Globale Allianzen für das Kairoer Aktionsprogramm
Projektdetails
- Projektnummer:2015.6259.4
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: G110 Gesundheit, Bildung, Soziales
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Internat. Zusammenarbeit mit Regionen für Nachhalt, Bangladesch, Indonesien, Indien, Kenia, Kirgistan, Laos, Mongolei, Malawi, Malaysia, Nepal, Pakistan, Uganda
Zusammenfassung
- Ziele:
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und seine Durchführungsorganisationen leisten einen Beitrag zur Fortschreibung und Umsetzung des Kairoer Aktionsprogramms auf nationaler und internationaler Ebene.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:3 504 755 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2012.6259.1
Fortschreibung der Ziele der Weltbevölkerungskonferenz von Kairo
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 13.02.2013 - 31.07.2019 - Aktuelles Projekt:16.11.2015 - 31.07.2019
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Mutter-Kind-Gesundheit
Hauptziel
CRS-Schlüssel
13010 Bevölkerungspolitik und -statistik
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation:
Nachhaltige Entwicklungsziele wie Armutsbekämpfung, Beseitigung von Ungleichheiten, resiliente Wirtschaft, Erhalt natürlicher Ressourcen und Klimaschutz sind ohne die Berücksichtigung des demografischen Wandels nicht zu verwirklichen. Wachstum, Alterung, Jugendüberhang, Migration und Urbanisierung sind Bevölkerungstrends, die viele Partnerländer vor wachsende Herausforderung stellen, etwa bei der Bereitstellung von Gesundheitsdiensten, beim Aufbau sozialer Sicherungssysteme sowie bei Bildung und Beschäftigung.
Bereits 1994 wurden diese Themen in Kairo auf der Weltbevölkerungskonferenz der Vereinten Nationen diskutiert. Im Kairoer Aktionsprogramm wurden Ziele für eine nachhaltige, menschenrechtsbasierte und gendersensitive Bevölkerungspolitik formuliert und verabschiedet. Darin wurde erstmals das Recht jedes Menschen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit anerkannt. Zentrale Aspekte sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte (SRGR) –sexuelle Selbstbestimmung, Sexualaufklärung und sichere Abtreibung – sind in internationalen Verhandlungen jedoch stark umstritten, was die Umsetzung der Ziele behindert.
Ziel:
Überregionale Netzwerke und Allianzen tragen dazu bei, vor allem die menschenrechtsbasierten und gendersensitiven Ziele des Kairoer Aktionsprogramms fortzuschreiben.
Vorgehensweise:
Zur politischen Unterstützung des Kairoer Aktionsprogramms fördert das Vorhaben die Allianz- und Netzwerkbildung. Innerhalb internationaler Prozesse (u.a. Agenda 2030, Folgeprozess der Weltbevölkerungskonferenz und Weltfrauenkonferenz) unterstützt das Vorhaben gezielt Dialog und Agenda-Setting rund um die Themen SRGR und Bevölkerungsdynamik. Zu den Aktivitäten gehören:
• Förderung des Austausches gleichgesinnter Regierungen zur Absprache gemeinsamer Positionen und Strategien für Verhandlungen auf EU- und VN-Ebene.
• Unterstützung von Dialog- und Austauschforen für regionale und überregionale Allianzen zivilgesellschaftlicher und staatlicher Akteure.
• Kofinanzierung überregionaler Multiakteurspartnerschaften, wie die High Level Task Force for ICPD und die Forschungskommission Guttmacher-Lancet Commission on SRHR.
• Unterstützung regionaler Netzwerke von Parlamentariern und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Dazu gehören: Asia-Pacific Resource and Research Center for Women, European Parliamentary Forum und International Planned Parenthood Federation.
Wirkungen:
Gemeinsam mit seinen Partnern hat das Vorhaben dazu beigetragen, dass die Themen sexuelle und reproduktiver Gesundheit und Rechte in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verankert sind. In den maßgeblichen internationalen Prozessen konnten bessere Absprachen und ein gemeinsames strategisches Vorgehen der Partner erreicht werden. So enthalten die Abschlussdokumente der entsprechenden Fachkommissionen der Vereinten Nationen von Deutschland und anderen Staaten gemeinsam vertretene Positionen zu SRGR.
Diplomatische Konsultationen und informelle Austauschformate haben die Akteure für konfliktive Themen, wie Sexualaufklärung für Jugendliche, sensibilisiert Überregionale Allianzen gleichgesinnter Staaten konnten durch informelle Austauschformate, zum Beispiel Gruppenchats oder informelle Konsultationen, stetig erweitert werden.
Dialogveranstaltungen wie der jährliche „Internationale Dialog für Bevölkerung und Nachhaltige Entwicklung" in Berlin, haben zum Lernen und zur Vernetzung der Akteure aus verschiedenen Ressorts beigetragen. Experten aus Regierungen, Zivilgesellschaft, Forschung und Privatsektor über SRGR diskutieren dort über Bevölkerungsfragen und erarbeiten Strategien für gemeinsames Handeln auf nationaler, regionaler und globaler Ebene.
Erfolgreiche Allianzbildung hat auch die vom Vorhaben geförderte High Level Task Force for ICPD betrieben. Das unabhängige Expertengremium initiierte unter anderem mehrere überregionale gemeinsame Statements von Staaten zum Thema SRGR in der Vorbereitung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). An den Statements beteiligiten sich sich bis zu 58 Regierungen.
Vom Vorhaben finanzierte Maßnahmen für afrikanische und asiatische Parlamentarier und NRO haben deren Kontrollfunktion und Präsenz in internationalen Prozessen nachweislich gestärkt.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Sustainable development goals such as eradicating poverty, reducing inequalities, promoting resilient economies, conserving natural resources and mitigating climate change cannot be achieved unless demographic changes are taken into consideration. Population growth, aging, youth bulge, migration and urbanization are trends presenting many partner countries with increasing challenges, for instance with regard to providing health services and education, establishing social security systems, and employment. The consequences have the potential to adversely affect national development as a whole. Women, girls and young people are particularly vulnerable to their impacts.
These issues were discussed i at the United Nations International Conference on Population and Development (ICPD) in Cairo back in 1994. At the ICPD, the United Nations (UN) adopted the Cairo Programme of Action (PoA), which formulated objectives for sustainable, human rights-based and gender-sensitive policies. The right of every individual to sexual and reproductive health was recognized for the first time.
However, key aspects of sexual and reproductive health and rights (SRHR) – including sexual self-determination, sex education and safe abortion – are still highly contentious issues within international negotiations. This impedes the implementation of the PoA and therefore, the realization of sexual and reproductive health and rights. .
Objective
Cross-regional networks and alliances contribute to advancing in particular the human rights-based and gender-sensitive objectives of the Cairo Programme of Action.
Approach
The project promotes the building of regional and cross-regional alliances and networks designed to provide policy support for the Cairo Programme of Action. To this end, it fosters dialogues and agenda setting within international processes including (such as the 2030 Agenda for Sustainable Development, the review of the ICPD and the Commission on the Status of Women) on issues concerning sexual and reproductive health and rights as well as population dynamics. The project’s activities include:
• Promoting dialogue on SRHR issues among like-minded governments in order to develop common positions and strategies for negotiations at EU and UN level;
• Supporting dialogue and exchange forums for regional and cross-regional alliances of civil society and government stakeholders;
• Cofinancing cross-regional multi-stakeholder platforms such as the High Level Task Force for the ICPD and the Guttmacher-Lancet Commission on Sexual and Reproductive Health and Rights;
• Strengthening regional networks of non-governmental organisations (NGOs), including Asian-Pacific Resource and Research Centre for Women, European Parliamentary Forum on Population and Development and International Planned Parenthood Federation.
Results
In collaboration with its partners, the project helped to ensure that the issues of sexual and reproductive health and rights were enshrined within the 2030 Agenda for Sustainable Development. In key international processes coordination of the partners was improved and a common strategic approach was adopted. As a result, the outcome documents of the corresponding United Nations functional commissions set out common positions on SRHR that are shared by Germany and other countries.
Diplomatic consultations have increased stakeholder awareness of controversial issues such as comprehensive sex education. Cross-regional alliances of like-minded states have steadily expanded their scope via informal dialogue formats such as group chats.
Conferences such as the annual International Dialogue on Population and Sustainable Development in Berlin, where experts from governments, civil society, the academic and research community and the private sector discuss SRHR and devise strategies for common action, have contributed to joint learning and the networking of stakeholders.
Successful alliance building has also been promoted by the High Level Task Force for ICPD. This independent body of experts initiated multiple cross-regional joint statements by states on SRHR issues in preparation for the Sustainable Development Goals, with up to 58 governments participating.
Activities financed by the project for African and Asian parliamentarians and non-governmental organisations have demonstrably enhanced their monitoring function and presence within international processes.