ebene zur Durchführung von gendersensiblen nicht-staatlichen (informellen) Streitschlichtungsmethoden gestärkt. Begleitend dazu werden die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Durchführung von gendersensibler, nicht-staatlicher Streitschlichtung durch Beratung des MoLJPA (politischer Träger) und der staatlichen (formellen) Rechtshilfestellen in den geförderten Distrikten verbessert. Dadurch werden ebenso wie durch den Abbau des Rückstands in der Fallbearbeitung durch die Gerichte mittels verbessertem Fallmanagement die Hürden für den Zugang zu Recht und Justiz heruntergesetzt.
Projektbeschreibung (EN)
Background situation
Access to formal justice institutions remains limited in Bangladesh, especially for the poor parts of the population. Bangladesh ranks 129th out of 139 countries in terms of access to justice in civil disputes (World Justice Project). The justice system is overburdened and is characterized by lengthy proceedings. The situation is aggravated by the fact that the rate of cases closed with a conviction in the courts is very low, in some courts it is even less than 1% of the total cases. This shows that a large proportion of cases could have been dismissed at an earlier stage or referred to other, out-of-court dispute resolution mechanisms. This situation leads to the fact that parties to the dispute have to reckon with lengthy proceedings. This especially prevents the poor parts of the population from turning to the courts in the event of disputes. The absence of dispute resolution mechanisms to resolve minor disputes at an early stage often leads to their escalation into more serious disputes that fall under the jurisdiction of the criminal courts. This unnecessarily accumulates cases in the police, courts and prisons and creates excessive backlog of cases (approximately 3.7 million cases in 2020). This data and the learning experiences from the TC module on judicial and prison reform (PN 2016.2072.3) make it clear that investment of resources to building capacities of state judicial system will not provide a sustainable solution. Additional measures are required to proactively prevent the escalation and accumulation of cases.
The situation is particularly challenging for women and girls: The human rights situation for women, especially in rural communities, is determined by the traditionally patriarchal socio-economic structures. The judicial system of Bangladesh is also considered to be dominated by patriarchy. Arbitration procedures by conservative village elders are usually male-dominated and often disadvantage women and their needs in communities. Therefore, access to justice is more difficult for disadvantaged sections parts of the population and women, not least because of corruption.
Objective
Poor and vulnerable people, especially women, have better access to justice.
Approaches
The TC module is aligned to the BMZ Country Strategy for Bangladesh (2016) in its priority area "Good governance, rule of law and human rights": It promotes improved access to justice, especially for the female part of the population. It will do so by increasing the capacities of dispute resolvers to implement gender-sensitive, non-governmental dispute resolution mechanisms at the local level. It further aims at improving legal and policy framework to promote gender-sensitive non-governmental dispute resolution through advising the Law Ministry (main political partner) and the state (formal) legal aid offices in the supported districts. Support will be provided in addressing excessive backlog of cases through improved case management in courts, which will further lower the barriers to accessing justice and law.