Nachhaltige und klimasensible Landnutzung für die wirtschaftliche Entwicklung in Zentralasien
Projektdetails
- Projektnummer:2017.2110.9
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Zentralasien NA, Kirgistan, Kasachstan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan
Zusammenfassung
- Ziele:
Integrative, nachhaltige, klimasensible und wirtschaftlich tragfähige Landnutzungsansätze, die mit Beteiligung von Landnutzergruppen, Akteuren staatlicher Organisationen, des Privatsektors und der Zivilgesellschaft entwickelt worden sind, werden in den zentralasiatischen Staaten umgesetzt.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministerien und Behörden für Landmanagement, Weide- und Waldbewirtschaftung
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:6 825 704 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2015.2084.0
Nachhaltige und klimasensible Landnutzung für die wirtschaftliche Entwicklung in Zentralasien
Nachfolger-Projekt
2020.2213.5
Integrative und klimasensible Landnutzung in Zentralasien
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 05.09.2001 - 30.08.2030 - Aktuelles Projekt:08.12.2017 - 30.03.2021
Sonstige Beteiligte
- Picoteam Limited
- Unique land use GmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Biodiversitätskonvention
Signifikantes Nebenziel
- Desertifikationsbekämpfung
Signifikantes Nebenziel
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Signifikantes Nebenziel
- Anpassung an den Klimawandel
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
41010 Umweltpolitik und -verwaltung
Evaluierung
- Zentrale Projektevaluierung - Zusammenfassung. Nachhaltige und klimasensible Landnutzung für die wirtschaftliche Entwicklung in Zentralasien
- Central Project Evaluation - executive summary. Regional programme on integrative and climate-sensitive use of land resources in Central Asia
- Zentrale Projektevaluierung - Auf einen Blick. Nachhaltige und klimasensible Landnutzung für die wirtschaftliche Entwicklung in Zentralasien
- Central Project Evaluation. Regional Programme for Sustainable and Climate-Sensitive Land Use for Economic Development in Central Asia. Evaluation report
- Central Project Evaluation - at a glance. Regional programme on integrative and climate-sensitive use of land resources
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Zentralasien besteht zu 80 Prozent aus ariden Gebieten. Natürliche Ressourcen wie Weideflächen, Wälder und Wildtiere sind knapp und wurden durch unsachgemäße Nutzung erheblich belastet. Zudem ist die gesamte Region im weltweiten Vergleich überdurchschnittlich stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Wüsten- und Trockengebiete weiter ausbreiten. Damit gehen ein überdurchschnittlicher Temperaturanstieg sowie die Verknappung der Wasserressourcen einher. All diese Faktoren beschleunigen kurz- und mittelfristig die Degradierung der natürlichen Ressourcen und den Verlust von Biodiversität. Dies wiederum führt zu einer Verschärfung der Armut im ländlichen Raum. In Zentralasien mangelt es an einem Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Landnutzung sowie an der Umsetzung entsprechender Strategien. Die Regierungen der zentralasiatischen Länder haben diese Gefahren inzwischen erkannt, verfügen jedoch nicht über die Leistungsfähigkeit und die Ressourcen, die zur Lösung der genannten Problematik erforderlich sind.
Ziel
Landnutzer, staatliche Behörden und die Privatwirtschaft in Zentralasien führen integrierte und sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch nachhaltige Formen der Landnutzung unter besonderer Berücksichtigung des Klimawandels ein.
Vorgehensweise
Die Maßnahmen des Programms reichen von einer direkten Unterstützung der Gemeinden über sektorübergreifende politische Dialoge bis hin zur Förderung von grenzüberschreitenden Kooperationen und regionalen Partnerschaften. Das Programm umfasst die Arbeitsbereiche Wälder, Weideflächen, Umweltökonomie, Wissensmanagement, Umweltbildung und Sensibilisierung.
Wirkungen
In Kasachstan erarbeitet das Komitee Forst und Fauna des Ministeriums für Umwelt, Geologie und natürliche Ressourcen Mechanismen zur Entwicklung von privaten Aufforstungsinitiativen innerhalb des Landes. Die Maßnahmen zur Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Übergang zu einer umweltfreundlichen Wirtschaft werden durch Beratungsleistungen und Weiterbildungsveranstaltungen sowie durch die Mitwirkung bei der Analyse von internationalen und regionalen Erfahrungen unterstützt.
In Kirgisistan wird die Reform des forstwirtschaftlichen Sektors pilothaft umgesetzt. Dabei erproben Pilotunternehmen verschiedene Ansätze der Waldbewirtschaftung unter Einbindung der lokalen Gemeinden. Auf nationaler Ebene wird der Pilotierungsprozess von einem Koordinierungs- und Beratungsausschuss gesteuert, dem die zuständigen staatlichen Behörden, Entwicklungspartner und Vertreter*innen der Zivilbevölkerung angehören. Die Ergebnisse der Pilotphase dienen als Ausgangspunkt, um ein neues Reformkonzept für die Forstwirtschaft zu entwickeln. Auf Grundlage der durch die Pilotierung gewonnenen Erkenntnisse und mit der Unterstützung der GIZ wurde das mit 16 Mio. Euro betitelte und durch die GEF und die Weltbank kofinanzierte Projekt zum integrierten Management von Waldökosystemen gestartet.
In Tadschikistan wurden 2018 die aktualisierten Weiterbildungsmodule zur integrierten Waldbewirtschaftung entwickelt, getestet und mit Partnerorganisationen auf nationaler und lokaler Ebene diskutiert. Mit der Erarbeitung von lokalen Statuten ist die rechtliche Grundlage für das sogenannte Joint Forest Management (JFM) nun vollständig umgesetzt und dokumentiert, so dass sie auf weitere Gebiete übertragen werden kann.
In Turkmenistan laufen Vorarbeiten für eine pilothafte Umsetzung des 2015 verabschiedeten Gesetzes zu Weideflächen. Damit geht auch die Entwicklung einiger der wichtigsten normativen Dokumente einher. Darüber hinaus wird an Verbesserungen der Rechtsgrundlagen für den forstwirtschaftlichen Sektor gearbeitet. Die Erstellung von mehreren neuen normativen Dokumenten wird von dem turkmenischen Staatskomitee für Umweltschutz und natürliche Ressourcen koordiniert.
In Usbekistan haben Forstunternehmen in den Regionen Samarkand und Kaschka-Darja an zwei Orten Parzellen zu Demonstrationszwecken ausgewählt, auf denen im Rahmen eines Pilotprojekts Sanddorn angepflanzt wird. Diese Kulturpflanze bietet den Einheimischen die Möglichkeit, Rohstoffe für pharmazeutische Zwecke zu erzeugen sowie die Früchte der Pflanze zu verkaufen. In der Provinz Surxondaryo hat das Staatskomitee für Forstwirtschaft fünf Parzellen mit Pistazienbäumen zu Demonstrationszwecken bereitgestellt. Ortsansässige mit Pachtverträgen von Forest Enterprise können sowohl die Quantität als auch die Qualität ihrer Pistazienernte steigern und somit ihr Einkommen verbessern.
Auf der Grundlage von mehr als 10 Jahren Erfahr auf dem Gebiet des Managements der natürlichen Ressourcen in Zentralasien wird ein konzeptioneller Rahmen für die Ansätze einer integrativen Landbewirtschaftung (Integrative Land Use Management Approaches, ILUMA) erarbeitet.
Projektbeschreibung (EN)
Context
80 per cent of the territory of Central Asia is arid land. Natural resources such as pastureland, forests and wildlife are scarce and have been placed under considerable strain due to inappropriate exploitation. Moreover, the whole region is suffering more than most other regions of the world from the consequences of climate change. Continued expansion of deserts and arid areas is predicted, along with above average temperature increases and water shortages. All these increase the further degradation of natural resources and biodiversity in the short and medium term. This, in turn, serves to aggravate poverty in rural areas. The region is affected by a lack of application of strategies for, and awareness about sustainable land use. The governments have now understood the dangers, but lack the capacities and resources to solve the land-use problems.
Objective
Land users, government agencies and the private sector in Central Asia have adopted integrated, economically and ecologically sustainable forms of land use, taking climate change into account.
Approach
The programme’s activities range from direct support for communities and inter-sectoral policy dialogue to the promotion of cross-border cooperation and regional partnerships. Forests, pastures, environmental economics, knowledge management, environmental education and awareness raising are the areas of programme work.
Results
In Kazakhstan, the Committee of Forestry and Wildlife of the Ministry of Ecology, Geology and Natural Resources is elaborating mechanisms for the development of private forestation in the country. The work on improvement of the legislative framework for the transition to a green economy is being supported through consulting services, training sessions and assistance in studying international and regional experiences.
In Kyrgyzstan, piloting of the forest sector reform aimed at the testing of various approaches to forest management at the level of pilot forestry enterprises with the participation of local communities is being conducted. At the national level, the Coordination and Consultative Council comprised of relevant government agencies, development partner organizations and civil society representatives coordinate the piloting process. Results of piloting will serve as a basis for development of a new concept of forest sector reform. Based on the piloting lessons learnt and with GIZ support, the GEF and World Bank-supported 16 million US dollars project on integrated management of forest ecosystems has been launched.
In Tajikistan, the updated Integrated Forest Management Training Modules were developed in 2018, tested and discussed with partner organizations on the national and local levels. With the development of local bylaws, the legal basis for JFM is now fully in place and documented so that it can be rolled out in additional areas.
In Turkmenistan, preparatory work for the piloting of the law "On pastures", which was approved in 2015, is in process, with the subsequent development of a number of the most important normative documents. Improvement of the legislative base of the forest sector is also in process. A number of new normative documents are coordinated by the State Committee of Turkmenistan for Environmental Protection and Land Resources.
In the regions of Samarkand and Kashkadarya in Uzbekistan, forest enterprises have allocated two areas to pilot plantations of sea buckthorn to serve as demonstration plots. With this crop, local people can earn additional income by producing raw materials for pharmaceutical purposes, and by selling its fruits. In the Surkhandarya region, the State Committee on the Forestry of Uzbekistan allocated five areas as demonstration plots with pistachio trees. Local people with land lease agreement from Forest Enterprise can increase the quantity and quality of their harvest of pistachios and increase their income accordingly.
A conceptual framework on Integrative Land Use Management Approaches (ILUMA) which is based on more than 10 years of experience of natural resource management in the Central Asia, is being elaborated.