Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung
Projektdetails
- Projektnummer:2019.6252.1
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: G530 Ernährungs- und Landnutzungssysteme
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Internat. Zusammenarbeit mit Regionen für Nachhalt, Albanien, Kolumbien, Myanmar
Zusammenfassung
- Ziele:
Interessierte Regierungen haben evidenzbasierte sowie entwicklungs- und gesundheitsorientierte Ansätze ihrer Drogenpolitik weiterentwickelt
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:7 057 177 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2015.6254.5
Global Partnership on Drug Policies and Development (GPDPD)
Nachfolger-Projekt
2021.2209.1
Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE)
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 30.06.2015 - 31.01.2028 - Aktuelles Projekt:01.03.2019 - 30.06.2022
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitewww.gpdpd.org
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
31165 Landwirtschaftliche alternative Entwicklung
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Die GPDE fördert Alternative Entwicklung in Drogenanbaugebieten, damit Kleinbäuerinnen und -bauern ihre Lebensbedingungen verbessern können. Und sie setzt sich auf internationaler Ebene für eine Drogenpolitik ein, in deren Mittelpunkt Menschenrechte und Gesundheit stehen.
WUSSTEN SIE SCHON, DASS …
… weltweit noch nie so viel Schlafmohn und Koka – die Rohstoffe für Kokain und Heroin – wie heute angebaut wurden? Dass weltweit noch nie so viele Menschen an einer Überdosis Heroin und anderer Opiate gestorben sind? Oder dass schätzungsweise 17 Millionen Europäerinnen und Europäer schon einmal Kokain konsumiert haben?
DIE HERAUSFORDERUNG
Anbau, Handel und Konsum von Drogen sind globale Phänomene. Der illegale Anbau von Koka, Schlafmohn und Cannabis sowie deren Verarbeitung zu Kokain, Crack, Heroin und Haschisch finden vornehmlich in Ländern des globalen Südens statt.
Kleinbäuerliche Familien in Drogenanbaugebieten haben keine stabilen Einkommen. Sie leiden darunter, dass der Staat zu schwach ist, um seine Aufgaben zu erfüllen, etwa für Recht und Ordnung zu sorgen. Bewaffnete Konflikte, organisiertes Verbrechen, Korruption und Gesundheitsrisiken verschärfen die Lage der Menschen weiter. Menschenrechte werden in den Anbauregionen oft missachtet. Zudem verursachen Anbau und Verarbeitung von Koka und Schlafmohn sowie von anderen Drogenpflanzen häufig schwere ökologische Schäden.
Kurz gesagt: Illegaler Drogenanbau hemmt Entwicklung.
Staaten suchen zunehmend nach Alternativen zum „Krieg gegen Drogen". Doch es fehlt ihnen häufig an konkreten, effektiven Strategien und Instrumenten, um ihre Drogenpolitik zu reformieren.
WER WIR SIND
Das überregionale Vorhaben GPDE fördert im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit interessierten Regierungen und internationalen Partnerorganisationen nachhaltige Ansätze in der globalen Drogenpolitik.
Die GPDE setzt mit Beratungs- und Ausbildungsmaßnahmen auf Alternative Entwicklung: Kleinbäuerinnen und -bauern werden dabei unterstützt, vom illegalen Drogenanbau wegzukommen, legale Kulturen wie Kaffee oder Kakao anzubauen und zusätzliche existenzsichernde Einkommensquellen zu erschließen. Dadurch wird Entwicklung in den betroffenen Regionen möglich.
Die GPDE hat zudem die Internationalen Leitlinien für Menschenrechte
in der Drogenpolitik mitentwickelt. Gemeinsam mit der Universität Essex, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), den Regierungen der Schweiz und Kolumbiens hat die GPDE das Dokument 2019 bei den Vereinten Nationen eingebracht. Es hilft Regierungen, ihre
nationalen Strategien hinsichtlich ihrer menschenrechtlichen Verpflichtungen zu überprüfen.
So verbindet das Vorhaben Ansätze der ländlichen Entwicklung, der öffentlichen Gesundheit und der Menschenrechte zu einer nachhaltigeren globalen Drogenpolitik. Umsetzungspartner des Vorhabens sind u.a. das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), die thailändische Mae Fah Luang Foundation under Royal Patronage (MFLF) sowie die Nichtregierungsorganisationen Transnational Institute (TNI) und International Drug Policy Consortium (IDPC).
WIE WIR ARBEITEN
Die GPDE arbeitet in vier Handlungsfeldern.
Handlungsfeld 1: Wir fördern den internationalen drogenpolitischen Dialog, insbesondere mit der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen (CND). Ziel ist die Verankerung entwicklungs-, gesundheits- und menschenrechtsbasierter Grundsätze im drogenpolitischen Rahmen der Vereinten Nationen. Die Aktivitäten werden gemeinsam mit interessierten Regierungen, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft umgesetzt. Partner sind Kolumbien, Niederlande, Norwegen, Peru, Schweiz und Thailand auf staatlicher Seite, UNODC und UNDP sowie die beiden Nichtregierungsorganisationen TNI und IDPC.
Handlungsfeld 2: Wir beraten Regierungen in Asien, Südosteuropa und Lateinamerika bei der Anpassung ihrer drogenpolitischen Instrumente. Diese Maßnahmen werden gemeinsam mit den Umsetzungspartnern des Vorhabens und einer Partnerbehörde im jeweiligen Land durchgeführt.
Handlungsfeld 3: Wir fördern Innovationen und eine evidenzbasierte
Drogenpolitik. Hierzu kooperieren wir mit Universitäten, Instituten und Think Tanks.
Handlungsfeld 4: Wir verleihen unseren Ansätzen in der Drogenpolitik international Sichtbarkeit und Relevanz, indem wir Soziale Medien für die politische Kommunikation einsetzen und über eine eigene Homepage informieren.
BEISPIEL KOLUMBIEN
Kolumbien ist das Hauptursprungsland von Kokain. Massive Herausforderungen für die Sicherheit der Menschen und Umweltprobleme sind die Folge. Der illegale Drogenanbau ist ein maßgeblicher Treiber für Entwaldung, er beeinträchtigt die Boden- und Gewässerqualität sowie die Biodiversität.
Die GPDE führt gemeinsam mit UNODC und anderen Partnern Pilotprojekte in den Kokaanbauregionen des kolumbianischen Amazonasbeckens durch. Ziel ist, die Entwaldung zu reduzieren und legale Einkommensquellen vor Ort zu identifizieren und zu erschließen. Die Integration von Drogenpolitik und Umweltschutz ist zukunftsweisend. Begleitet werden die Maßnahmen durch Trainings im Doi-Tung-Entwicklungsprojekt in Thailand. Hier wird Alternative Entwicklung seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert, der Opiumanbau wurde vollständig zurückgedrängt. Diese Erfahrungen und Ergebnisse
haben Eingang in die nationale Drogenstrategie Kolumbiens gefunden. Sie orientiert sich an dem integrierten Ansatz von Drogen- und Umweltpolitik und an der Expertise in Thailand.
Projektbeschreibung (EN)
The GPDPD promotes alternative development in drug crop cultivating areas to enable smallholder farmers to improve their living conditions.
At the same time, at the United Nations (UN) level the project promotes a drug policy in which development, human rights and public health take priority.
DID YOU KNOW THAT …
… across the globe, the illicit cultivation of opium poppy and coca – the raw materials for cocaine and heroin – has never been as widespread as it is today? And that, worldwide, there have never been so many people who have died from an overdose of heroin or another opiate? Or that an estimated 17 million Europeans have used cocaine at least once in their lifetime?
THE CHALLENGE
The cultivation, trafficking in and use of illicit drugs are global phenomena. The illicit cultivation of coca, opium poppies and cannabis and their processing into cocaine, crack, heroine and hashish are mostly found in countries of the Global South.
Smallholder families in drug crop cultivating areas have no stable income. Their livelihoods are at risk due to fragility and deficient state order. Armed conflict, organised crime, corruption and health risks make the situation for these people even worse. Human rights are often jeopardised in areas of drug crop cultivation, while the cultivation and processing of coca, opium poppy and other drug crops often cause serious environmental damage. In short, illegal drug cultivation
affects development.
Countries are increasingly seeking alternatives to the ‘war on drugs’. Yet they often lack concrete, effective strategies and mechanisms to reform their drug policies.
WHO WE ARE
Working on behalf of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ), GPDPD is a global project that promotes sustainable approaches to global drug policy together with interested governments and international partner organisations.
The GPDPD is committed to furthering alternative development
through technical advice and training measures to governments. The goal is to promote strategies through which smallholders are given support to step away from illegal drug crop cultivation, to cultivate licit crops such as coffee and cocoa and in order to tap additional sources of income to secure their livelihoods. This enables the affected areas to develop.
The GPDPD has also helped to devise the International Guidelines on Human Rights and Drug Policy. Together with the University of Essex, the United Nations Development Programme (UNDP), and the governments of Switzerland and Colombia, the GPDPD presented the document at the United Nations in 2019. It supports governments to
review their national drug strategies in light of their commitments to uphold human rights.
As such, the project combines approaches to rural development, public health and human rights with a more sustainable global drug policy. The partners implementing this project include the United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC), the Mae Fah Luang Foundation under Royal
Patronage (MFLF) in Thailand and the non-governmental organisations Transnational Institute (TNI) and International Drug Policy Consortium (IDPC).
HOW WE WORK
The GPDPD works in four fields of action:
Field of action 1: We promote international dialogue on drug policy, particularly within the framework of the United Nations Commission on Narcotic Drugs (CND) to embed development, health and human-rights-based principles in the UN’s drug policy. The activities are implemented together with interested governments, international organisations and
civil society. Partners include the governments of Colombia, the Netherlands, Norway, Peru, Switzerland and Thailand, as well as the UNODC, the UNDP and the two non-governmental organisations TNI and IDPC.
Field of activity 2: We advise governments in Asia, South-East Europe and Latin America on reviewing their domestic drug policies. These measures are delivered together with the project’s implementing partners and government authorities in the respective countries.
Field of activity 3: We promote innovations and an evidence-based drug policy. To this end, we cooperate with universities, institutions and think tanks.
Field of activity 4: We give our approaches in drug policy an international profile and relevance by using social media for political communication and by publishing information on our own website.
CASE STUDY: COLOMBIA
The major share of the global supply of cocaine stems from Colombia. The consequence? Major environmental issues and challenges in human safety. Illegal drug cultivation is a strong driver of deforestation and reduces soil and water quality as well as biodiversity.
Together with the UNODC and other partners, the GPDPD carries out pilot projects in coca cultivation regions in the country‘s Amazon basin in order to reduce deforestation and to identify and secure licit sources of income. Integrating drug policy and environmental protection is a groundbreaking strategy. The measures are supported by trainings in
the Doi Tung Development Project in Thailand where alternative development has been successfully practised for decades and opium cultivation has been completely driven back.
These experiences have been taken into account in Colombia’s new drug policy and its deforestation control strategy. The documents now reflect better that drugs and environment issues are often interrelated, and that an integrated approach is needed to address them.