Klimafreundliche integrierte Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Projektdetails

  • Projektnummer:2016.2101.0
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Albanien

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Das Abfallwirtschaftssystem ist unter besonderer Berücksichtigung von Klima-Aspekten verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministry of Tourism and Environment

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:3 000 000 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • 2018.2248.5

    Modernisierte, klimafreundliche Abfall- und Recyclingwirtschaft DKTI

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    19.08.2016 - 30.07.2023
  • Aktuelles Projekt:26.09.2016 - 30.03.2020

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

    Hauptziel

CRS-Schlüssel

    14050 Abfallwirtschaft und -entsorgung

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Nachdem Albanien 2014 Kandidatenstatus erlangt hat, ist das Ziel der EU-Mitgliedschaft die treibende Kraft hinter den aktuellen Entwicklungsanstrengungen des Landes. Entsprechend orientiert sich die Nationale Abfallwirtschaftsstrategie Albaniens für den Zeitraum 2010-2025 an EU-Standards. Mit mehreren Gesetzen und Richtlinien, darunter ein Gesetz über eine integrierte Abfallwirtschaft (2011) und ein Gesetz zur Förderung der Abfalltrennung (2014), wurde diese strategische Ausrichtung bereits in einen rechtlichen Rahmen überführt. Es besteht jedoch eine große Diskrepanz zwischen den rechtlichen Schritten auf der einen und der Realität auf der anderen Seite. Die Ursachen für diese Diskrepanz sind fehlende Ressourcen und Kapazitäten, mangelndes Fachwissen und eine unzulängliche Umweltbildung. Organische Abfälle enden mit dem restlichen Feststoffabfall auf schlecht geführten Mülldeponien. Dort führen sie zur Entstehung von Deponiegasen und Sickerwasser, die Wasser, Boden und sogar das Klima belasten. Das Verursacherprinzip wird nicht durchgesetzt und eine Abfallentsorgung mit Kostenausgleich ist nur in sehr wenigen Gemeinden Realität. Dieses unzulängliche Abfallwirtschaftssystem hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und auf die Umwelt. Da ihnen die Ressourcen fehlen, fühlen sich die meisten Gemeinden überfordert und nicht in der Lage, ihre Abfallentsorgung zu modernisieren.

Ziel
Das Abfallwirtschaftssystem in Albanien ist verbessert. Mit der Einführung der Kompostierung organischer Abfälle sowie einer Zunahme von Abfalltrennung und Recycling in den Gemeinden Himara, Peqin und Rrogozhina liegt der Schwerpunkt zunehmend auf den klimabezogenen Aspekten der Abfallwirtschaft.

Vorgehensweise
Zur Verbesserung der Abfallwirtschaft ist die aktive Unterstützung der Gesamtbevölkerung und der Privatwirtschaft erforderlich. Aus diesem Grund unterstreicht das Projekt die Bedeutung eines partizipativen Ansatzes mit breiter Bürgerbeteiligung, insbesondere der marginalisierten Gruppen, die in der informellen Sammlung wiederverwertbarer Abfälle tätig sind.
Das Projekt setzt auf nationaler Ebene an, wo insbesondere mit dem Ministerium für Tourismus und Umwelt zusammengearbeitet wird, sowie in den drei Partnergemeinden Himara, Peqin und Rrogozhina. Auf nationaler Ebene wird ein Beitrag zur Überarbeitung der Nationalen Abfallwirtschaftsstrategie sowie zur Stärkung sektorspezifischer Vorschriften geleistet, und es werden allgemeine Capacity-Building-Maßnahmen durchgeführt.
In den Partnergemeinden unterstützt das Projekt die Ausarbeitung und Umsetzung von Abfallwirtschaftsplänen. Außerdem wird gemeinsam mit nationalen und lokalen Akteuren an einem Finanzierungsplan gearbeitet, um die Kosten der Abfallwirtschaft zu decken.
Ein dritter Tätigkeitsbereich ist die Unterstützung der drei Partnergemeinden bei Mobilisierungsmaßnahmen, damit sich die Einwohner stärker mit den neuen Konzepten einer integrierten Abfallwirtschaft auseinandersetzen. Dazu gehören Informationskampagnen, mit denen Abfalltrennung, Kompostierung und die Akzeptanz von Abfallgebühren gefördert werden sollen.
Seit 2017 führt Deutschland die Geberrunde im albanischen Abfallsektor und wird dabei intensiv durch das Projekt unterstützt. Es umfasst eine enge Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau, die die deutsche Finanzhilfe für die Abfallwirtschaft bereitstellt, sowie Kooperationen mit anderen internationalen Entwicklungspartnern.

Wirkung
Die überarbeitete Nationale Strategie für eine Integrierte Abfallwirtschaft wurde im November 2017 vorgelegt. Kommunale Abfallwirtschaftskonzepte für die Gemeinden Himara, Peqin und Rrogozhina wurden in 2018 bzw. 2019 von den jeweiligen Stadträten bestätigt. Die Arbeitspläne dieser Konzepte werden seit 2018 umgesetzt. Dazu gehören Maßnahmenfür die getrennte Sammlung und Verarbeitung von Recyclinggütern aus Metall, Papier oder Kunststoff. Seit 2018 werden in Himara und Rrogozhina Anlage zur Stabilisierung von Siedlungsabfällen bzw. zur Kompostierung aufgebaut. Diese Anlagen sollen noch Ende 2019 ihren Betrieb aufnehmen. 2018 wurden in den dreiPartnergemeinden 17 Sensibilisierungskampagnen durchgeführt. Ein Beispiel dafür ist eine Kampagne zum Ersatz von Plastiktüten durch Stoffbeutel beim Einkaufen.
Außerdem wurden auch in 2018 speziell zugeschnittene Schulungen für die albanischen Projektpartner realisiert. 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Having attained candidate status in 2014, Albania's aspiration to achieve EU membership is now the driving force behind the country’s current development efforts. Accordingly, Albania’s National Waste Management Strategy for 2010–2025 is oriented toward EU standards. Several laws and directives have already converted that strategic orientation into a legal framework, including a law on the integrated management of waste (2011) and a law to promote the separation of waste (2014). However, a large discrepancy remains between these legal steps on the one hand, and reality on the other. The wide gap is caused by shortcomings in resources, capacities, technical knowledge and environmental education. Organic waste is deposited in poorly managed landfills as part of the overall solid waste. There it generates landfill gases and leachate that pollute water, soil and even the climate. The polluter-pays principle is not enforced and cost-recovering services are a reality in just a very few municipalities. This inadequate waste management system has negative impacts on people’s health and the environment. Because of their lack of resources, most municipalities feel over-burdened by the need to modernise their services.

Objective
The solid waste management system in Albania has improved. There is a greater focus on climate-related aspects of waste management, with the introduction of composting of organic matter, and increased waste separation and recycling in the municipalities of Himara, Peqin and Rrogozhina.

Approach
Improving the management of solid waste requires the active support of the wider population and of private businesses. For this reason, the project underscores the importance of a participatory approach with broad-based civic involvement, especially including the marginalised groups engaged in the informal collection of recyclable waste.
The project operates at national level, where it cooperates in particular with the Ministry of Tourism and Environment, and in three partner municipalities (Himara, Peqin and Rrogozhina). At the national level, it contributes to a review of the National Waste Management Strategy as well as the strengthening of sector regulations, and it carries out general capacity development activities.
In the partner municipalities, the project supports the drafting and implementation of waste management plans. It is also working with both national and local actors to develop a financing plan to cover the costs of waste management operations.
In a third area of activity, the project assists the three partner municipalities in mobilising their residents to get them more involved in the new concepts of integrated solid waste management. This entails information campaigns to encourage waste separation and composting, and the acceptance of fee payments.
Since 2017, the project has also been contributing to Germany’s position as the lead donor in this sector. It cooperates very closely with KfW development bank, which is responsible for delivering German financial assistance for solid waste management, and it works with other international development partners.

Results
The revised National Strategy for Integrated Waste Management was presented in November 2017. Municipal waste management concepts for Himara, Peqin and Rrogozhina were confirmed in 2018 and 2019 by the respective city councils. The work plans of these concepts have been implemented since 2018. This includes measures for the separate collection and processing of metal, paper or plastic recyclables. Since 2018, plants for the stabilization of municipal waste and for composting have been set up in Himara and Rrogozhina. These systems are scheduled to start operation at the end of 2019. In 2018, 17 awareness-raising campaigns were carried out in the three partner municipalities. An example of this is a campaign to replace plastic bags with fabric bags for shopping. In addition, specially tailored training courses for the Albanian project partners were also realized in 2018.