Förderung des Zugangs zu Remittances und weiteren Finanzdienstleistungen über digitale Lösungen
Improving access to remittances and other financial services through digital solutions
Projektdetails
- Projektnummer:2015.4069.9
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3300 Naher und Mittlerer Osten 1
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Jordanien
Zusammenfassung
- Ziele:
Der Zugang der jordanischen Bevölkerung sowie der in Jordanien lebenden Flüchtlinge zu bedarfsgerechten Remittances ist verbessert.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Central Bank of Jordan
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:10 578 757 Euro
Kombifinanzierung
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA/engl. SDC): 778 757Euro
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 31.08.2015 - 30.11.2023 - Aktuelles Projekt:01.10.2015 - 30.11.2023
Sonstige Beteiligte
- Arge AFC - ADG - Altai
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
24010 Finanzsektorpolitik und -verwaltung
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Seit Jahrzehnten ist Jordanien Aufnahmeland für Flüchtlinge aus den benachbarten Krisen- und Konfliktregionen. Menschen aus Palästina, Irak, Libanon und seit 2011 vor allem aus Syrien suchen in dem relativ stabilen Land Zuflucht. Besonders in Notsituationen sind viele Menschen auf finanzielle Unterstützung von Familienangehörigen und Freunden angewiesen, haben aber kaum Möglichkeiten, Geld einfach und kostengünstig zu empfangen und sicher zu verwahren. Syrischen Flüchtlingen ist die Eröffnung eines Bankkontos bislang nicht erlaubt und auch nur 42 Prozent der jordanischen Erwachsenen besitzen ein Bankkonto. Daher werden die meisten Zahlungen sowohl aus dem Ausland, als auch innerhalb Jordaniens, bar getätigt.
Digitale Finanzdienstleistungen können dabei helfen die hohen Risiken und Kosten zu minimieren, die das Senden über informelle Wege und über formelle Geldtransferdienstleister birgt. Für die jordanische Wirtschaft sind private Geldtransfers von im Ausland lebenden Angehörigen und Landsleuten, sogenannte Remittances, seit langem ein bedeutender Faktor: 2020 machten sie mit 3,9 Milliarden US-Dollar mehr als 9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.
Ziel
Die Voraussetzungen zur Nutzung digitaler Dienstleistungen für grenzüberschreitende Geldtransfers - Remittances - sind für Flüchtlinge und jordanische Haushalte geschaffen.
Vorgehensweise
Um Flüchtlingen und einkommensschwachen Jordanier und Jordanierinnen den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu erleichtern und damit deren Möglichkeiten, sich selbst wirtschaftlich und sozial weiter zu entwickeln, erarbeitet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gemeinsam mit der jordanischen Zentralbank Lösungen für diese Zielgruppe. Digi#ances zielt darauf ab, die Nutzung digitaler Finanzdienstleistungen, einschließlich grenzüberschreitender Überweisungen, von Jordanier:innen, Flüchtlingen und insbesondere Frauen, vor allem in den 3 nördlichen Gouvernoraten, zu erhöhen. Das Projekt verfolgt dabei mehrere Ansätze:
1. Pilotierung von bedarfsgerechten mobilen Gelddienstleistungen, einschließlich grenzüberschreitender Überweisungen, in Zusammenarbeit mit Akteuren aus dem privaten und nichtstaatlichen Sektor.
2. Verbesserung des regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Rahmens für digitale Finanzdienstleistungen, einschließlich grenzüberschreitender Überweisungen per E-Wallet.
3. Durchführung von zielgruppengerechten Kampagnen und Schulungen zur Förderung des verantwortungsvollen Umgangs mit digitalen Finanzdienstleistungen.
Außerdem hatte das Projekt von 2019 bis 2022 eine Kofinanzierungsvereinbarung mit der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), um die finanzielle Inklusion und Widerstandsfähigkeit von Arbeitsmigrant:innen in Jordanien zu verbessern, indem ein Pilotprojekt für einen grenzüberschreitenden Überweisungskorridor ins Ausland durchgeführt wird. Dabei wurde der bestehende methodischen Ansatz von Digi#ances auf die Zielgruppe – Arbeiter:innen aus Bangladesch im jordanischen Bekleidungssektor - übertragen.
Wirkungen
Digi#ances trug durch Studien und technische Unterstützung in den Bereichen Aufsicht und Überwachung, Verbraucherschutz und AML/CFT zur Schaffung des regulatorischen Rahmens für mobile Zahlungsdienste, einschließlich digitaler grenzüberschreitender Überweisungen in Jordanien, bei.
Digi#ances rief 2016 die Digital Financial Services (DFS) Council, als beratendes Gremium für DFS-bezogene Reformen, ins Leben. Insgesamt wurden 15 hochrangige Treffen des DFS Councils durchgeführt. Seit 2017 wurden zusätzlich 15 DFS-"Dialoge" und Wissensaustausche organisiert, um aktuelle Themen zu diskutieren.
Darüber hinaus unterstützte das Projekt durch eine Entwicklungspartnerschaft mit dem Zahlungsdienstleister (PSP) Dinarak den Aufbau eines größeren Agentennetzwerks, was die verstärkte Nutzung digitaler Finanzdienstleistungen durch Flüchtlinge und Jordanier:innen, mit zuvor keinem Zugang zu Finanzdienstleistungen, erleichtert. In diesem Zusammenhang unterstützte Digi#ances zusätzlich den Aufbau des Agentennetzwerks indem es Schulungen zum Agentenmanagement für verschiedene PSPs durchführte und eine Initiative für weibliche Agentinnen pilotierte.
Digital Financial Literacy zielt darauf ab, Flüchtlinge und Jordanier:innen mit der Nutzung von digitalen Finanzdienstleistungen vertraut zu machen. Bislang wurden 11.499 Jordanier:innen und 14.313 syrische Flüchtlinge geschult (davon waren 67% Frauen), während die Aufklärungskampagnen 403.237 Jordanier:innen und 84.404 syrische Flüchtlinge erreichten.
Im Jahr 2020 wurden zwei Pilotprojekte für grenzüberschreitende Überweisungen in Zusammenarbeit mit AyaPay (Inbound) und Dinarak (Outbound) durchgeführt.
Derzeit bieten acht Payment Service Provider mobile Geldbörsen an und 4 PSPs grenzüberschreitende Überweisungen. Über ganz Jordanien verteilt, gibt es mehr als zweitausend Agenten und mehr als dreitausend Geschäfte, welche mobile Zahlungen akzeptieren. Die Zahl der mobilen Geldbörsen hat 2 Millionen erreicht und steigt kontinuierlich an - etwa 35 Prozent der Nutzer:innen sind Frauen. Stand Februar 2023 erhalten 98% der Haushalte in Flüchtlingslagern in Jordanien die finanzielle Unterstützung von UNHCR über die Mobile Geldbörse ausgezahlt.
„Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren"
Das Projekt ist Teil der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren". Das BMZ stellt darin seit 2014 Mittel bereit, um kurzfristig Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden zu unterstützen sowie langfristig strukturelle Fluchtursachen, wie Armut, Ungleichheit oder Ernährungsunsicherheit, zu beseitigen. Finanziert werden in erster Linie Projekte in Entwicklungsländern, die von Flüchtlingskrisen besonders stark betroffen sind.
Projektbeschreibung (EN)
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH and the Central Bank of Jordan (CBJ) are jointly implementing the Improving "Access to Remittances and other Financial Services through Digital Solutions" Project: Digi#ances, which is part of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development’s (BMZ) special initiative "Tackling the Root Causes of Displacement, Reintegrating Refugees".
Digi#ances aims to increase the use of digital financial services, including cross-border remittances, by unbanked Jordanians and refugees - women in particular - mostly in the 3 northern governorates. To accomplish this, the project employs several approaches:
• Piloting of needs-based mobile money services, including remittances, in collaboration with stakeholders from the private and nongovernmental sectors.
• Enhancing the regulatory and supervisory framework for digital financial services in cooperation with the Central Bank of Jordan (CBJ), including cross-border remittances via e-wallet.
• Conducting campaigns and training courses tailored to the target groups promoting the responsible use of digital financial services.
Apart from that the project signed a co-financing agreement with the Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC) intending to improve financial inclusion and resilience of migrant workers in Jordan by piloting an outbound cross-border remittances corridor. The intention is to transfer the existing methodological approach of Digi#ances to a new target group, mainly Bangladeshi workers in the garment sector, in Jordan.
Digi#ances contributed to fine-tuning the regulatory framework for mobile payment services in Jordan, including digital cross-border remittances, by conducting studies and providing technical assistance in areas of oversight and supervision, consumer protection and AML/CFT.
Digi#ances also launched the Digital Financial Services (DFS) Council as a consultative body for DFS related reforms, in 2016. Overall, 15 high level DFS Council meetings have been conducted. Since 2017, 15 DFS "Dialogues" and knowledge exchanges have been organised to cover emerging topics.
Furthermore, through a Development Partnership with the Payment Service Provider (PSP) Dinarak, the project supported the development of a greater agent network and thereby facilitated the uptake and usage of digital financial services by unbanked refugees and Jordanians. In this context, Digi#ances additionally provided agent management trainings for various PSPs and piloted a women agent initiative. Despite the progress that has been made, the agent network remains a challenge in the mobile payment ecosystem.
In 2020, two pilots for cross-border remittances have been successfully implemented in cooperation with AyaPay (inbound) and Dinarak (outbound).
Currently, there are seven Payment Service Providers active in the market, more than two thousand agents and more than three thousand merchants, that accept mobile payments, all over Jordan. The number of mobile wallets reached 1.4 million and is continuously increasing – about 36% percent of the users are women.
The Project provides Digital Financial Literacy trainings (DFS) to familiarise unbanked refugees and Jordanians with the use of digital financial services. As of December 2022, 26.654 people received trainings in (DFS), of whom 12.143 Jordanian, 14.511 refugees and 2549 migrant workers (67% women), while the awareness campaigns reached 489.458 people of whom 404.154 Jordanian and 85304 refugees (50% women). In addition, 116 deaf participants were trained (63 women, 53 men).
The project also provides training of trainers to ensure sus-tainable effectiveness of the project, as a result 788 people were trained as trainers.
In Jordan, mobile wallets are registered on the Jordan Mobile Payments (JoMoPay) electronic platform. The platform itself is managed by Jordan Payment and Clearance Company (JoPACC). According to data published by JoPACC, the num-ber of registered mobile wallets is 2.05 million. Of which 250,000 are refugees, 1.78 million are Jordanian and 730 migrants’
In 2021, cooperation agreements were signed with UNHCR and with WFP. The agreements aime to support the digitiza-tion of humanitarian assistance using mobile wallets and in-crease the use of mobile wallet by refugees. One of the re-sults of this cooperation currently 98% of the households re-siding in the Azraq refugee camp (7,419) and 97.5% of the households living in Za'atari (16,028) receive their aid pay-ments via the mobile wallet.
Currently, 724,365 Jordanians use their mobile wallets at least once a quarter (active users). Jordanian women have 264,983, representing 36% of total active users.