Modernisierte, klimafreundliche Abfall- und Recyclingwirtschaft DKTI

Projektdetails

  • Projektnummer:2018.2248.5
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Albanien, Bosnien und Herzegovina, Montenegro

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Grundlagen für die klimasensible Umsetzung der nationalen Strategie für integrierte Abfallwirtschaft sind geschaffen.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministerium für Tourismus und Umwelt

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:4 800 000 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2016.2101.0

    Klimafreundliche integrierte Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    19.08.2016 - 30.07.2023
  • Aktuelles Projekt:01.03.2020 - 30.07.2023

Sonstige Beteiligte

  • Arge GFA-Resourced and Waste Advisory

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

    Hauptziel

CRS-Schlüssel

    14050 Abfallwirtschaft und -entsorgung

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation

Albanien wurde 2014 der Status eines Bewerberlandes der Europäischen Union (EU) zuerkannt. Im Rahmen des Integrationsprozesses arbeitet das Land daran, seine Umweltstandards an die der EU anzugleichen. So erreichte Albanien im Jahr 2020 bei der Umsetzung von Kapitel 27 des Besitzstands der EU, das den Titel „Umwelt und Klimawandel" trägt, einen mittleren Fortschritt von 48 Prozent.

2019 behandelte Albanien etwa eine Million Tonnen Hausmüll. Davon gelangten rund 78 Prozent auf Deponien, wo der Hausmüll mit verschiedenen Verfahren, die sich in Bezug auf die Umweltverträglichkeit voneinander unterscheiden, entsorgt wurde. Etwa 19 Prozent wurden zum Recycling aussortiert. Organische Abfälle, die etwa 50 Prozent des entsorgten Mülls ausmachen, führen zur Entstehung des stark klimaschädigenden Treibhausgases Methan. Deponiegase und Sickerwasser verschmutzen sowohl das Wasser als auch den Boden und gefährden damit die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorgung.

Die albanische Abfallwirtschaft ist nach wie vor von einer linearen Sammeln-und-Entsorgen-Methode geprägt und nicht von einer integrierten nachhaltigen Abfallwirtschaft. Die kürzlich verabschiedete Nationale Abfallwirtschaftsstrategie (2020 - 2035) umfasste jedoch einen Fahrplan zur Integration der Prinzipien „Kreislaufwirtschaft" und „erweiterte Herstellerverantwortung".

Das Verursacherprinzip ist in Albanien bislang nur unzureichend verankert, und die Kosten für die Einhaltung von Mindeststandards in der Abfallentsorgung sind nur in wenigen Städten gedeckt.

Ziel

Durch die Einführung einer Kreislaufwirtschaft sowie einer integrierten Abfallwirtschaft erreicht Albanien eine Annäherung an die Umwelt- und Klimastandards der EU.

Schulung zur Abfallverwertung in Albanien
Vorgehensweise
Das Projekt unterstützt das Ministerium für Tourismus und Umwelt bei der Umsetzung der überarbeiteten nationalen Strategie für eine integrierte Abfallwirtschaft. Ein verbessertes Datenmanagementsystem optimiert die Berichterstattung des Ministeriums für Tourismus und Umwelt sowie der nationalen Umweltbehörde und liefert geprüfte Daten über Siedlungsabfälle sowie die Potenziale zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes.

Darüber hinaus wird die Umweltbehörde bei der Verbesserung der Lizenzierung von Dienstleistern durch den Einsatz von IT-Systemen unterstützt. Inspektions- und Regulierungsprozesse werden nun auf der Grundlage von vereinbarten Leistungsindikatoren und Standardverträgen durchgeführt. Verstöße gegen Umweltstandards werden sanktioniert.

Darüber hinaus arbeitet das Projekt eng mit sechs Partnerstädten zusammen, um eine klimasensible Abfallwirtschaft einzuführen. Die Schwerpunkte sind dabei die Abfallverwertung, ein verbessertes Recycling sowie die Abfalltrennung am Ort des Entstehens. Die Partnerstädte haben die Kompostierung von Abfällen eingeführt. Darüber hinaus werden kommunale Dienstleistungen professionalisiert und Sensibilisierungskampagnen durchgeführt.

Bis 2022 sollen fünf Partnerkommunen in der Lage sein, Sekundärrohstoffe zu gewinnen und damit zu handeln sowie Sonderabfälle zu behandeln. Außerdem sollen 8.000 Haushalte in sechs Gemeinden Nass- und Trockenabfälle trennen, damit diese leichter kompostiert und recycelt werden können.

Außerdem trägt das Projekt dazu bei, als Überbrückungsmaßnahme sechs Mülldeponien zu modernisieren bzw. zu sanieren; gleichzeitig werden Infrastruktur- und Haushaltsverbesserungen vorgenommen, damit die regionalen Abfallwirtschaftspläne eingehalten werden können. Die für diese Standorte entwickelten bewährten Verfahren werden auf den Betrieb anderer kommunaler Abfalldeponien übertragen.

Wirkung

Mit der Einführung einer klimafreundlichen, ressourceneffizienten und wirtschaftlichen Abfallwirtschaft ist es mittelfristig gelungen, die Gesundheitsrisiken und die Umweltbelastung zu verringern. Durch die Kompostierung (anstelle einer Deponierung) von Grünabfällen und durch das Recycling von Sekundärrohstoffen wiederum konnten die Treibhausgasemissionen gemindert werden. Dieser Prozess hat zudem Energie und Ressourcen gespart, Arbeitsplätze im Bereich der Ressourcenrückgewinnung geschaffen und zur Umsetzung des europäischen Green Deal beigetragen.

Das Projekt wirkt sich zudem stark bereichsübergreifend auf die gute Regierungsführung in der kommunalen Verwaltung aus. Dadurch, dass Planung und Durchführung in den Bereichen Abfallsammlung, Recycling, Verwertung und Entsorgung, professionalisiert wurden, hat Albanien Fortschritte bei der Einhaltung der EU-Umweltstandards gemacht.

Zudem haben die Verringerung des Meeresmüllaufkommens und des Schadstoffeintrags in die Adria sowie die Förderung einer kontrollierten Abfallentsorgung dazu geführt, dass deutlich weniger Abfall ins Meer gespült wird.