Schutz und nachhaltige, gerechte Nutzung der Biodiversität im Einzugsgebiet der großen Seen Prespa, Ohrid und Shkodar

Projektdetails

  • Projektnummer:2014.2214.6
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Westbalkan/Östliche Partnerschaft n.a., Albanien, Montenegro, Nordmazedonien

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Das grenzüberschreitende Management der natürlichen Ressourcen des Prespa-, Ohrid- und Shkodersees im Einklang mit Umwelt- und Biodiversitätsschutzzielen der Europäischen Union ist verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Umweltministerium (AL); Min. für Umwelt und Raumplanung (MK); Min. für Nachhaltige Entwicklung und Tourismus (ME)

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:3 004 776 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2011.2196.1

    Schutz und nachhaltige, gerechte Nutzung der Biodiversität im Einzugsgebiet der großen Seen Prespa, Ohrid und Shkodar

Nachfolger-Projekt

  • 2017.2016.8

    Schutz und nachhaltige, gerechte Nutzung d. Biodiversität im Einzugsgebiet der großen Seen Prespa, Ohrid und Shkoder III

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    27.10.2011 - 30.01.2021
  • Aktuelles Projekt:20.08.2014 - 31.12.2017

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitehttps://www.giz.de/en/worldwide/20318.html

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Biodiversitätskonvention

    Hauptziel

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Anpassung an den Klimawandel

    Signifikantes Nebenziel

  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    41030 Biodiversität

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Die großen Seen des Westbalkans – Ohrid, Prespa und Shkoder – sind Teil des erweiterten Drin-Flussgebiets. Sie werden von Albanien, Griechenland, Mazedonien und Montenegro geteilt. Aufgrund ihres Reichtums an seltenen Tier- und Pflanzenarten sind sie ein bedeutender Teil des europäischen Naturerbes. Obwohl sie großenteils unter Naturschutz bilden, schreitet der Verlust an biologischer Vielfalt weiter voran. Zum einen verschlechtert sich die Wasserqualität durch kommunale Abwässer und Düngemittel der Landwirtschaft. Zum anderen werden die Uferzonen zunehmend bebaut und versiegelt. Hinzu treten stellenweise intensiver Tourismus und Überfischung.

Als Vertragsstaaten der Biodiversitätskonvention und Kandidatenländer der Europäischen Union (EU) sind Albanien, Mazedonien und Montenegro verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, welche den ökologischen Zustand der Seen verbessern und die biologische Vielfalt schützen. Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Naturschutzgesetzgebung der EU sowie die EU-Biodiversitätsstrategie geben dafür den rechtlichen und strategischen Rahmen vor. Sie gemeinsam umzusetzen, erfordert eine enge grenzübergreifende Kooperation.

Ziel
Das grenzüberschreitende Management der natürlichen Ressourcen
des Prespa-, Ohrid- und Shkodersees im Einklang mit Umwelt- und Biodiversitätsschutzzielen der EU ist verbessert

Vorgehensweise
Durch den Aufbau von Know-how sowie einer gestärkten interministeriellen Zusammenarbeit unterstützt das Vorhaben die für Umwelt, Wasserwirtschaft und Fischerei zuständigen Ministerien und nachgeordneten Behörden bei der Umsetzung von WRRL und EU-Naturschutzgesetzgebung. Für den Fischereisektor wird es dabei vom Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow unterstützt.

Kooperationspartner im Bereich der Seen sind Gemeinden sowie Naturschutz- und Fischereiverbände. Diese werden beraten, wie sie Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Verbesserung der ökologischen Qualität der Seen umsetzen können. Fischereiregelungen werden harmonisiert und so die Nachhaltigkeit zwischen den Anrainerländern der Fischerei grenzübergreifend gefördert.

See- und Flussgebietskommissionen, insbesondere der Drin-Dialog der Flussgebietskommission der Drin-Anrainerländer, sind wichtige regionale Kooperationspartner. Sie werden durch Stärkung von Kooperationsstrukturen und -prozessen bei der Umsetzung der zwischen den Ländern vereinbarten Aktionspläne unterstützt. Methodische Ansätze bestehen darin, Dialogforen einzurichten und zu beraten, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen durchzuführen sowie erfolgreiche Ansätze der grenzüberschreitenden Bewirtschaftung von Oberflächengewässern in der EU beispielhaft darzustellen. Durch Kooperation mit dem Drin-Dialog wird darüber hinaus ein Erfahrungsaustausch und ein partnerschaftlicher Lernprozess mit Griechenland als einzigem EU-Land unter den Drin-Anrainern ermöglicht.

Wirkungen
Ministerien, Behörden, Verbände, Forschungseinrichtungen und Ressourcennutzer wurden von der GIZ darin unterstützt, Arbeitsgruppen zur WRRL, zum Naturschutz und zur Fischerei einzurichten. Sie bieten ein Forum für die regionale, grenz- und seeübergreifende Kooperation und stellen Wissens- und Lernplattformen dar. Sie steuern die Umsetzung von Untersuchungs- und Überwachungsprogrammen im Einklang mit WRRL und EU-Naturschutzgesetzgebung. Zudem schlagen sie Maßnahmen vor, wie die natürlichen Ressourcen nachhaltig genutzt, die biologische Vielfalt geschützt und der ökologische Zustand der Seen verbessert werden können. Langfristig werden sie in die Struktur des Drin-Dialogs eingegliedert.

Die WRRL und die EU-Naturschutzgesetzgebung im Bereich der Seeterritorien werden systematisch, prozessorientiert, transparent und nachprüfbar umgesetzt. Die erworbene Prozess- und Methodenkompetenz kann damit auch auf andere Territorien der Kooperationsländer, beispielsweise Schutzgebiete oder Flussgebietseinheiten, angewandt werden.

Die Partnerländer nutzen die Ergebnisse für ihre obligatorische Berichterstattung an die Europäische Kommission zur Umsetzung des EU-Umweltacquis, dem umweltrechtlichen Besitzstand der EU. Der Prozess der EU-Annäherung wird damit direkt unterstützt. 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
The three large lakes of the western Balkans, Ohrid, Prespa and Shkodra, are part of the greater Drin River Basin and are shared by Albania, Greece, Macedonia and Montenegro. The lakes have an abundance of rare flora and fauna, making them an important part of Europe's natural heritage. Although they are largely protected under nature conservation laws, the loss of biodiversity continues. Water quality, on the one hand, is deteriorating owing to municipal waste water and fertilisers from farming. On the other hand, more and more buildings are being constructed in the areas along the lakeshores and surfaces paved over. Some areas are suffering from the effects of intensive tourism and overfishing.

As signatories to the Convention on Biodiversity and as European Union (EU) candidate countries, Albania, Macedonia and Montenegro are committed to undertaking measures that improve the ecological status of the lakes and protect biodiversity. The legal and strategic framework for these efforts is formed by the EU Water Framework Directive (WFD), EU nature conservation legislation and the EU Biodiversity Strategy. Implementing these jointly requires close regional cooperation.

Objective
The transboundary natural resource management of Lakes Prespa, Ohrid and Shkodra/Skadar is improved in accordance with the EU's environmental and biodiversity pro-tection objectives.

Approach
The project aims to develop expertise and strengthen interministerial cooperation, thereby supporting the ministries and downstream authorities responsible for the environment, water management and fisheries in their efforts to implement the WFD and EU nature conservation legislation. Support for the fishing sector is being provided by the Institute of Inland Fisheries in Potsdam-Sacrow.

Local communities, nature conservation organisations and fishing associations serve as cooperation partners in the lake areas themselves. They are being advised on how to implement measures to protect biological diversity and improve the ecological quality of the lakes. Fishery regulations are being harmonised, thus promoting the sustainability of fishing activities across the borders.

Key cooperation partners at regional level include lake and river basin commissions, in particular the Drin Core Group, the river basin commission formed by the Drin riparians. By strengthening cooperation structures and processes, the project supports the partners in implementing the action plans agreed between the countries. The methodological approach of the project entails establishing and advising forums for dialogue, organising public awareness-raising events and highlighting successful models of transboundary management of surface water in the EU. Cooperation with the Drin Core Group also provides an opportunity to share experiences and to participate in a collaborative learning process with Greece as the only EU member among the Drin riparians.

Results
GIZ has provided support to ministries, authorities, organisations, research institutes and resource users in setting up working groups for the WFD, nature conservation and fisheries. These working groups provide a forum for regional and transboundary cooperation spanning all lakes and act as platforms for knowledge and learning. They oversee implementation of inspection and monitoring programmes in compliance with the WFD and EU nature conservation legislation. They also propose measures for using natural resources sustainably, protecting biodiversity and improving the ecological status of the lakes. Over the long term, they will be incorporated into the structure of the Drin Core Group.

Implementation of the WFD and the EU nature conservation legislation affecting the lakes is systematic, process-oriented, transparent and verifiable. The expertise acquired with respect to processes and methodology can therefore also be applied to other territories of the cooperation countries, for example, protected areas or river basin units.

The partner countries are using the results for their mandatory reports to the European Commission on implementing the EU Environmental Acquis. Direct support is therefore provided for the EU convergence process.