Arbeitsmarkt und berufliche Bildung für syrische Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden (ISP ÜH)

Projektdetails

  • Projektnummer:2016.1852.9
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 3300 Naher und Mittlerer Osten 1
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Türkei

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Der Zugang von syrischen Flüchtlingen und der türkischen Bevölkerung in aufnehmenden Gemeinden zu angepassten und verbesserten Angeboten der beruflichen Bildung und Beschäftigungsförderung ist verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Türkische Behörde für Katastrophenschutz und Flüchtlingsbelange

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:9 484 300 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    31.03.2016 - 30.01.2020
  • Aktuelles Projekt:20.06.2016 - 30.01.2020

Sonstige Beteiligte

  • GFA Consulting Group GmbH

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    16020 Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 hat die Türkei mehr als 2,7 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen (Stand Juni 2016 laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR). Ihre dauerhafte Versorgung und Unterbringung stellt die öffentlichen Institutionen der Türkei vor große Herausforderungen.

Damit Flüchtlinge legal eine Arbeit aufnehmen können, hat die Türkei Anfang 2016 ihre Gesetzgebung geändert: Syrische Flüchtlinge können seither eine Arbeitserlaubnis und Zugang zum Ausbildungssystem erhalten. Sie haben dadurch die Chance, von Hilfsempfängern zu aktiven Mitgliedern der türkischen Wirtschaft zu werden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder eine berufliche Qualifikation zu erwerben.

Bisher haben jedoch weder die Arbeitsmarktinstitutionen noch die Berufsschulen an die Bedarfe der Flüchtlinge angepasste Angebote. Vielen Flüchtlingen fehlen notwendige türkische Sprachkenntnisse. Durch den Krieg haben sie ihre Ausbildungen nicht abschließen können und ihre Zeugnisse verloren. Außerdem sind sie mit dem türkischen Arbeitsmarkt und den Beratungsangeboten nicht vertraut. Erschwerend kommt hinzu, dass die besonders betroffenen türkischen Grenzprovinzen schon vor dem Bürgerkrieg wirtschaftlich nicht besonders stark waren. Die Aufnahme von vielen Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt stellt die Provinzen deshalb vor besonders große Herausforderungen.

Ziel
Die syrischen Flüchtlinge und die türkische Bevölkerung in den Grenzprovinzen Sanilurfa und Gaziantep haben besseren Zugang zu beruflicher Bildung und Arbeitsmarktdienstleistungen.

Vorgehensweise
Das Projektziel wird durch Aktivitäten in drei Handlungsfeldern erreicht:
1.Gemeinsam mit ISKUR, der speziell für syrische Flüchtlinge zuständigen Abteilung der türkischen Arbeitsagentur, Nichtregierungsorganisationen und Partnern aus der Privatwirtschaft arbeitet das Projekt an der verbesserten Bereitstellung von Arbeitsmarktdienstleitungen. Dazu zählen beispielsweise die Unterstützung von Existenzgründungen sowie die Anpassung von Angeboten der Arbeitsvermittlung und der Berufsberatung an die Bedarfe der syrischen Flüchtlinge. Die Flüchtlinge sollen so besser in den türkischen Arbeitsmarkt integriert, die Abhängigkeit von Hilfsleistungen verringert und Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden.
2.Das Projekt unterstützt die Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen, die den syrischen Flüchtlingen Zugang zum türkischen Ausbildungssystem ermöglichen. Durch Sprach- und Angleichungskurse sollen sie auf eine Ausbildung im regulären Bildungssystem vorbereitet werden. Darüber hinaus werden Lehrer und Schulen durch Trainings in Konfliktbearbeitung und interkultureller Kompetenz gestärkt. Angebote zur psychosozialen Beratung werden entwickelt, um potenzielle Konflikte zwischen türkischen und syrischen Auszubildenden zu vermeiden und eine kompetente Betreuung auch traumatisierter Jugendlicher zu gewährleisten.
3.Im Rahmen von Cash-for-Work-Maßnahmen werden gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen und Institutionen direkte Einkommensmöglichkeiten für Flüchtlinge geschaffen. Die Beschäftigungsprogramme werden beispielsweise für die Rehabilitierung öffentlicher Einrichtungen und Anlagen sowie die Durchführung von Informationskampagnen und sozialen Initiativen genutzt.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Turkey has taken in more than 2.7 million refugees from neighbouring Syria since the start of civil war there in 2011 (source: UNHCR, June 2016). Providing for and housing these refugees in the long term is placing huge demands on Turkey’s public institutions.
At the beginning of 2016, Turkey amended its legislation so that refugees could legally take up employment. Syrian refugees are now able to obtain a work permit and gain access to the vocational education and training system. By earning a living or acquiring a professional qualification, refugees have the opportunity to become active members of the Turkish economy rather than remaining as aid recipients.
So far, however, neither the labour market institutions nor the vocational education and training colleges are offering services adapted to the needs of refugees. Many refugees do not have the necessary knowledge of Turkish. As a result of the war they were unable to complete their training and are no longer in possession of their course certificates. Furthermore, they are not familiar with the Turkish labour market and the available advisory services. This situation is compounded by the fact that, even before the civil war, the most significantly affected Turkish border provinces were already economically weak. Absorbing a large number of refugees into the labour market therefore poses a major challenge for these provinces.
Objective
Syrian refugees and the local Turkish population in the border provinces of Sanliurfa and Gaziantep have better access to vocational education and training and to labour market services.
Approach
The project objective is being achieved by means of activities in three different areas.
1. The project is working in collaboration with ISKUR (the department of the Turkish Employment Agency with special responsibility for Syrian refugees), non-governmental organisations and private sector partners to improve provision of labour market services. This includes supporting business start-ups and adapting job placement and careers advice services to the needs of Syrian refugees. Reducing their dependence on aid and creating opportunities for them to earn an income will make it easier to integrate refugees into the Turkish labour market.
2. The project is supporting the development and implementation of measures that will enable Syrian refugees to enter the Turkish vocational education and training system. Language and assimilation courses will prepare refugees for education and training in the mainstream system. Teachers and institutes will also be given training to help them manage conflict and improve their intercultural skills. Psychosocial counselling services are being developed to counteract potential conflict between Turkish and Syrian trainees and to ensure that traumatised young people can benefit from professional support.
3. Cash-for-work measures are being created in collaboration with public bodies and institutions to offer refugees direct opportunities to earn income. Employment programmes are used, for example, as a way of rehabilitating public utilities and facilities and of carrying out information campaigns and social initiatives.