Förderung von Unternehmens- und Finanzdienstleistungen

Projektdetails

  • Projektnummer:2017.2063.0
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 1300 Südliches Afrika
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Namibia

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Unternehmen in Namibia realisieren Wachstumspotenziale

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministry of Industrialization and Trade

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    25 500 000 Euro
  • Aktuelles Projekt:13 500 000 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2013.2181.9

    Programm zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der namibischen Wirtschaft

Nachfolger-Projekt

  • 2021.2093.9

    Förderung von Unternehmens- und Finanzdienstleistungen in Namibia

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    24.02.2014 - 31.12.2025
  • Aktuelles Projekt:01.04.2018 - 04.01.2023

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

    Signifikantes Nebenziel

  • Handelsentwicklung

    Hauptziel

CRS-Schlüssel

    25010 Geschäftspolitik und -verwaltung

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation

Zwar stuft die Weltbank Namibia 2017 mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 5.230 US-Dollar pro Jahr als „Land mit mittlerem Einkommen im oberen Bereich" ein, doch befindet sich das Land in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. So ist die namibische Volkswirtschaft in den Jahren 2017 und 2018 um 0,95 Prozent bzw. 0,1 Prozent geschrumpft – eine Entwicklung, die sich 2019 fortgesetzt hat. Die inländische Wertschöpfung ist gering, und die Rohstoffe, die das Land ausführt, werden in der Regel unverarbeitet exportiert, während Fertigerzeugnisse und Konsumgüter eingeführt werden müssen. Die Arbeitslosenquote lag 2018 bei 33,4 Prozent und für junge Namibier*innen zwischen 15 und 34 Jahren bei 46,1 Prozent. Hinzu kommt eine äußerst ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen. So müssen 13,4 Prozent der namibischen Bevölkerung mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen.

Zur Bekämpfung der Armut gilt es, das Wirtschaftswachstum zu steigern, die inländische Wertschöpfung zu stärken und private Investoren zu gewinnen. Unternehmen, die in Namibia tätig werden wollen, stehen derzeit vor mehreren Herausforderungen: Die Binnennachfrage ist aufgrund der geringen Kaufkraft der Bevölkerung schwach. Erschwerend hinzu kommen die Größe des Landes und, damit verbunden, die geringe Bevölkerungsdichte. Darüber hinaus steht Namibia innerhalb einer Zollunion (SACU) im direkten Wettbewerb zu der industrialisierten Wirtschaft des Nachbarlandes Südafrikas, das gleichzeitig der wichtigste Handelspartner des Landes ist. Für Unternehmen in Namibia ist der Zugang zu Finanzierungslösungen schwierig, da vergleichsweise wenige Finanzdienstleister Produkte für die Bedarfe von Kleinst-, Klein- und mittelgroßen Unternehmen (KKMU) im Portfolio haben. Die vergleichsweise guten Rahmenbedingungen für Investitionen – das Land kann Rechtssicherheit, stabile demokratischen Strukturen und eine solide Geld- und Finanzpolitik vorweisen – werden derzeit von verschiedenen Aspekten überschattet, wie z. B. der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Namibias durch internationale Ratingagenturen, der Diskussion um den New Equitable Economic Empowerment Framework (NEEEF), die Bodenreform oder den Rückzug der Schwenk-Gruppe mit dem Verkauf von Ohorongo Cement.

Vor diesem Hintergrund fällt es den Unternehmen in Namibia schwer, ihr Wachstumspotenzial zu nutzen und zum übergreifenden namibischen Entwicklungsplan „Vision 2030" beizutragen. In diesem Entwicklungsplan wird das Bild eines „wohlhabenden und industrialisierten Namibia" gezeichnet, das „von seinen Menschen entwickelt wird", in dem das „Wohl der Menschen" im Vordergrund steht und das ein „gerechtes und ausgewogenes Wachstum mit einer florierenden Industrie" anstrebt.
Zur Realisierung der Vision 2030 und zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der namibischen Wirtschaft wurden in den letzten Jahren die Industriestrategie für den Zeitraum 2012-2030, die Umsetzungsstrategie „Growth at Home" (2015-2020), die Strategie für den namibischen Finanzsektor (2011-2021), die KMU-Finanzierungsstrategie (2018-2021), die Politik zur Förderung von KKMU (2016-2021) und der aktuelle nationale Entwicklungsplan NDP5 (2017-2022) formuliert. Der Schwerpunkt des 5. Nationalen Entwicklungsplans liegt auf der Industrialisierung des Landes im Sinne eines Strukturwandels sowie der Diversifizierung der Wirtschaft. Dazu gehören die Steigerung der Wertschöpfung bei vorhandenen Produkten und Sektoren sowie die Entwicklung des Humankapitals durch Bildung und Qualifizierungsmaßnahmen.

Ziel

Namibische Unternehmen schöpfen ihr Wachstumspotenzial aus.

Vorgehensweise

Das Programm „Förderung von Unternehmens- und Finanzdienstleistungen für eine Transformation der Wirtschaft" (ProBATS) ist ein deutsch-namibisches Projekt der technischen Zusammenarbeit für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Dabei arbeitet das Projekt mit seinen Partnerministerien, dem Ministerium für Industrialisierung, Handel und KMU-Entwicklung (MITSMED) sowie dem Finanzministerium (MoF) eng zusammen. ProBATS ist das Nachfolgeprojekt des Projekts Promotion of Competitiveness of the Namibian Economy (ProCOM). Während ProCOM die namibische Regierung bei der Entwicklung verschiedener Politik- und Strategiepapiere unterstützt hat, konzentriert sich ProBATS auf die Umsetzung dieser Strategien zur Entwicklung der Privatwirtschaft und der Finanzsysteme, um so das Unternehmenswachstum und den damit verbundenen Anstieg von Beschäftigung und Einkommen zu fördern.

Das Projekt besteht aus zwei Komponenten:

(1) Mit der Komponente „Förderung des Privatsektors" setzt das Projekt Wachstumsstrategien für ausgewählte Industrien um und sorgt dafür, dass die Dienste zur Unterstützung der Unternehmen bei der Geschäftsentwicklung bedarfsgerecht verbessert werden. Darüber hinaus soll das Namibian Investment Centre (NIC) bei der Gewinnung von weiteren privaten Investoren unterstützt werden. Dazu werden die im Rahmen des Vorgängerprojekts ProCOM entwickelten Wachstumsstrategien für ausgewählte Branchen umgesetzt.

(2) Mit der Komponente „Entwicklung des Finanzsystems" verschafft das Projekt den KKMU des Landes einen besseren Zugang zu Finanzierungslösungen. Im Rahmen der Strategie für den Finanzsektor arbeitet das Vorhaben mit der Namibian Development Bank (DBN), der Bank of Namibia (BoN) und der Namibia Financial Institutions Supervisory Authority (NAMFISA) an der Beseitigung der Finanzierungsengpässe, mit denen sich namibische Kleinunternehmen konfrontiert sehen. Darüber hinaus leistet das Projekt einen Beitrag zur Verbesserung der Regulierung des Finanzsektors sowie zur Stärkung der Finanzkompetenz von KKMU. Ferner fördert das Vorhaben die Weiterentwicklung des Verbraucherschutzes und stärkt zu diesem Zweck insbesondere die Transparenz im Finanzsektor. Die beiden Komponenten „Förderung des Privatsektors und „Entwicklung des Finanzsystems" werden komplementär dazu genutzt, um im Rahmen der Growth-at-Home-Strategie neue Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen und für die Umsetzung von sektoralen Wachstumsstrategien nutzbar zu machen und die Bankfähigkeit von KKMU durch leistungsfähigere Unterstützungsdienste zu verbessern.

Wirkung

Es wurden verschiedene Dialogformate zwischen der Privatwirtschaft in ausgewählten Wertschöpfungsketten und Vertreter*innen öffentlicher Institutionen zur Umsetzung von Sektorstrategien eingerichtet. Dadurch wurden insbesondere folgende Wirkungen erzielt:

• Entwicklung und Einführung einer neuen, effizienten und umweltfreundlichen Technologie (Pyrolyse) zur Steigerung der Kapazität, Effizienz und Nachhaltigkeit der Holzkohleproduktion.

• Verbesserung der Exportfähigkeit der Kosmetikindustrie und Teilnahme an internationalen Fachmessen, Verkaufsausstellungen und Konferenzen.

• Vorbereitung auf die Wiederaufnahme der Ausfuhr von Wildfleisch in die Europäische Union (EU).

• Entwicklung der „Mine Stone"-Initiative, bei der die in Namibia geförderten Edelsteine zu hochwertigen Produkten weiterverarbeitet werden, um einen möglichst großen Teil der Wertschöpfung im Land zu halten. Weitere Schwerpunkte der Initiative sind Transparenz und Nachhaltigkeit.

• Darüber hinaus hat ProBATS ein elektronisches System eingeführt, mit dem die Umsetzung der Growth-at-Home-Strategie dokumentiert, gesteuert und überwacht wird. Mit diesem System kann das MITSMED aktuelle Informationen über alle bisherigen und laufenden Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen abrufen und bereitstellen.

• Die Verfahren zur Eintragung von Unternehmen wurden durch die Einführung einer Online-Eintragung bei der Business and Intellectual Property Authority (BIPA) digitalisiert und beschleunigt.

• Die namibische Entwicklungsbank DBN hat mit Unterstützung von ProBATS mit der Umsetzung der KMU-Finanzierungsstrategie begonnen, wobei das Kreditbürgschaftsprogramm und das Mentoring- und Coaching-Programm bis Ende 2019 öffentlich zur Verfügung stehen sollen.

• Die Financial Literacy Initiative hat in drei Regionen Start-up-Festivals ausgerichtet und damit mehr als 1.000 Start-ups, KKMU und potenzielle neue Unternehmen mit Maßnahmen zur Verbesserung der finanziellen Bildung erreicht.

• Pitching for Business Funding hat Finanzmanagement-Schulungen für die Vertreter*innen von mehr als 160 KKMUs durchgeführt. Davon wurden 40 mit insgesamt 256.000 namibischen Dollar gefördert, um besonders gute Geschäftsideen zu realisieren bzw. weiterzuentwickeln.

• Das Projekt hat die One-Economy Foundation bei der Entwicklung und Einführung eines unbesicherten Gruppenkredits für KKMUs unterstützt, die ansonsten keine Möglichkeit haben, formale Finanzierungslösungen in Anspruch zu nehmen
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context

Although the World Bank classifies Namibia as a "Higher-middle-income Country" in 2017 with a per capita income of 5,230 US dollars, the country is in an economically difficult situation. In 2017 and 2018, the Namibian economy recorded negative GDP growth rates of 0.95 per cent and 0.1 per cent, respectively, continuing in 2019. Local value added is low, Namibia's raw materials are exported unprocessed, while finished products and consumer goods are imported. The unemployment rate was 33.4 per cent in 2018 and 46.1 per cent for young Namibians between15 and 34 years old. In addition, there is an extremely unequal distribution of income and wealth, whereby 13.4 per cent of the Namibian population live on less than 1.90 US dollars a day.
The promotion of economic growth through local value creation and private investment is necessary to improve the situation. Companies wishing to become active in Namibia currently face several challenges. There is a weak domestic demand due to the low volume of the local market and a large geographical expansion. In addition, Namibia is in direct competition, within a Customs Union (SACU), with South Africa's industrialised economy, which is also its most important trading partner.
Access to finance is difficult for enterprises in Namibia because the number of financing providers for micro, small and medium-sized enterprises (MSMEs) is comparatively small. In addition, MSMEs only have limited access to financial products that meet their needs. Namibia's comparatively good framework conditions for investments in the form of legal certainty, stable democratic structures and sound monetary and financial policy are currently overshadowed by various aspects, such as the downgrading of Namibia's credit rating by international rating agencies, the discussion about NEEEF (New Equitable Economic Empowerment Framework) and land reform, or the withdrawal of the Schwenk Group with the sale of Ohorongo Cement.

Against this background, companies in Namibia have difficulties in exploiting their growth potential and contributing to the over-arching Namibian development plan "Vision 2030", which describes a "prosperous and industrialised Namibia" developed by its "human resources", emphasising the "well-being of the people" and aiming for "equitable and balanced growth, with a growing industrial sector".

In line with Vision 2030 and the Promotion of Competitiveness of the Namibian Economy (ProCOM) support, the industrial policy (2012-2030), the implementation strategy "Growth at Home" (2015-2020), the Namibian financial sector strategy (2011-2021), the SME financing strategy (2018-2021), the policy to promote MSMEs (2016-2021) and the current National Development Plan NDP5 (2017-2022) have been formulated in recent years. The National Development Plan 5 places particular emphasis on industrialisation in the sense of structural change and diversification of the economy. This includes increasing the added value of existing products and sectors and developing human capital through education and training.

Objective

Businesses in Namibia realise their growth potential.

Approach

The Promotion of Business Advisory and Economic Transformation Services (ProBATS) programme is a joint Namibian-German technical cooperation project for sustainable economic development with its partner ministries, the Ministry of Industrialisation, Trade and SME Development (MITSMED) and the Ministry of Finance (MoF). It is the follow-up project to the ProCOM project. While ProCOM supported the Namibian government in the development of various policy and strategy papers, ProBATS focuses on the implementation of these strategies in the field of private sector development and the development of financial systems in order to promote business growth and the associated increase in employment and income.

The project consists of two components:

(1) The promotion of the private sector aims to implement growth strategies for selected industry sectors and to ensure that business development support services are improved in line with needs. Furthermore, the Namibian Investment Centre (NIC) is to be supported in attracting additional investments in the private sector. The growth strategies for selected sectors developed in the predecessor project ProCOM are implemented in this project.

(2) The development of financial systems promotes access to finance for MSMEs. Together with the Namibian Development Bank (DBN), the Bank of Namibia (BoN) and the Namibia Financial Institutions Supervisory Authority (NAMFISA), existing financing bottlenecks for small enterprises are eliminated in line with the financial sector strategy. In addition, the project is working on improving the regulation of the financial sector and promoting financial competence for MSMEs. Further efforts are being made to improve consumer protection, including transparency in the financial sector. The two components of private sector promotion and financial system development will be used in a complementary manner to open up access to financing opportunities for the implementation of sector growth strategies as part of the Growth at Home strategy and to improve the bankability of MSMEs through improved support services.

Results

Establishment of dialogue formats between the private sector in selected value chains and representatives of public institutions for the implementation of sector strategies. In particular, the following results are to be highlighted:

• Development and introduction of new, efficient and environmentally friendly technology (pyrolysis) to increase capacity, efficiency and sustainability in the production of charcoal;

• Improving the export capability of the cosmetics industry and participation in international trade fairs, sales exhibitions and conferences;

• Preparations for resumption of game meat exports to the European Union (EU);

• Development of a "Mine Stone" initiative with a series of gemstone products whose added value lies entirely in Namibia and which also addresses transparency and sustainability.

• In addition, ProBATS has established an electronic system for mapping, managing and tracking the implementation of the Growth at Home strategy, which enables MITSMED to receive and provide up-to-date information on all its past and ongoing business support activities.

• Company registration processes have been digitised and accelerated through the introduction of an online registration process with the Business and Intellectual Property Authority (BIPA).

• The Namibian development bank DBN, supported by ProBATS, has started implementing the SME financing strategy, with the loan guarantee programme and the mentoring and coaching programme to be open to the public by the end of 2019.

• The Financial Literacy Initiative organised start-up festivals in three regions and reached more than 1,000 start-ups, MSMEs and potential new companies with financial education.

• Pitching for Business Funding trained more than 160 MSMEs in financial management, of which 40 received 256,000 Namibian dollars in total to launch or develop the best business ideas.

• The project supports the One-Economy Foundation in developing and introducing a collateral-free group loan for MSMEs that otherwise have no access to formal financing.