Friedensfonds "Vivir la Paz"
Fondo Vivir la Paz
Projektdetails
- Projektnummer:2016.2196.0
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 2C00 Lateinamerika, Karibik
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Kolumbien
Zusammenfassung
- Ziele:
Für eine durch die Bevölkerung erfahrbare Umsetzung des Friedensprozesses in den Regionen sind nachweisbare Impulse gesetzt
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Agencia Presidencial de Cooperación Internacional de Colombia
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:3 173 000 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2012.2507.7
Innovationsfonds als Beitrag zur Friedensentwicklung
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 04.10.2013 - 31.08.2019 - Aktuelles Projekt:08.05.2017 - 31.08.2019
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Hauptziel
CRS-Schlüssel
15220 Zivile Friedensentwicklung, Krisenprävention und Konfliktlösung
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Kolumbien steht vor einer großen Herausforderung: Staat und Gesellschaft müssen das Friedensabkommen umsetzen, das die Regierung und die linke Guerillagruppe FARC 2016 geschlossen haben – nach rund 50 Jahre andauerndem bewaffneten Konflikt, mithilfe internationaler Vermittlung. Das Friedensabkommen wurde im zweiten Anlauf, nach Änderungen, mit knapper Mehrheit vom Parlament angenommen. Zuvor war es in einer Volksabstimmung abgelehnt worden. Das Friedensabkommen muss nun in fünf festgelegten Bereichen eingelöst werden:
1. Integrale Landreform
2. Förderung politischer Teilhabe von Bürgern und Zivilgesellschaft
3. Waffenstillstand und Entwaffnung der Rebellen
4. Überwindung des Problems unzulässiger Drogen
5. Opferentschädigung
Wegen des anhaltend mangelnden Vertrauens der Bürger in den Staat ist es wichtig, möglichst zügig spürbare Ergebnisse zu erzielen. Die soziale Ungleichheit im Land ist weiterhin groß, Gewalt noch immer weit verbreitet. Darüber hinaus konnte mit der kleineren Guerillagruppe ELN noch kein Friedensabkommen geschlossen werden und nicht alle ehemaligen FARC-Kombattanten sind der vereinbarten Entwaffnung bisher gefolgt.
Damit der potenzielle Mehrwert des Friedensabkommens für den Friedensprozess sichtbar werden kann, müssen unter anderem positive Veränderungen für die Bevölkerung spürbar werden. Bislang fehlen jedoch Möglichkeiten, damit sich die Menschen mit Ideen und Projekten an der Umsetzung des Friedensabkommens beteiligen können. Gleichzeitig sind die Ressourcen der Zivilgesellschaft, auch finanziell, zu begrenzt, um eigene Projekte durchzuführen.
Ziel
Die Bedeutung des Friedensabkommens für den Friedensprozess ist für die Bevölkerung deutlich erfahrbar.
Vorgehensweise
Der Fonds konzentriert sich auf die regionalen und lokalen Ebenen und arbeitet in zwei sich ergänzenden Handlungsfeldern: Es fördert Projekte sowie Ressourcen und Leistungsfähigkeit der Kooperationspartner. Friedensorientierte Akteure sollen so für den weiteren Weg gestärkt werden.
Der Fonds kann die Unterstützung der Projekte flexibel und am aktuellen Bedarf orientiert gestalten. Er steht zivilgesellschaftlichen und staatlichen Organisationen offen und ist thematisch auf das Friedensabkommen bezogen. Zweimal im Jahr werden die Schwerpunkte für Ausschreibungen entwickelt. Das Komitee mit Vertretern der deutschen Botschaft, der GIZ und des kolumbianischen Partners wählt anhand definierter Kriterien Projektanträge aus, die mit bis zu 100.000 Euro für maximal zehn Monate gefördert werden.
Durch die Teilhabe der Zivilgesellschaft an der Umsetzung wird das Friedensabkommen für die Bevölkerung fassbarer. Dies trägt auch dazu bei, Vertrauen innerhalb der Gesellschaft aufzubauen – zwischen Ex-Kombattanten, Vertriebenen, Rückkehrenden, und Opfern – sowie zwischen Staat und Gesellschaft. Die geförderten Projekte werden unter anderem aufgrund nachhaltig angelegter Strategien ausgewählt, sodass sie potenziell über die Förderungsdauer hinaus wirken werden – in Allianzen mit anderen nichtstaatlichen und staatlichen Institutionen oder durch Zusammenwirken mit weiteren Projekten in Schwerpunktregionen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Damit Ergebnisse auch in anderen Regionen Wirkung entfalten können, werden Lernerfahrungen systematisiert und gezielt kommuniziert.
Wirkungen
Im Rahmen der ersten Ausschreibung zum Thema Opferrechte wurden fünf Projekte in drei Regionen des Landes darin unterstützt, systematisch nach verschwundenen Menschen zu suchen. Innerhalb von zehn Monaten dokumentierten sie insgesamt fast 500 neue Fälle von Verschwundenen. Sie schulten hunderte Familienangehörige darin, die Fälle zu rekonstruieren und nachzuverfolgen und begleiteten sie dabei psychologisch. Darüber hinaus wurden neue Suchstrategien mit forensischen, genetischen und digitalen Methoden erprobt. Die Ergebnisse wurden der neu geschaffenen Sucheinheit nach verschwundenen Personen übergeben.
Die Projekte der weiteren Förderrunden bearbeiten Themen der Versöhnung und des Zusammenlebens, der Friedenskommunikation sowie des (Selbst-)Schutzes von Aktivistinnen und Aktivisten sowie kollektive Wiedergutmachung.