Überbetriebliche Ausbildung mit der Privatwirtschaft in Tunesien
Formation interentreprise avec le secteur privé en Tunisie
Projektdetails
- Projektnummer:2018.2171.9
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3600 Nordafrika
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Tunesien
Zusammenfassung
- Ziele:
Die Beschäftigungsfähigkeit tunesischer Jugendlicher in ausgewählten Berufsfeldern ist verbessert.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministerium für Beschäftigung und Berufsbildung
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:12 000 000 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
2022.2038.2
Überbetriebliche Ausbildung mit der Privatwirtschaft in Tunesien II
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 19.07.2019 - 31.01.2027 - Aktuelles Projekt:01.08.2019 - 30.08.2023
Sonstige Beteiligte
- GFA Consulting Group GmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
11330 Berufliche Bildung
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Tunesien steht weiterhin vor erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Wirtschaft entwickelt sich langsam und die offizielle Arbeitslosenrate liegt im Durchschnitt bei etwa 15 Prozent und 23 Prozent bei Frauen. Damit verharrt sie auf ähnlich hohem Niveau wie vor Ausbruch der Revolution.
Eine Chance, die Wirtschaft anzuregen, besteht in der Weiterentwicklung der beruflichen Bildung in Tunesien. Das aktuelle System kämpft mit Herausforderungen: Die Ausbildung ist stark verschult; praktische Elemente in den Schulen sind trotz beispielhafter Initiativen, wie zum Beispiel im Textilsektor, eher rar und entfalten bislang zu wenig Wirkung. So verfügen Berufsanfänger*innen nach ihrer Ausbildung nicht über die erforderlichen Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt. Die Ausbildung geht dabei meist an den Anforderungen des Marktes vorbei.
Die Betriebe sind derzeit kaum als Lernort in die berufliche Bildung einbezogen. Es existieren kaum Anreize für sie, sich finanziell und inhaltlich in der Berufsbildung zu engagieren.
Politik, Wirtschaft und Verwaltung haben jedoch erkannt, dass die berufliche Bildung erneuert werden muss und erste Schritte eingeleitet. Ende 2013 wurde eine Berufsbildungsreform beschlossen, die aber bislang hinter dem selbstgesteckten Zeitplan zurückbleibt.
Ziel
Die Beschäftigungsfähigkeit tunesischer Jugendlicher in ausgewählten Berufsfeldern ist verbessert.
Vorgehensweise
In Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft entwickelt das Vorhaben technische Ausbildungsgänge in den Sektoren Textil, Kunststoffverarbeitung und Tourismus – angepasst an die Bedarfe der Industrie. Die Lehrpläne in den staatlichen Berufsschulen werden in engem Austausch mit Berufsbildungsgremien weiterentwickelt und tragen somit zu einer besseren Vernetzung mit den Unternehmen in den Regionen bei.
Tunesische Unternehmen, die einen Bedarf an qualifizierten Mitarbeiter*innen haben, sind zentrale Mittler des Vorhabens. Das Projekt richtet sich an Branchen mit hohem Beschäftigungspotenzial. Beispiel hier ist der tunesische Textilsektor, in dem circa 1.880 Unternehmen tätig und in der gesamten Branche knapp 200.000 Menschen beschäftigt sind. Allein im Jahr 2018 waren hier 10.000 Stellen zu besetzen.
Die Unternehmen in Tunesien sollen angeregt werden, sich stärker in der Berufsbildung zu engagieren und dabei die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes deutlicher zu artikulieren. Nur eine leitende Rolle der Wirtschaft in der Steuerung und Ausgestaltung der Ausbildungsgänge sichert ihren langfristigen Betrieb.
Unternehmen erhalten dadurch die Chance, ihren Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitskräften zu decken. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Auszubildende im Anschluss an die Ausbildung übernehmen können. Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben langfristig die kooperative Berufsbildung im staatlichen System. Langfristig kann der Privatsektor durch ein höheres Ausbildungsniveau viele Dienstleistungen besser erbringen. Fortbildungsformate sollen dabei helfen, die Kapazitäten und Kenntnisse der Mitarbeiter*innen der staatlichen Stellen der beruflichen Bildung weiterzuentwickeln.