Sport für Entwicklung

Projektdetails

  • Projektnummer:2019.2005.7
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: G120 Nachhaltige Wirtschentw, Digitalisierung
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Globale Vorhaben, Konventions-/Sektor-/Pilotvorh., Albanien, Bosnien und Herzegovina, Kolumbien, Ecuador, Indonesien, Kirgistan, Marokko, Nordmazedonien, Pakistan, Paraguay, Tunesien, Uganda, Kosovo

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) nutzt verstärkt Sport für Entwicklung als sektorübergreifendes Instrument.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:14 980 000 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2015.2163.2

    Sport für Entwicklung

Nachfolger-Projekt

  • 2022.2019.2

    Sport für Entwicklung

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    09.10.2012 - 31.03.2026
  • Aktuelles Projekt:25.09.2019 - 30.10.2022

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    11110 Bildungspolitik und Verwaltung im Bildungswesen

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Sport integriert, bewegt und bildet Menschen. Wie kaum ein anderer Bereich reicht er mit seinen professionellen und ehrenamtlichen Strukturen in alle gesellschaftlichen Sphären hinein, ermöglicht Teilhabe und schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl über ethnische und soziale Grenzen hinweg.

Die Agenda 2030 bestätigt, dass Sport maßgeblich dazu beiträgt, die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zu erreichen. Das Vorhaben zahlt auf mehrere SDGs ein, darunter Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3), inklusive gerechte und hochwertige Bildung (SDG 4), Geschlechtergleichheit (SDG 5), menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG 8), Frieden und Gerechtigkeit und starke Institutionen (SDG 16) sowie Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (SDG 17).
Das Vorhaben setzt Sport ein, um entwicklungspolitische Ziele zu erreichen. Mit Sport sind alle physischen Aktivitäten gemeint, die das körperliche und geistige Wohlbefinden und das soziale Miteinander fördern – vom Breiten- und Freizeitsport über Spiel und Bewegung bis hin zu traditionellen Kultur- und Ausdrucksformen, wie beispielsweise Tanz.

Sport kann sich vor allem auf die Förderung von Kindern und Jugendlichen positiv auswirken. Sie lernen faires und tolerantes Verhalten kennen, stärken ihr Selbstwertgefühl und entwickeln die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Sport vermittelt außerdem Lebenskompetenzen – Fähigkeiten, die dabei helfen, schwierige Lebenssituationen zu meistern und Perspektiven für die eigene Zukunft zu entwickeln.

Dieses Potenzial hat die deutsche Bundesregierung erkannt und setzt auf „Sport für Entwicklung" als Querschnittsthema der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ), um andere entwicklungspolitische Ziele zu erreichen. Darunter Bildung, Beschäftigung, Wirtschaft, Gesundheit sowie im Kontext Flucht und Migration.


Ziel
Das Vorhaben setzt Sport in der Entwicklungszusammenarbeit ein, um das Leben von benachteiligten Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern.


Vorgehensweise
In einem breiten Netzwerk mit Partner*innen sowie lokalen und internationalen Organisationen, zivilgesellschaftlichen Einrichtungen, Sportverbänden, Unternehmen und der Wissenschaft setzt das Vorhaben gemeinsam mit den Partnerländern diverse Projekte um. Zu den übergeordneten Partnern gehören der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Deutsche Fußball-Bund e.V. (DFB) und die Deutsche Sporthochschule (DSHS) in Köln.

Das Vorhaben bildet Trainer*innen aus, investiert in langfristig genutzte Sportinfrastruktur wie Sportplätze und Sportzentren und setzt sich für fair und nachhaltig produzierte Sportbekleidung ein. Zudem schafft es Lernfelder für Kinder und Jugendliche und verbessert mit Aus- und Weiterbildungen ihre Perspektiven.

Zentraler Bestandteil ist die Entwicklung von Trainingshandbüchern. Sie beschreiben die Methodik und unterstützen lokale Trainer*innen und Lehrkräfte, diese anzuwenden. Um den Ansatz an die Bedingungen jedes Landes anzupassen, arbeitet das Vorhaben mit Partner*innen vor Ort zusammen. Die Handbücher beinhalten zahlreiche Beispiele für Trainingseinheiten in unterschiedlichen Sportarten – aufbereitet für die verschiedenen Altersgruppen und aufgeteilt nach sport- und sozialpädagogischen Themen.

Weitere Schwerpunkte sind die inhaltliche und strategische Politikberatung, die Weiterentwicklung des deutschen Beitrags mit langfristiger nationaler und internationaler Positionierung, die wissenschaftliche Begleitung sowie Monitoring und Evaluation, um Erfahrungen aufzuarbeiten und Wirksamkeit zu messen.


Wirkungen
Bis September 2019 hat das Vorhaben mehr als eine Million Kinder und Jugendliche in 37 Ländern in über 50 Projekten erreicht, rund 7.000 Trainer*innen geschult und allein in Afrika 133 Sportplätze gebaut und modernisiert.

Zu den Schwerpunkten ab Oktober 2019 gehören die folgenden Partnerländer:

Indonesien: In Indonesien kommt Sport zum Einsatz, damit Schüler*innen mit Hilfe von Fußball positive Werte und Life Skills erlernen. Geschulte Trainer*innen und Lehrerkräfte geben Fußballtrainings für Mädchen und Jungen und thematisieren auch Themen wie Gesundheit und Gewaltprävention.

Kolumbien: Die friedliche Lösung von Konflikten, Gewaltprävention und die Reintegration von Binnenvertriebenen stehen in Kolumbien im Fokus. Mit einem speziell entwickelten Handbuch wird dort gesellschaftliche Aussöhnung durch Sport unterstützt. Bislang sind 1.500 Trainer*innen sowie Sozialarbeiter*innen darin ausgebildet. Sie haben etwa 90.000 Kinder und Jugendliche erreicht.

Marokko: In Marokko sind bereits erste Trainer*innen ausgebildet. Sie haben sich auf Basketball, Fußball und Martial Arts spezialisiert und kommen aus Gemeinden mit besonders hohem Migrationsanteil. Dort fördert das Projekt mit Partnern vor Ort den Zugang von Migrant*innen, Flüchtlingen und rückkehrenden Marokkaner*innen zu Integrationsangeboten.

Tunesien: Der Sportansatz fördert in Tunesien an verschiedenen Stellen die Kompetenzvermittlung und Berufsorientierung bei jungen Erwachsenen. Über die Angebote im Bereich Sport für Entwicklung werden ihnen wichtige persönliche und berufsrelevante Fähigkeiten vermittelt.

Uganda: In Uganda liegt der Schwerpunkt auf Leichtathletik. Das dortige Projekt fördert benachteiligte Kinder und junge Menschen in Disziplinen wie Laufen, Springen und Werfen sowie in traditionellen Sportarten. Die Trainer*innen thematisieren dabei Lebenskompetenzen, Gesundheit und sozialen Zusammenhalt. Ein besonderer Schwerpunkt sind dabei Kinder und Jugendliche mit Behinderung.

Westbalkan: Im Westbalkan (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Serbien) wird Sport als soziales Lernfeld eingesetzt, um die nachbarschaftliche Verständigung zu fördern. Das Projekt entwickelt dafür gemeinsam mit Lehr*innen, Trainer*innen und weiteren Multiplikator*innen die diesbezüglichen Kompetenzen junger Menschen und reflektiert mit ihnen gesellschaftliche Themen.

Um Sport für Entwicklung noch breiter in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu verankern, berät das Vorhaben auf Nachfrage über die oben genannten Fokusländer hinaus interessierte EZ-Projekte sowie Partner des Sports.

 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Sport integrates and educates people and gets them moving. More than almost any other area, sport with its professional and voluntary structures reaches all social spheres, promotes participation and creates a feeling of togetherness across ethnic and social boundaries.

The 2030 Agenda confirms that sport makes a significant contribution to achieving the Sustainable Development Goals (SDGs). The project contributes to several SDGs, including good health and well-being (SDG 3), inclusive and equitable quality education (SDG 4), gender equality (SDG 5), decent work and economic growth (SDG 8), peace, justice and strong institutions (SDG 16), and partnerships for the Goals (SDG 17).

The project uses sport to achieve development policy goals. Sport includes all physical activities that promote physical and mental well-being and social interaction, from popular and recreational sports, games and exercise to traditional forms of culture and expression, such as dance.
Sport can have a particularly positive effect on the development of children and young people. They learn about fair and tolerant behaviour, strengthen their self-esteem and develop the willingness to take responsibility. Sport also teaches life skills – abilities that help individuals to master difficult life situations and develop perspectives for their own future.

The German Government has recognised this potential and is focusing on Sport for Development as a cross-cutting theme of German development cooperation (DC) in order to achieve other development policy goals. These include education, employment, the private sector and health along with goals in the context of displacement and migration.


Objective
The project uses sport in development cooperation to secure long-term improvement in the lives of disadvantaged children and young people.


Approach
In a wide-ranging network with partners and local and international organisations, civil society institutions, sports associations, companies and academia, the project implements a range of projects with the partner countries. The German Olympic Sport Confederation (DOSB), the German Football Association (DFB) and the German Sport University Cologne (DSHS) are among the over-arching partners.

The project trains trainers, invests in sports infrastructure with long-term use, such as sports grounds and sports centres, and campaigns for fairly and sustainably produced sportswear. It also creates areas of learning for children and young people and improves their prospects through initial and continuing training.

A central component is the development of training manuals. These describe the methodology and support local trainers and teachers in applying it. The project works with local partners to adapt the approach to the conditions in each country. The manuals contain numerous examples of training units in different sports that are adapted to different age groups and cover different sports and social education topics.

Other focal points include policy advice on content and strategy, the further development of the German contribution with long-term national and international positioning, academic support, and monitoring and evaluation to review experiences and measure effectiveness.


Results
By September 2019, the project had reached over one million children and young people in 37 countries through more than 50 projects, trained around 7,000 trainers and built and modernised 133 sports grounds in Africa alone.

From October 2019, the following partner countries will be among the focal points:
Colombia: The peaceful resolution of conflict, prevention of violence and the reintegration of internally displaced persons are the focus of the project in Colombia. A specially developed manual supports social reconciliation through sport. To date, 1,500 trainers and social workers have been trained in this area. They have reached around 90,000 children and young people.

Indonesia: In Indonesia, football is used to help schoolchildren learn positive values and life skills. Trained coaches and teachers run football training sessions for both girls and boys and also address topics such as health and prevention of violence.

Morocco: The first trainers have already been trained in Morocco. They have specialised in basketball, football and martial arts and come from communities with a particularly high proportion of migrants. Together with local partners, the project promotes access to integration services for migrants, refugees and returning Moroccans in these communities.

Tunisia: In Tunisia, the sports approach promotes the transfer of skills and career guidance for young adults in various areas. Activities promoted in the area of Sport for Development teaches them important personal and job-related skills.

Uganda: In Uganda, the focus is on athletics. The project there supports disadvantaged children and young people in disciplines such as running, jumping and throwing and in traditional sports. The trainers focus on life skills, health and social cohesion. There is a particular focus on children and young people with disabilities.

Western Balkans: In the Western Balkans (Albania, Bosnia and Herzegovina, Kosovo, North Macedonia and Serbia), sport is used as a social learning environment to promote neighbourly understanding. To this end, the project is working with teachers, trainers and other multipliers to develop the relevant skills among young people and reflect on social issues with them.

To mainstream Sport for Development even more in the partner countries of German development cooperation, the project also, on request, advises interested DC projects and sports partners beyond the above-mentioned focus countries.