Capacity Development in Basic Education
CDBE
Project details
- Project number:2018.2183.4
- Status:Projekt beendet
- Responsible Organisational unit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
- Contact address: Transparency team transparenz@giz.de
- Partner countries: Kosovo
Summary
- Objectives:
The conditions for providing quality and inclusive education have improved.
- Client:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Project partner:
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie
- Financing organisation:
not available
Volume of commission
- Financial commitment for the actual implementation phase:4 736 715 Euro
Cofinancing
not available
Previous project
2014.2206.2
Capacity Development im Grundbildungssektor
Follow-on project
- not available
Term
- Entire project:
(including all previous, current and following project implementation phases, if existing) 19.01.2010 - 28.02.2022 - Actual project implementation phase:01.04.2019 - 28.02.2022
other participants
- not available
Further information
- Project websitesnot available
Policy markers
- Gender Equality
Significant (secondary) policy objective
- Democratic and inclusive governance
Significant (secondary) policy objective
CRS code
11220 Primary education
Evaluation
not availableProject description (DE)
Ausgangssituation
Seit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Jahr 2008 hat das Bildungssystem des Landes umfassende Reformen durchlaufen. Allerdings hat sich die Umsetzung der Reformen aus verschiedenen Gründen verzögert, von denen sich einige gegenseitig verstärken. So ist der Bildungssektor nicht nur unterfinanziert, sondern die vorhandenen Mittel werden auch noch ineffizient eingesetzt. Ferner gibt es erhebliche Defizite bei den Ressourcen, den beruflichen Kompetenzen und den Kapazitäten auf allen Ebenen, was dazu führt, dass die Qualität der Schulbildung nur ein niedriges Niveau erreicht. Bei der ersten Teilnahme des Kosovo an der PISA-Studie 2015 (Programme for International Students Assessment) belegte das Land unter den 72 Ländern einen der drei letzten Plätze. Dies zeigt, dass die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu kritischem Denken sowie ihre Problemlösungskompetenz und Kreativität nur schwach entwickelt sind.
Diese Defizite sind auf viele verschiedene Faktoren zurückzuführen; einer davon ist die geringe Unterrichtsqualität. So sind die Lehrer nicht gut genug ausgebildet, um Kindern und Jugendlichen die praktischen Fähigkeiten zu vermitteln, die sie für zur Bewältigung ihres Lebensalltags benötigen. Hinzu kommt, dass die besonderen Bildungsbedürfnisse von Kindern aus marginalisierten Bevölkerungsgruppen im formalen Bildungssystem nicht ausreichend berücksichtigt werden. Den politisch Verantwortlichen ist nicht ausreichend bewusst, wie wichtig Bildung für die Entwicklung des Landes ist. Dies zeigt sich darin, dass dem Sektor nicht die gebotene Priorität eingeräumt wird. Die Defizite im System der Grundbildung haben dramatische Folgen für alle nachfolgenden Bildungsebenen und bremsen die wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung des Landes.
Ziel
Die Voraussetzungen für eine inklusive und qualitativ hochwertige Bildung im Kosovo sind verbessert.
Vorgehensweise
Das Projekt verfolgt systematisch einen Mehrebenenansatz zur Bewältigung der Kernprobleme im kosovarischen Grundbildungssystem und ist in vier Handlungsfeldern tätig:
—Transparenz, Rechenschaftspflicht und Beteiligung der Öffentlichkeit: Zur Verbesserung der Bildungsqualität und zur Unterstützung der Umsetzung und Einführung des integrierten Schulentwicklungskonzepts (siehe Handlungsfeld 3) unterstützt das Projekt die Arbeit von zentralen Akteuren des Bildungssektors. Dazu gehören insbesondere das Bildungsministerium, der Bildungsausschuss im Parlament sowie das Kollegium der kommunalen Bildungsdirektoren. Die Unterstützung zielt im Wesentlichen darauf ab, die Rechtsgrundlagen für das Bildungssystem zu stärken, inklusive Beteiligungsprozesse zu ermöglichen und durch eine öffentliche Kampagne ein stärkeres Engagement der Öffentlichkeit zu erreichen.
—Hochschulausbildung von Lehrern und Schulleitern: Zur Gewährleistung der Nachhaltigkeit seines Beitrags unterstützt das Projekt die Institutionalisierung der zuvor entwickelten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Dazu strebt das Projekt an, erfolgreiche Konzepte zur Fort- und Weiterbildung von Lehrern und Schulleitern in die regulären Studienpläne der Hochschulen zu integrieren. Darüber hinaus werden die Aus- und Weiterbildungskapazitäten der Hochschulen ausgebaut, um zukünftige Lehrkräfte besser auf den Schuldienst vorzubereiten.
—Integriertes Schulentwicklungskonzept (ISDA, Integrated School Development Approach): Um gegenüber anderen Ländern, die im Bildungssektor besser abschneiden, aufzuholen, bedarf es eines Paradigmenwechsels. Denn die Analyse der PISA-Ergebnisse hat ergeben, dass die Lehrenden – abgesehen von einem grundlegenden Mangel an Fachkenntnissen – eklatante Lücken auf dem Gebiet der fächerübregreifenden Didaktik aufweisen, die die Grundlage für den Lernerfolg bildet. Zur Verbesserung der Qualität des Lehrens und Lernens und der Leistungsfähigkeit der Schule insgesamt, müssen verschiedene Maßnahmen getroffen werden, die auf die Anforderungen und Merkmale der jeweiligen Schule abgestimmt sind. Als Kernintervention des Projekts gilt dabei das integrierte Schulentwicklungskonzept, das darauf abzielt, einen Paradigmenwechsel herbeizuführen und die Rolle jedes einzelnen Akteurs im Schulwesen zu stärken. Diese sollen dazu befähigt werden, ihre Aufgaben bestmöglich zu erfüllen, sich untereinander abzustimmen und eng zusammenzuarbeiten mit dem Ziel, die allgemeine Qualität der Bildung sowie die Inklusion im Bildungssystem zu verbessern. Dadurch werden die Schulen in ihrer Leistungsfähigkeit gestärkt und ein sicheres Schulklima erreicht, das sich positiv auf den Lernerfolg auswirkt. Ferner erhalten Eltern und Schüler*innen im Rahmen des integrierten Schulentwicklungskonzepts häufiger die Gelegenheit, ihre Meinung zu äußern, und Kinder und Jugendliche werden auf die Mitwirkung in Schülervertretungen vorbereitet. Darüber hinaus ist die Bildung von Schulnetzwerken vorgesehen, die als Lerngemeinschaften den Erfahrungsaustausch zwischen den Lehrenden sowie Peer-Learning-Prozesse fördern. Ein integriertes Planungssystem soll die Abstimmung von Maßnahmen, die Budgetplanung sowie die Kommunikation zwischen Schulen, Gemeinden und den Ministerien unterstützen. Das Konzept wird in den sogenannten „Champion-Schulen" realisiert.
—Förderung der Inklusion, insbesondere von ethnischen Minderheiten und Rückkehrenden: Durch zusätzliche nicht-formale Bildungsangebote erhalten die Kinder von Rückkehrenden und Angehörigen ethnischer Minderheiten (insbesondere Roma, Aschkali und Balkanägypter) einen besseren Zugang zum formalen Schulsystem. In den Maße, wie das Engagement von Lehrenden, Eltern und Kommunen zunimmt, wächst der soziale Zusammenhalt in den Aufnahmegemeinden. Durch Zusatzunterricht wird dafür gesorgt, dass Kinder, die einen großen Teil des Schulunterrichts verpasst haben, aufholen und Anschluss an den Rest der Klasse finden. In diesem Zusammenhang arbeitet das Projekt eng mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen.
Wirkungen
In den ersten drei Projektphasen von Januar 2010 bis März 2019 wurden folgende Wirkungen erzielt:
—Rund 1.200 Schulleiter*innen und Oberstufenlehrer*innen haben Fortbildungen zu Führungsaufgaben absolviert, wodurch die Planungsprozesse in den Schulen verbessert werden konnten. Inzwischen haben mehr als 98 Prozent der Pilotschulen Schulentwicklungspläne beschlossen, die die definierten Mindestkriterien erfüllen.
—Mehr als 4.500 Lehrende haben an verschiedenen Fort- und Weiterbildungsmodulen für den Unterricht in Mathematik und Naturwissenschaften sowie zur Bewertung von Schülerinnen und Schülern teilgenommen; die meisten Lehrenden haben dabei mehrere Kurse belegt. Im Rahmen einer systematischen Unterrichtsbeobachtung wurde ermittelt, dass die Lehrenden 70 Prozent der neu erworbenen Kompetenzen und Methoden im Unterricht anwenden können.
—21 Lerngemeinschaften, an denen sich mehr als 100 Schulen beteiligen, profitieren von einem intensiven Austausch und gut funktionierenden Ausschüssen.
—Mit der durch das Projekt geförderten Bildungsstrategie für den Zeitraum 2017 bis 2021 werden nationale Ziele und Konzepte für den Bildungssektor umgesetzt und die Diskussionen sowie das Engagement aller Beteiligten gebündelt. Das Projekt trägt mit mehr als 40 Unterprojekten zu 7 von 48 Einzelmaßnahmen bei.
—Im Rahmen der Aufklärungskampagne wurden 130.000 Unterschriften gesammelt, um das Bewusstsein der politischen Entscheider*innen dafür zu schärfen, dass der Bildung größere Bedeutung beizumessen ist. Die Kampagne hat bewirkt, dass die Regierung das für 2019 vorgesehene Gesamtbudget für den Bildungssektor um 12 Prozent erhöht hat.
—Von den Fördermaßnahmen des Projekts zur Wiedereingliederung von Rückkehrenden und ethnischen Minderheiten in das Bildungssystem haben mehr als 70.000 Kinder profitiert.
—Im Wege einer Ausschreibung wurden zehn „Champion-Schulen" aus sieben Gemeinden ausgewählt.
Project description (EN)
Context
Since Kosovo’s declaration of independence in 2008, the country’s education system has been subject to extensive reforms. However, their implementation has been delayed for various reasons, some of which are mutually reinforcing. The education sector is underfunded, and the existing budget is inefficiently allocated. There are considerable shortfalls in resources, professional skills and capacity at all levels and the quality of education is extremely low. Kosovo’s first-time participation in PISA 2015 (Programme for International Students Assessment) has ranked the country among the last three countries of 72, showing that Kosovar students lack critical thinking, problem-solving and creative skills.
The deficits in the education sector can be attributed to many different factors. One of the main problems is the low quality of teaching. Teachers do not receive sufficient training to give children and teenagers the practical skills they will need in their daily lives. The special educational needs of children from marginalised groups are not sufficiently addressed in the formal education system. The importance of education for the development of Kosovo is not given due recognition, as education is not treated with the appropriate level of priority. The deficiencies in the basic education system have dramatic consequences for all subsequent levels of education, and hinder the country’s economic, social and political development.
Objective
The preconditions for the provision of inclusive and qualitative education in Kosovo have been improved.
Approach
The project takes a systematic, multilevel approach to tackling the core problems in the basic education system. It covers four fields of activities:
—Transparency, accountability and public participation: In order to improve the quality of education and to support the implementation and rolling-out of the Integrated School Development Approach (see field of activity 3), the project supports the work of key stakeholders such as the Ministry of Education, the Parliamentary Education Committee and the Collegium of Municipal Education Directors. The main objective through this support is to strengthen the legal basis of the education system, to enable inclusive participatory processes and to increase public participation through a public campaign.
—University education of teachers and school directors: In order to guarantee sustainability, the project supports the institutionalisation of previously developed trainings into the education system. Therefore, the project strives for integrating successful models of professional development for teachers and school directors into the regular university curriculum. Furthermore, the pre- and in-service training capacities of universities and faculties of education are strengthened to better prepare future teachers.
—Integrated School Development Approach (ISDA): Compared to other countries which perform better in the education sector, a shift in paradigm is needed. Analysis deriving from PISA results has also shown that teachers – apart from a basic lack of subject knowledge – have remarkable gaps when it comes to subject-independent didactics that lay the foundation for any student’s learning. In order to increase the quality of teaching and learning and the overall performance of the school, different interventions need to be combined focusing on the respective school needs and characteristics. This core intervention of the project is defined as the Integrated School Development Approach, aiming to promote a shift in paradigm and to strengthen the role of each school actor. In so doing, they are able to perform at their best in their foreseen tasks, coordinate among and collaborate with each-other, in order to increase the general quality and educational inclusion. This will result in a higher general performance of the school and in a healthy and safe school climate. Through this approach parents and pupils are given more opportunities to voice their opinions, and children and teenagers are prepared for participation in student representative councils. School networks act as learning communities that encourage the sharing of experiences between teachers and foster mutual learning. An integrated planning system supports the coordination of activities and budget planning and facilitates the communication between schools, municipalities and the ministerial levels. The approach will be implemented in the so-called "champion schools".
—Promoting inclusion, particularly for ethnic minorities and returnees: Additional non-formal educational offers facilitate the access to the formal school system for the children of returnees and members of ethnic minorities, especially the Roma, Ashkali and Balkan Egyptians. As teachers, parents and municipalities become more involved, the social cohesion in the host communities grows. Extra lessons will help children who have missed a lot of schooling to catch up. In this regard, the project cooperates closely with civil society organisations.
Results
The following results were reached during the first three phases of this project (period: 01/2010-03/2019):
—Around 1,200 school principals and senior teachers have completed management training courses which have improved the planning processes in the schools. So far more than 98 per cent of the pilot schools have approved school development plans that meet the defined minimum criteria.
—More than 4,500 teachers have taken part in various training modules for teaching mathematics, natural sciences and student assessment with most of them attending several courses. Systematic teaching observation shows that they can apply 70 per cent of the new skills and methods in their lessons.
—21 learning communities involving over 100 schools are benefitting from intensive exchanges and functional committees.
—The education strategy supported by the project for the years 2017 to 2021 implements national targets and concepts for the education sector and draws together the discussions and commitment of all stakeholders. The project is contributing to 7 out of 48 measures with more than 40 activities.
—Through the education campaign, 130,000 signatures were collected with the aim of increasing the awareness of policy-makers in making education a priority. As a result of this campaign, the overall budget for the education sector has been increased by 12 per cent for 2019.
—More than 70,000 children have benefitted directly from the project support on educational reintegration of returnees and ethnic minorities.
—Ten champion schools from seven municipalities have been identified through an open call.