Unterstützung rückkehrender Binnenvertriebener und aufnehmender Gemeinden bei Ernährungssicherung und Wiederaufbau

Projektdetails

  • Projektnummer:2015.1802.6
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 2C00 Lateinamerika, Karibik
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Kolumbien

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die sozialen und produktiven Lebensgrundlagen von rückkehrenden Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden sind in ausgewählten Regionen verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Unidad de Atención y Reparación Integral de Víctimas

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:5 222 579 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    30.04.2015 - 30.06.2018
  • Aktuelles Projekt:01.05.2015 - 30.06.2018

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Desertifikationsbekämpfung

    Signifikantes Nebenziel

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Anpassung an den Klimawandel

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    73010 Kurzfristiger Wiederaufbau und Rehabilitierung unmittelbar nach Notsituationen

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Gemäß dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind seit Mitte der 80er Jahre rund 5,7 Millionen Menschen in Kolumbien von ihren angestammten Wohnorten gewaltsam vertrieben worden und gelten als Binnenvertriebene. Ursachen sind der jahrzehntelange bewaffnete Konflikt zwischen Staat und verschiedenen illegitimen bewaffneten Gruppierungen sowie Drogenproduktion und -schmuggel. Überdurchschnittlich stark betroffen ist die bäuerliche, indigene und afrokolumbianische Bevölkerung, die in den häufig entlegenen Konfliktregionen wohnt. Die Gesetzgebung ermöglicht seit 2011 die kollektive Rückführung oder Umsiedlung und Entschädigung von Binnenvertriebenen. Die lokalen Behörden sind in vielen Fällen jedoch überfordert, vereinbarte Maßnahmen für Entschädigung und kollektive Umsiedlung umzusetzen. Die umgesiedelten Binnenvertriebenen werden an ihren neuen Wohnorten häufig von den alteingesessenen Einwohnern diskriminiert. Sowohl die Neuankömmlinge als auch die alteingesessene Bevölkerung haben kaum Aussicht, eine Arbeit zu finden und damit ein neues Leben aufzubauen. Die mangelhafte Versorgung mit staatlichen Dienstleistungen und die weiten Entfernungen zu den Städten erschweren beiden Gruppen eine ausreichende soziale und wirtschaftliche Entwicklung.

Ziel
Die sozialen und produktiven Lebensgrundlagen von rückkehrenden Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden in den ausgewählten Regionen sind verbessert.

Vorgehensweise
Das Vorhaben arbeitet in den Departments Córdoba und Guaviare/ Meta. Es fördert die Kompetenzen staatlicher Akteure wie Provinz- und Gemeindeverwaltungen und der Opferbehörde UARIV ebenso wie die von Nichtregierungsorganisationen. Dabei stehen die Bedürfnisse der Binnenvertriebenen und die Verbesserung ihrer Lebenssituation im Mittelpunkt. Das Vorhaben unterstützt die Partner beim Aufbau von Kompetenzen zur Einbeziehung der Bevölkerung und zur erfolgreichen Bewerbung um knappe staatliche Fördermittel, bei der Integration des Themas in Entwicklungspläne sowie bei der Errichtung von Infrastruktur.
Das Programm unterstützt Maßnahmen zur Verbesserung von Ernährung und Einkommen der Binnenvertriebenen sowie zu ihrer wirtschaftlichen Selbstständigkeit und ihrer Selbstorganisation. Damit ihre Integration in die aufnehmenden Gemeinden konfliktfrei verläuft, bietet das Programm Fortbildungen zu gewaltfreiem Umgang bei Konflikten an und Aktivitäten, die den sozialen Zusammenhalt stärken.
In der Region Guaviare unterstützt das Programm die indigenen, bis vor kurzem noch nomadisch lebenden Völker Jiw, Nukak und Sikuani. Sie wurden durch die linke Guerilla, illegalen Bergbau, den Drogenanbau und -schmuggel und die damit verbundene Gewalt aus ihren angestammten Gebieten vertrieben. In den ihnen zugewiesenen Ländereien können sie ihren traditionellen Lebensweisen nicht mehr nachgehen und leben in extremer Misere. Ihre Existenz als Volksgemeinschaft ist bedroht. Das Vorhaben unterstützt sie bei der Verbesserung ihrer Wohnsituation, beim Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche sowie bei ihren traditionellen Lebensgrundlagen Jagd, Fischerei und Landwirtschaft. Es arbeitet dabei mit Experten zusammen, die die Volksgemeinschaften seit langem kennen und denen sie vertrauen.

Wirkungen
Das Projekt hat sich einen Ruf als für die Bedürfnisse der kolumbianischen Institutionen offener, zuverlässiger und hilfsbereiter Partner bei der Umsetzung ihrer Aufgaben erworben. Beispielsweise wurde die UARIV in zehn Gemeinden unterstützt, die staatlichen Hilfsangebote bei Institutionen und Opferverbänden bekannt zu machen. Das hat dazu geführt, dass Córdoba, ein relativ wenig entwickeltes Departement, völlig unerwartet die nationale Statistik an Anträgen zur Opferentschädigung anführt.
Die sichtbaren Ergebnisse führten auch zu einer hohen Wertschätzung durch die kleinbäuerlichen Familien in Córdoba und die indigenen Gruppen in Guaviare und Meta.
Die Lebensbedingungen der zurückgekehrten und/oder umgesiedelten Vertriebenen haben sich in den Dörfern der Kleinbauern und Siedlungen der Jiw und Nukak deutlich verbessert. Trinkwasser in Córdoba, akzeptable Wohnbedingungen in Guaviare/Meta und Hilfe zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln sind dafür die ersten konkreten Maßnahmen seit langer Zeit. Die Organisation von Gruppen zur Durchführung von kleinen Projekten im Bereich Land- und Viehwirtschaft, aber auch im Kleingewerbe, fördert das Selbstbewußtsein und die Hoffnung auf weitere Verbesserungen in naher Zukunft. Die Unterstützung von 130 Jugendlichen zur Planung einer wirtschaftlichen Aktivität und Unabhängigkeit bedeutet für viele neue Hoffnung in einer ihrer Ansicht nach aussichtslosen Zukunft und bewahrt sie vor dem Eintritt in eine der kriminellen Banden, die sich aus den Paramilitärs entwickelt haben und das Departement Córdoba weitgehend beherrschen. Die Diskussionen mit den Dorfgemeinschaften zu ihren Prioritäten und zur Vorbereitung gemeinsamer Aktivitäten fördern die friedliche Auseinandersetzung mit demokratischen Methoden. Die Jugendarbeit an den Schulen nach der Methode „Fußball mit Prinzipien" hat nach Aussagen der Lehrer zu einem friedlicheren, harmonischerem Zusammenleben nicht nur in den Schulen sondern auch in den Familien geführt.
Durch Teilnahme an Projektaktivitäten und Fortbildungen erwerben die kolumbianischen Institutionen und ihre Angestellten Erfahrungen und Kenntnisse, die sie in Zukunft bei anderen Rück- oder Umsiedlungen nutzen können.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
According to the UN Refugee Agency (UNHCR), around 5.7 million people have been internally displaced in Colombia since the mid-1980s. This is the result of decades of armed conflict between the state, various illegitimate paramilitary groups, and drug producers and smugglers. Since 2011, legislation has been in place to enable the collective reintegration or resettlement of internally displaced persons (IDPs) in stable locations. However, local authorities are frequently overwhelmed by the task of implementing agreed measures for compensation and collective resettlement. Moreover, discrimination, violence and marginalisation are often part of everyday life for IDPs in host communities. These problems are particularly prevalent among rural farming groups, indigenous people and Afro-Colombians. The social and productive livelihoods of returning IDPs and host communities have not yet been secured.

Objective
The social and productive livelihoods of returning IDPs and host communities in selected regions have improved.

Approach
The project works in the Departments of Córdoba and Guaviare. It promotes the capacity development of local actors in the areas of participatory planning and the joint development of social infrastructure and also promotes measures to ensure food and nutrition security and improve income and economic independence. In addition, it supports the integration of IDPs who have been resettled in host communities by raising awareness of approaches to the non-violent resolution of social conflict and measures aimed at strengthening social cohesion. Local actors are given access to state funds.
Efforts are made to reach the Jiw, Nükak and Sikuani indigenous nomadic groups in Guaviare, whose cultural and physical existence is under threat, through individuals they trust who have a deep understanding of the sensitivities of these groups.
In its support for ongoing resettlement processes, the project focuses on the needs of both IDPs and host communities. It contributes to improving the lives of all those involved by completing and implementing resettlement plans. Successful models are documented and made available to other Departments and at the national level for future processes.
The project improves the ability of displaced persons to help themselves at the individual, family and group levels, while phasing out ‘donor-recipient mentality’ approaches. In doing so, it focuses on the numerous households headed by single women.
For state institutions, non-governmental organisations and international donor organisations at the local level, access to state funding lines is improved and cooperation in the development and implementation of resettlement and reintegration plans is coordinated.