Berufliche Integration von Binnenvertriebenen
Projektdetails
- Projektnummer:2017.4056.2
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3900 Deutschland, Europa, Südkaukasus
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Ukraine
Zusammenfassung
- Ziele:
Beschäftigungsfähigkeit der ukrainischen Bevölkerung einschließlich Binnenvertriebenen ist in 11 Regionen verbessert.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministerium für Reintegration der vorübergehend besetzten Gebiete und intern Vertriebene
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:35 500 000 Euro
Kombifinanzierung
Europäische Union (EU): 16 000 000Euro
Finnish Ministry of Foreign Affairs (MFA FI): 3 500 000Euro
Polish Ministry of Foreign Affairs: 1 000 000Euro
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 20.08.2017 - 30.07.2024 - Aktuelles Projekt:01.08.2017 - 30.07.2024
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
11330 Berufliche Bildung
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Aufgrund des Konfliktes in der östlichen Ukraine mussten 1,4 Millionen Menschen aus den Regionen Donezk und Luhansk ihre Heimat verlassen. Sie haben sich in anderen Regionen der Ukraine angesiedelt. Eines der drängendsten Probleme der Binnenvertriebenen und der Menschen in den Aufnahmegemeinden sind die fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten. Zudem passen die Qualifikationen der Binnenvertriebenen häufig nicht zu den am Arbeitsmarkt nachgefragten Berufsbildern. Frauen sind überproportional betroffen.
Angebote beruflicher Umschulungen sind selten auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet oder nicht für alle Personen gleichermaßen zugänglich. Neben persönlichen und familiären Problemen löst die Arbeitslosigkeit auch soziale Konflikte aus, wenn Bevölkerungsgruppen um knappe Arbeitsplätze konkurrieren.
Bestehende Kurse für berufliche Qualifizierungen bieten Teilnehmenden meist nicht genug Möglichkeiten, für den Arbeitsmarkt relevante Qualifikationsprofile zu erwerben. Berufsbildende Schulen arbeiten häufig mit veralteter Ausstattung und veralteten Lehrplänen. Darüber hinaus hat berufliche Bildung ein schlechtes Image in der Ukraine und wird nicht als karrierefördernde Option angesehen.
Ziel
Die Beschäftigungsfähigkeit der Binnenvertriebenen sowie der Bevölkerung der aufnehmenden Gemeinden in den Regionen Charkiw, Dnipropetrowsk, Poltawa, Saporischschja sowie den regierungskontrollierten Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk ist verbessert.
Die Effektivität der Reform des Berufsbildungssystems ist verbessert. Die Umsetzung der Reform wird in sieben Fokusregionen unterstützt: Chernowitz, Lwiw, Mykolajiw, Poltawa, Riwne, Saporischschja und Winnyzja.
Vorgehensweise
Das Projekt besteht aus zwei Komponenten. In der ersten Komponente, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert wird, werden in Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Bildungseinrichtungen, Vertreter*innen von Initiativen und Vereinen sowie dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. Fortbildungsmöglichkeiten für Binnenvertriebene geschaffen. Diese orientieren sich konkret am lokalen Arbeitsmarkt. Um die Schulungen passgenau an der Nachfrage auszurichten, führt das Vorhaben in den Fokusregionen Studien über die Bedarfe auf dem Arbeitsmarkt durch. So werden die Arbeitssuchenden beispielsweise zu IT-Spezialist*innen, Bürokauffrauen und -männern, Elektriker*innen, Hilfsköch*innen und Nähmaschinenreparateur*innen ausgebildet. Die angebotenen Trainings sind für die Teilnehmenden kostenfrei. Sie können abhängig von den Anforderungen des Berufsbildes zwischen wenigen Wochen und einem halben Jahr dauern.
Die zweite Komponente wird von der Europäischen Union (EU), Deutschland, Finnland und Polen finanziert und gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie Partnern aus Finnland, Polen und Estland durchgeführt.
Das Projekt unterstützt die Entwicklung einer leistungsfähigen Berufsbildung mit wirksamen Koordinations- und Finanzierungsmechanismen. Dabei soll die Einführung eines kompetenzbasierten Trainings- und Prüfungssystems moderne Formen des Lehrens und Lernens fördern. Mit ihnen wird die Qualität und Nachfrageorientierung des Systems verbessert.
Zusätzlich fokussiert das Projekt auf Querschnittsthemen. Dazu gehören die Kooperation zwischen öffentlicher Hand, Privatwirtschaft sowie Initiativen und Vereinen, Genderaspekte sowie die Nutzung digitaler Potenziale. Die Partnerschaft mit Arbeitgeber*innen spielt eine zentrale Rolle in der Umsetzung der Reform. Gemeinsame Anstrengungen der Interessensvertreter*innen auf Regierungsebene sowie in den Regionen und Gemeinden erhöhen die Effektivität der Umsetzung.
Wirkung
Ende 2019 haben bereits mehr als 1.000 Binnenvertriebene und vom Konflikt betroffene Personen aus sechs ostukrainischen Regionen ihre Beschäftigungsfähigkeit durch Weiterbildungen erhöht. Vor allem auch die Anpassung von Lehrplänen an die Bedarfe des Arbeitsmarkts, Berufsberatung sowie Trainings zu persönlichen Fähigkeiten – wie etwa die Verbesserung von sozialen Kompetenzen und Teamfähigkeit – haben dieses Ziel unterstützt.
Innerhalb der ersten beiden Jahre wurden darüber hinaus fünf regionale Partnerschaften mit Interessensvertreter*innen verschiedener Bereiche unterstützt. Sie führten gemeinsam innovative Projekte durch, um die Rahmenbedingung für eine bessere Beschäftigungsfähigkeit zu erleichtern.
Projektbeschreibung (EN)
Context
The conflict in eastern Ukraine has forced 1.4 million people from the Donetsk and Luhansk regions to leave their homes and settle in other regions of the country. One of the most pressing problems for internally displaced persons (IDPs) and people living in the host communities is the lack of employment opportunities. Moreover, the qualifications of the IDPs often do not match the job profiles in demand on the labour market. Women are disproportionately affected.
Vocational retraining courses are rarely geared to the needs of the labour market, nor are they equally accessible to everybody. In addition to personal and family problems, unemployment also triggers social conflicts when population groups compete for scarce jobs.
Most of the existing vocational training courses do not offer participants enough opportunities to acquire qualification profiles relevant for the labour market. Vocational schools often work with outdated equipment and curricula. Moreover, vocational education and training has a poor image in Ukraine and is not considered to be a career-enhancing option.
Objective
The employability both of IDPs and the population of the host communities in the Kharkiv, Dnipropetrovsk, Poltava and Zaporizhia regions and in the government-controlled areas of the Donetsk and Luhansk regions has improved.
The effectiveness of the reform of the vocational training system has improved. The implementation of the reform is supported in seven focus regions: Chernivtsi, Lviv, Mykolaiv, Poltava, Rivne, Zaporizhia and Vinnytsia.
Approach
The project consists of two components. In the first component, which is financed by the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ), training opportunities for IDPs are being created in cooperation with private and public educational institutions, representatives of initiatives and associations as well as with the Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. (Educational Association of the Bavarian Economy). These are geared specifically to the local labour market. In order to tailor the training courses precisely to demand, the project conducts studies in the focus regions on labour market requirements. For example, job seekers are trained as IT specialists, office administrators, electricians, assistant cooks and sewing machine repairers. The training courses offered are free of charge for the participants. Depending on the requirements of the job specification, they can last from a few weeks to half a year.
The second component is financed by the European Union (EU), Germany, Finland and Poland and is carried out jointly with the Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) and partners from Finland, Poland and Estonia.
The project supports the development of efficient vocational training with effective coordination and financing mechanisms. The introduction of a skills-based training and examination system is intended to promote modern forms of teaching and learning. These will improve the quality of the system and its demand-led approach.
The project also focuses on cross-cutting issues. These include cooperation between the public and private sectors as well as initiatives and associations, gender aspects and the use of digital potential. The partnership with employers plays a central role in implementing the reform. Joint efforts by stakeholders at government level and in the regions and municipalities increase the effectiveness of implementation.
Results
By the end of 2019, more than 1,000 IDPs and people affected by the conflict from six regions in eastern Ukraine had already enhanced their employability through further training. Above all, the adaptation of curricula to the needs of the labour market, careers guidance and training in personal skills – such as improving social skills and teamwork – have also supported this goal.
Within the first two years, support was also provided for five regional partnerships with stakeholders from different sectors. Together they have implemented innovative projects to facilitate the framework conditions for improved employability.