Bodenpolitik und Landmanagement
Projektdetails
- Projektnummer:2014.2237.7
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: G510 Agrarsysteme und Agrarlieferketten
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Globale Vorhaben, Konventions-/Sektor-/Pilotvorh., Brasilien, Äthiopien, Ghana, Kambodscha, Laos, Uganda
Zusammenfassung
- Ziele:
Die Integration von armutsorientierten und konfliktsensitiven Ansätzen der Bodenpolitik und des Landmanagement in die Entwicklungszusammenarbeit ist verbessert.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:7 378 397 Euro
Kombifinanzierung
Europäische Union (EU): 2 678 397Euro
Vorgänger-Projekt
2010.2249.0
Sektorvorhaben Landmanagement
Nachfolger-Projekt
2017.2207.3
Sektorvorhaben Landgovernance
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 25.02.2000 - 02.08.2021 - Aktuelles Projekt:11.02.2014 - 30.07.2019
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
43040 Ländliche Entwicklung
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
In vielen Regionen weltweit, besonders in ländlichen Gebieten, stellt der Zugang zu und die Nutzung von Land die Lebensgrundlage für die Mehrheit der Bevölkerung dar. Die Bedeutung von sicheren Landrechten zeigt sich vor dem Hintergrund wachsender Konkurrenz um begrenzte und immer knapper werdende Flächen. Neben dem Anbau von Nahrungsmitteln dient Land vermehrt auch der Produktion von Biotreibstoffen oder wird für Siedlungsflächen, Bergbau oder Tourismus ausgewiesen. Eine Folge davon sind häufige Zwangsumsiedlungen oder Vertreibungen von armen Bevölkerungsgruppen. Vor allem Frauen oder indigene Bevölkerungsgruppen sind von diesen Entwicklungen besonders betroffen. Weiterhin führt die großflächige legale und illegale Aneignung von Landflächen (sogenanntes Land Grabbing) in ländlichen Gebieten oft zu Konflikten. Das kann sich negativ auf die lokale Bevölkerung auswirken. So ist Äthiopien beispielsweise eines der Hauptzielländer für großflächige landwirtschaftliche Investitionen in Afrika. Die äthiopische Regierung hat in den letzten Jahren mehr als zwei Millionen Hektar an Investoren vergeben. Die Bevölkerung wurde dafür oftmals nicht angemessen entschädigt und kaum in die Planung und Durchführung der Investitionen eingebunden.
In den letzten Jahren entstanden international und regional eine Vielzahl von Initiativen, die die Landrechte benachteiligter Bevölkerungsgruppen fördern. Prominente Beispiele dafür sind unter anderem die „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern" (VGGT) oder die Prinzipien der Welternährungsorganisation (FAO) für „verantwortliche Investitionen in die Landwirtschaft und Nahrungsmittelsysteme" (PRAI). Nun gilt es diese Konzepte in internationalen Prozessen zu positionieren und in Entwicklungsprojekten zu verankern.
Dabei fehlt es jedoch an Kompetenzen und Personal in den Partnerländern sowie an einer notwendigen Abstimmung innerhalb der Gebergemeinschaft. Es besteht deshalb ein großer Bedarf an gendersensiblen, armutsorientierten und konfliktsensitiven Ansätzen zur Stärkung von Land- und Bodenpolitik in der internationalen Zusammenarbeit.
Ziel
Innovative, armutsorientierte, konflikt- und gendersensitive Konzepte und Ansätze werden in der internationalen und nationalen Land- und Bodenpolitik berücksichtigt und genutzt.
Vorgehensweise
Beratung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Das Vorhaben berät das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) inhaltlich bei der Politikformulierung und Strategieentwicklung zum Thema Landmanagement und Bodenpolitik. Das Vorhaben unterstützt mit Strategie- und Diskussionspapieren, Stellungnahmen sowie thematischen Zuarbeiten für politische Diskussionen des BMZ.
Initiativen zur guten Regierungsführung
Zusammen mit nationalen und internationalen Partner beteiligt sich das Vorhaben an der internationalen Fachdiskussion über gute Regierungsführung in den Bereichen Bodenpolitik Landmanagement. Schwerpunkt ist hier die Unterstützung des BMZ hinsichtlich der Arbeit in themenbezogenen Arbeitsgruppen. Darüber hinaus erhalten auch andere Akteure der internationalen Zusammenarbeit zum Themenfeld Bodenpolitik und Landmanagement Beratung.
Erarbeitung von Konzepten und Ansätzen
Das Vorhaben erarbeitet innovative Konzepte und zielt darauf ab, dass armutsorientierte, konflikt-, gender- und umweltsensitive Ansätze zunehmend in der Regierungspraxis in Partnerländer verankert werden. Bestehende Konzepte werden aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
Qualifizierungskonzepte und Lehrpläne für Fach- und Führungskräfte werden durch das Vorhaben an internationale Leitlinien angepasst. Zielgruppen der Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sind Vorhaben der deutschen und internationalen Zusammenarbeit, zivilgesellschaftliche Organisationen, staatliche Behörden in Partnerländern, Universitäten und die Privatwirtschaft.
Unterstützung der Äthiopischen Regierung im Zusammenhang mit Landaneignungen
In Äthiopien unterstützt das Vorhaben im Auftrag des BMZ und der Europäischen Union sozial- und umweltverträgliche Landaneignungen. Es handelt sich um eine Pilotmaßnahme in zwei äthiopischen Regionen. Dazu werden äthiopische Behörden und Investor*innen für internationale Standards wie den VGGT und PRAI sensibilisiert. Die Bevölkerung wird in Planungsprozesse eingebunden. Weiterhin unterstützt das Vorhaben die Verwaltung bei der systematischen Landregistrierung der Bevölkerung.
Wirkungen
Neben der Beratung von Regierungsbehörden in Partnerländern und anderen Akteuren der in-ternationalen Zusammenarbeit wurden insbesondere deutsche Investor*innen für Standards zu verantwortungsvoller Aneignung von Land sensibilisiert.
Das Vorhaben war maßgeblich an der Organisation des ersten deutschen Forums zum VGGT-Monitoring beteiligt. Verschiedene Bundesressorts, zivilgesellschaftliche Organisationen und Vertreter*innen der Privatwirtschaft haben daran teilgenommen.
Die Pilotmaßnahme in Äthiopien „Unterstützung verantwortungsvoller Agrarinvestitionen" trägt grundlegend zur Entwicklung von Kompetenzen für das Management von großflächigen Landaneignungen bei der äthiopischen Regierung bei. Das Monitoring von Landinvestitionen wurde verbessert, Modellverträge für großflächige Landaneignungen erarbeitet und ein System für die Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung von Investitionen eingeführt. Insgesamt wurden mehr als 800 Fach- und Führungskräfte der äthiopischen Verwaltung geschult und ausgebildet.
Projektbeschreibung (EN)
Context
In many parts of the world, particularly in rural areas, the majority of people rely on access to land and its utilisation for their livelihoods. The importance of having secure and equitable access to land and land use rights is accentuated within the context of growing competition over the use of limited and increasingly scarce land resources (e.g. cultivation of food and agrofuels, designation of areas for industry, tourism, housing and mining). As a consequence, poor sections of the population are often forcibly relocated or driven away. Women, indigenous groups and pastoralists with insecure land rights are particularly affected. The current trend towards large-scale purchasing and leasing of land, land speculation in developing countries, and increasing concentration of land is leading to impoverishment and exacerbating conflicts over land.
Despite various international initiatives (among others, the G7 land transparency initiative, the development of the Responsible Agricultural Investment Principles (RAI), and the adoption of the Voluntary Guidelines on the Responsible Governance of Tenure of Land, Fisheries and Forests in the Context of National Food Security (VGGT) by the UN Committee for World Food Security (CFS)) there is still a lack of sufficient capacity in terms of land policy and management around the world. German development cooperation also lacks feasible plans and innovative instruments, particularly regarding poverty-oriented and conflict-sensitive approaches to international and national land policy.
Objective
The module objective of the sector programme on land policy and management is: ‘The German development cooperation increasingly incorporates innovative, poverty-oriented, and conflict and gender sensitive concepts and approaches into international and national land policies.’
Approach
The programme is developing technical and conceptual contributions and advisory services on land policy and management for German and international development cooperation. The programme’s fields of activity include advising the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) on land policy issues, and participating in German and international panels and committees on behalf of BMZ, in particular within the context of the BMZ special initiative ‘On World, No Hunger’. Training concepts and curricula are being further developed for land policy and management, as well as created for new topics. As a pilot approach, the programme further advises development cooperation programmes on innovative concepts for land policy issues and on large-scale land purchases and leases in partner countries.
Moreover, the sector programme supports responsible agricultural investments in Ethiopia as part of a newly launched project co-financed by the EU and within the context of a trilateral partnership with the Department for International Development (DFID) and the U.S. Agency for International Development (USAID).
Results
The BMZ is supported in introducing and embedding the concepts and strategies developed by the sector programme into German and international development cooperation. Development cooperation programmes in partner countries and alumni of training programs and qualification measures will act as multipliers for innovative land policy and management concepts. Direct advisory support to the Ethiopian Investment Land Administration Agency on preparing, selecting and monitoring responsible land investments as well as simultaneously strengthening management and technical capacities at the national and regional level will directly contribute to improving land policy in Ethiopia.
Sector programmes are responsible for advising and supporting the BMZ on technical issues. Unlike programmes directly administered in GIZ partner countries, sector programmes often provide indirect rather than direct benefits to the partner countries.