Verbesserung der Ernährungssicherheit vulnerabler Einwohner Kismayos, Somalia durch Zugang zu Fischprodukten

Projektdetails

  • Projektnummer:2016.0139.2
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: G260 Übergangshilfe
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Somalia

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Ernährungssicherheit der zurückkehrenden Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und vulnerable Einwohnerinnen in Kismayo ist konfliktsensibel

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministerium für Inneres

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:7 474 156 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    21.09.2016 - 30.01.2022
  • Aktuelles Projekt:21.09.2016 - 30.01.2022

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    52010 Entwicklungsorientierte Nahrungsmittelhilfe

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Mit mehr als 3.300 Kilometern Länge hat Somalia die zweitlängste Küste Afrikas. Trotz der Fülle an Meeresressourcen belegt das Land beim Fischkonsum pro Kopf einen der letzten Plätze weltweit. Auch wenn für den Fang von Thunfisch, Makrelen, Hummern oder Garnelen keine anspruchsvolle Technik benötigt wird, sind Fischverzehr und Fscherei in der somalischen Bevölkerung traditionell wenig verbreitet. Dies ist vor allem deshalb erstaunlich, weil Somalia weltweit eines der Länder mit der höchsten Ernährungsunsicherheit ist und Fischprodukte weiten Teilen der Bevölkerung relativ leicht zugänglich wären.
Weitere Herausforderungen, die die Situation erschweren, sind fehlende Absatzmärkte und erhebliche Verluste nach dem Fischfang durch unsachgemäße Handhabung und eine fehlende Kühlkette. Darüber hinaus fehlen politische Richtlinien, Bestimmungen und Kontrollmaßnahmen, so dass illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei weit verbreitet ist. Sie verursacht erhebliche wirtschaftliche Einbußen und führt dazu, dass der lokalen Bevölkerung noch weniger Fisch zur Verfügung steht.

Ziel
Ein verbesserter Zugang zu Fischereierzeugnissen hat die Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit rückkehrender Geflüchteter, Binnenvertriebener und gefährdeter Bevölkerungsgruppen in Kismayo erhöht.

Vorgehensweise
Alle Projektmaßnahmen gelten gleichermaßen für Binnenvertriebene in Somalia, für freiwillige Rückkehrende aus Kenia, sowie für die gefährdete ansässige Bevölkerung.
Das Projekt verfolgt eine dreiteilige Strategie, im Einklang mit den im nationalen Entwicklungsplan definierten staatlichen Zielen:
• Medienkampagnen und begleitende Maßnahmen schärfen das Bewusstsein für die Vorzüge von Fisch als Nahrungsmittel und für angemessene Fischzubereitungs- und Konservierungsmethoden.
• Die Verfügbarkeit von Fischereierzeugnissen ist durch Verbesserungen bei Verarbeitung, Konservierung und Marketing gestiegen.
• Es gibt Beratungsstellen zu Ernährungsfragen für Mütter mit Kleinkindern und schwangere Frauen. Zudem werden Märkte mit Verkaufsstellen für Fischprodukte ausgebaut.
Bei der Umsetzung der Maßnahmen arbeitet die GIZ eng mit lokalen und internationalen Organisationen sowie mit Regierungsinstitutionen zusammen.

Wirkungen
Nach erfolgreichen Schulungen und Bewusstseinskampagnen sind der Fischmarkt und die Fischlanlandestelle hygienischer. Damit ist auch die Verfügbarkeit frischer Fischereierzeugnisse gewährleitstet. Durch gezielte Kooperation mit Privatunternehmen wird den Fischern in Kismayo Eis zum Kühlen des Fangs zum Produktionspreis angeboten. Erste Maßnahmen rund um den Verzehr von Fisch haben das Interesse der Bevölkerung geweckt und selbst bei älteren Menschen zu einem veränderten Konsumverhalten geführt. Das Prinzip der wirksamen Hilfe wird durch die GIZ ins Leben gerufenen Fischerei-Arbeitsgruppe gelebt. Hier treffen sich Vertreter zuständiger Behörden, NGOs und anderer Entwicklungspartner, um gemeinsame Strategien zu entwickeln, eigene Aktivitäten abzustimmen, die Effizienz zu erhöhen und Synergien durch gezielte Absprachen zu erzeugen.
Das Vorhaben ist in existierende internationale Koordinierungsstrukturen, wie dem Somalia NGO Consortium, eingebunden, um mögliche Synergieeffekte sinnvoll zu nutzen und nachhaltige Wirkungen zu erzielen. Zudem leitet das Übergangshilfe-Vorhaben die Fischerei-Arbeitsgruppe unter dem Cluster für Ernährungssicherung in Kismayo. Damit koordiniert das Projekt unter Leitung des Fischereiministeriums und dem Ministerium für Planung und internationale Kooperation die Aktivitäten aller im Sektor eingebundenen internationalen und lokalen Akteure.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Somalia is the country with the second longest coastline in Africa, stretching for more than 3,330 km. Despite an abundance of marine resources, the country’s per capita consumption of fish is one of the lowest in the world. Although tuna, mackerel, lobsters and shrimps can be caught without the use of sophisticated fishing techniques, fishing and eating fish are traditionally not common among the Somalian population. This is particularly surprising as Somalia is one of the most food insecure countries in the world, and fish would be relatively easy to access for large sections of the population.
Other challenges, which make the situation even more difficult, include a lack of market outlets for fish, significant post-catch losses due to poor handling, and the lack of a cold chain. Moreover, there are no political guidelines, regulations or monitoring mechanisms in place, so that illegal, unreported and unregulated fishing activity is widespread. This results in serious economic losses and further reduces the availability of fish to the local people.

Objective
Better access to fishery products has improved the food and nutrition security of returning refugees, internally displaced persons and vulnerable residents in Kismayo.

Approach
All project measures apply equally to internally displaced persons in Somalia, voluntary returnees from Kenya and vulnerable local residents.
The project pursues a threefold strategy in line with the government objectives defined in the national development plan.
• Media campaigns and supporting measures raise awareness about the nutritional benefits of eating fish and appropriate methods for preparing and preserving fish.
• The availability of fishery products increases by improving processing, preserving and marketing.
• Counselling centres provide advice on nutrition to mothers with infants and pregnant women. Markets with sales outlets for fish products are being developed.
GIZ works closely with local and international organisations as well as government institutions when implementing the measures.

Results
Following successful training and awareness campaigns, the fish markets and quays are more hygienic. This also ensures the availability of fresh fish products. Thanks to targeted cooperation with private companies, fishers in Kismayo are offered ice at production cost to cool their catch. Initial measures to promote fish consumption have caught the attention of the population and even encouraged older people to change their eating habits. The fisheries working group launched by GIZ is an example of putting the principle of effective help to practice. This working group brings together representatives of responsible authorities, NGOs and other development partners to create strategies, coordinate their own activities, improve efficiency and foster synergies through targeted consultation.
The project is integrated into existing international coordination structures such as the Somalia NGO Consortium, to ensure that possible synergies are leveraged and sustainable effects achieved. The fisheries working group is leading the transitional aid project in the food security cluster in Kismayo. The project, headed by the Ministry of Fisheries and Marine Resources and the Ministry of Planning and International Cooperation, is thus coordinating the activities of all international and local actors involved in the sector.