Unfallversicherung für Arbeitnehmer/-innen im Textil- und Ledersektor

Projektdetails

  • Projektnummer:2016.2051.7
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 2B00 Asien II
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Bangladesch

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Existierende Ansätze zur Prävention, Rehabilitation und Kompensation, welche die Grundlage der Entwicklung einer gesetzlichen Unfallversicherung bilden sind weiterentwickelt.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministry of Labour and Employment (MoLE)

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:5 620 575 Euro

Kombifinanzierung

  • Ministry of Foreign Affairs (MFA/DGIS) Niederlande (ab 01.01.2012): 1 009 612Euro

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • 2021.2114.3

    Sozial Sicherung für Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer im Textil- und Ledersektor

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    15.06.2016 - 31.12.2026
  • Aktuelles Projekt:01.01.2017 - 06.02.2023

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    16010 Soziale Sicherung

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der bangladeschischen Textil-, Bekleidungs-, und Lederindustrie sind täglich den unterschiedlichsten Arbeits-, Sicherheits-, und Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Die genaue Zahl der Arbeitsunfälle und berufsbedingten Erkrankungen kann jedoch nicht genau quantifiziert werden, da verlässliche Statistiken fehlen. Ein weiterer Grund für die schlechte Datenbasis ist, das die Arbeitgeber ihrer Meldepflicht für Arbeitsunfälle und berufsbedingte Erkrankungen weitestgehend ignorieren. Durch Fabrikunglücke wie den Einsturz des Rana Plaza Komplexes im April 2013 und den Brand in der Fabrik von Tazreen Fashions im November 2012 sind die zum Teil verheerenden Bedingungen unter denen die Textilarbeiter/-innen in Bangladesch arbeiten ins Blickfeld der internationalen Aufmerksamkeit gerückt.
Obwohl die Regierung vereinzelt gesetzliche Regelungen in den Bereichen Prävention, Rehabilitation und Kompensation eingeführt hat, fehlt nach wie vor eine umfassende Strategie, um die Arbeitnehmer/-innen gegen die Risiken am Arbeitsplatz abzusichern. Hinzu kommt, dass trotz der bestehenden zivilrechtlichen Haftung nur wenige Unternehmen ihren rechtlichen Verpflichtungen nachkommen. Grund hierfür ist unter anderem, dass die verantwortlichen Regierungsstellen nicht ausreichend Möglichkeiten und Ressourcen besitzen, um die gesetzlichen Regelungen durchzusetzen.
Die Regierung von Bangladesch ist sich der Probleme bewusst und plant die Einführung einer gesetzlichen Unfallversicherung, welche die drei Säulen Prävention, Rehabilitation und Kompensation abdeckt. Da die für die Einführung notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen, administrativen Verwaltungsstrukturen und organisatorischen Prozesse noch nicht in Kraft sind, unterstützt das GIZ-Projekt, die bangladeschische Regierung dabei, die die Einführung einer Unfallversicherung, die den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) entspricht, zu initieren.
Die Zielgruppe des Projektes sind zunächst die ca. 5 Millionen Arbeitnehmer/-innen aus der bangladeschischen Textil-, und Bekleidungs-, und Lederindustrie. Der Großteil der Belegschaft in diesen Branchen besteht aus gering qualifizierten Frauen die für einen minimalen Monatslohn arbeiten. Langfristig soll die Unfallversicherung auf die ca. 7.3 Millionen Arbeitnehmer/-innen mit formellen Arbeitsverträgen aus weiteren verarbeitenden Industrien ausgeweitet werden.
Ziel
Ziel des Projektes ist es, für die Arbeitnehmer/-innen der bangladeschischen Textil, Bekleidungs-und Lederindustrie ein Unfallversicherungssystem zu etablieren, welches diese langfristig gegen die gesundheitlichen und finanziellen Konsequenzen von Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen absichert. Gleichzeitig trägt eine umfassende Unfallversicherung über Präventionsmaßnahmen zu einer Verringerung der Zahl von Arbeitsunfällen bei.

Vorgehensweise
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland (BMZ) und die Botschaft des Königreichs der Niederlande in Bangladesch gefördert. Es unterstützt die Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen, fördert den Dialog über den Nutzen von Unfallversicherungssystemen für die Beschäftigten und die Arbeitgeber. Außerdem unterstützt das Projekt den Aufbau der Institution, die künftig die Aufgaben des zentralen Versicherungsträgers übernehmen soll. Das Projekt arbeitet hierfür eng mit der ILO sowie weiteren Entwicklungspartnern und der Zivilgesellschaft zusammen. Die Kooperation mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) dient dem Wissenstransfer von deutscher Expertise im Bereich Unfallversicherung und trägt damit zur Kapazitätsentwicklung der Akteure vor Ort bei.
Das Projekt wirkt auf eine flächendeckende gesellschaftliche Akzeptanz der Einführung eines umfassenden Unfallversicherungssystems hin. Es berät daher nicht nur das Ministerium für Arbeit und Beschäftigung bei der Politikgestaltung, sondern thematisiert die Fragestellung auch in einem erweiterten beratenden Gremium unter Beteiligung von Regierungs- sowie von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen, um einen tragfähigen Konsens zu erreichen.
Die Bündelung der Bereiche Prävention, Rehabilitation und Kompensation unter einem Dach führt zu einem erhöhten Anreiz für Präventionsmaßnahmen und somit zu einer Senkung der Unfallzahlen. Durch die Unterstützung bei der Einführung eines umfassenden Unfallversicherungssystems, trägt das Projekt mittel- bis langfristig zu einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Bangladesch und zu einem umfassenden Schutz der Arbeiter/-innen vor Gefahren am Arbeitsplatz bei. Das Projekt spielt daher eine aktive Rolle bei der Verwirklichung wirtschaftlicher und sozialer Rechte für Arbeiter/-innen in Bangladesch.

 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Tragic events, such as the collapse of the Rana Plaza factory building in April 2013 or the factory fire at Tazreen Fashions in November 2012, have directed international attention to the precarious working conditions in Bangladesh’s textiles sector.

Day in, day out, the people who work in the garment and leather sectors are exposed to a wide range of health and safety risks that impact on their well-being and employability. The number of workplace injuries and occupational diseases in Bangladesh cannot be quantified exactly due to a lack of reliable statistics. There are however only a few instances of mandatory reporting on workplace accidents and occupational diseases.

Revised in 2013, the Bangladesh Labour Act did a lot to improve trade union representation and workplace safety. However, comprehensive social protection for employees has not yet been achieved. In the export-oriented industries (textiles, clothing and leather industries) especially, several measures have been rolled out to improve workplace safety (prevention).

Compensation after an accident at the workplace or in the event of an occupational disease still depends on whether the employer is deemed liable under civil law. The injured parties, however, have virtually no chance of asserting their claims. Before any compensation is paid out, the question of fault has to be resolved – a process that often hampers timely payouts to the people affected.

All in all, employees are not adequately protected against workplace accidents. The basic approaches currently in existence are fragmented, inefficient and their implementation is not sufficiently monitored. The Ministry of Labour and Employment plans to develop these approaches and merge them into a comprehensive statutory employment injury protection and rehabilitation scheme. However, the launch of a statutory one-stop scheme that includes prevention, rehabilitation and compensation, cannot go ahead as yet, as the necessary legal and institutional foundations are still not in place.

Objective
The partners harness the new legislation, structures and processes to introduce a statutory employment injury protection and rehabilitation scheme.

Approach
The project aims to prepare a statutory occupational accident insurance scheme in Bangladesh and to assist its partners with the development of an invoicing system and the administrative structures and processes required for this purpose. To achieve its objectives, the project seeks to cooperate closely with the International Labour Organization (ILO) and to align its activities with ILO-driven support for a national employment injury protection and rehabilitation scheme. Finally, the project also seeks to collaborate with an established social insurance organisation in a bid to set up a corresponding insurance agency.