Dezentrales Abwassermanagement zur Anpassung an den Klimawandel in Jordanien (EKF)
Projektdetails
- Projektnummer:2013.9771.0
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3300 Naher und Mittlerer Osten 1
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Jordanien
Zusammenfassung
- Ziele:
Die Kapazitäten im dezentralen Abwassermanagement zur Anpassung an den Klimawandel sind gestärkt.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministry of Water
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:6 500 000 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 10.06.2014 - 30.01.2022 - Aktuelles Projekt:10.06.2014 - 30.01.2022
Sonstige Beteiligte
- Dorsch Impact GmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Anpassung an den Klimawandel
Hauptziel
CRS-Schlüssel
14032 Grundlegende Versorgung im Bereich Sanitär-versorgung und Abwassermanagement
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Jordanien gehört zu den wasserärmsten Ländern der Welt. Starkes Bevölkerungswachstum, wirtschaftliche Entwicklung sowie regionale Migration – vor allem durch die syrische Flüchtlingskrise – erhöhen zunehmend den Druck auf die Wasserressourcen. Gleichzeitig ist Jordanien stark vom Klimawandel betroffen. Das Wasser muss deshalb möglichst effizient genutzt werden. Eine Möglichkeit ist, geklärtes Abwasser wiederzuverwenden.
Bislang sind nur etwa zwei Drittel aller Haushalte an die Kanalisation angeschlossen. Im dezentralen, auf Wiederverwendung ausgerichteten Abwassermanagement liegt daher großes Potenzial – vor allem in Gegenden, die nicht kosteneffizient an zentrale Kläranlagen angeschlossen werden können. Mittels dezentraler Lösungen kann das Abwasser in diesen Gebieten vor Ort aufbereitet und wiederverwendet werden. Die dafür erforderlichen Kenntnisse der jordanischen Akteure, eine soziale Akzeptanz sowie förderliche Rahmenbedingungen sind jedoch noch ungenügend.
Ziel
Akteure der Wasserwirtschaft integrieren Strategien für die dezentrale Sammlung, Aufbereitung und Wiederverwendung von Abwasser zunehmend in die nationale Rahmenplanung. Sie setzen entsprechende Maßnahmen um und sind mit Betreibermodellen für dezentrales Abwassermanagement vertraut.
Vorgehensweise
Das Vorhaben unterstützt jordanische Partnerinstitutionen dabei, Strategien zur dezentralen Abwasseraufbereitung und zur effizienten Nutzung verfügbarer Wasserressourcen zu entwickeln und umzusetzen. Zentrale Themen des Projekts sind Anpassung an den Klimawandel, Wiederverwendung aufbereiteter Abwässer sowie die Erarbeitung zweckmäßiger Betreibermodelle. Die deutsche Nichtregierungsorganisation BORDA trägt als Kooperationspartner zur Umsetzung verschiedener Aktivitäten bei. Die jordanische Consultingfirma Al-Lamar unterstützt die Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen. Das Land Nordrhein-Westfalen finanziert einige Projektaktivitäten im Rahmen des Bund-Länder-Programms.
Das Vorhaben unterstützt das Ministerium für Wasser und Bewässerung sowie die jordanische Wasserbehörde dabei, Konzepte für dezentrales Abwassermanagement zu entwickeln, sie in die nationale Wasserstrategie zu integrieren und umzusetzen.
Im Biosphärenreservat Dana wird ein ganzheitliches Konzept zur regionalen Behandlung und Wiederverwendung der Abwässer eines Ökohotels umgesetzt. Der halbstaatliche Hoteleigentümer und der private Betreiber werden in Betrieb und Wartung geschult.
Im Norden Jordaniens erprobt das Projekt ein innovatives Verfahren zur Behandlung von Klärschlamm. Um die Nachhaltigkeit zu sichern, wird auch hier der Anlagenbetreiber in Betrieb und Wartung geschult.
Alle Pilotmaßnahmen demonstrieren angepasste Technologien für dezentrales Abwassermanagement sowie für eine naturnahe und wartungsarme Behandlung von Klärschlamm. Sie ebnen so den Weg für eine Einführung innovativer Managementansätze.
Neben den Pilotaktivitäten führt das Vorhaben verschiedene Maßnahmen durch, um Kompetenzen und Leistungsfähigkeit der Akteure der jordanischen Abwasserwirtschaft zu verbessern, darunter Ferienkurse, E-Learning-Angebote und Workshops. Außerdem fördert das Projekt das Bewusstsein für das Thema Abwasserwiederverwendung durch gezielte Maßnahmen, wie etwa die Erstellung eines Kurzfilms.
Wirkung
Bisher wurde eine Kleinkläranlage mit Wiederverwendungssystem für ein Ökohotel gebaut. Das Demonstrationsprojekt war maßgebliches Entscheidungskriterium für klimarelevante Auszeichnungen bei den World Responsible Tourism Awards. Eine innovative Klärschlammbehandlungsanlage befindet sich im Bau.
Verschiedene Aktivitäten haben jordanischen Akteuren unter anderem gezeigt, wie förderliche Rahmenbedingungen für regionales Abwassermanagement geschaffen werden. Zuvor wurde der Trainingsbedarf analysiert.
Strategiepapiere wurden erstellt, unter anderem zur Anpassung an den Klimawandel durch dezentrales Abwassermanagement sowie zur Abwasserwiederverwendung. Das Vorhaben hat die Erarbeitung einer nationalen Strategie für dezentrales Abwassermanagement unterstützt. Verschiedene bewusstseinsbildende Maßnahmen wurden durchgeführt, etwa die Erstellung eines Kurzfilms.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Jordan ranks as one of the most water-deprived countries in the world. Strong population growth, economic development and regional migration – especially as a result of the Syrian refugee crisis – are putting increasing pressure on water resources. At the same time, Jordan is greatly affected by climate change. The available water resources therefore have to be used as efficiently as possible: one possibility is to reuse treated wastewater.
Currently, only around two thirds of households are connected to the sewage system. There is therefore significant potential in decentralised wastewater management targeted towards reuse, particularly in areas that cannot be connected to central sewage plants cost-effectively. With decentralised solutions, the wastewater in these areas can be treated and reused locally. However, Jordanian actors still lack the knowledge and skills needed to do so, and both social acceptance and the framework conditions also have to be enhanced.
Objective
Actors in the water sector increasingly incorporate strategies for decentralised collection, treatment and reuse of wastewater into national framework plans. They implement appropriate measures and are familiar with operator models for decentralised wastewater management.
Approach
The project is helping the Jordanian partner institutions to develop and implement strategies for decentralised wastewater treatment and the efficient use of available water resources. The project focuses on climate change adaptation, reuse of treated wastewater, and the development of suitable operator models. The German non-governmental organisation BORDA is helping to carry out various activities as the cooperation partner. The Jordanian consulting firm Al-Lamar is providing support with the implementation of infrastructure measures. The German state of North Rhine-Westphalia finances some of the project activities as part of the German Government and federal state programme.
The project supports the Ministry of Water and Irrigation as well as the Water Authority of Jordan in developing concepts for decentralised wastewater management, integrating these concepts into the national water strategy and implementing them.
In the Dana biosphere reserve, a holistic concept for regional treatment and reuse of the wastewater from an ecolodge is being implemented. The semi-public lodge owner and the private operator are being trained in operation and maintenance.
In northern Jordan, the project is trialling an innovative procedure for treating sewage sludge. Here, too, the plant operator is being trained in operation and maintenance to ensure sustainability.
All pilot projects showcase adapted technologies for decentralised wastewater management as well as for nature-based and low-maintenance treatment of sewage sludge. They thus pave the way for the introduction of innovative management models.
In addition to the pilot activities, the project carries out various measures to improve the skills and performance of the actors in the Jordanian wastewater sector, including summer schools, e-learning courses and workshops. The project is also raising awareness of the topic of wastewater reuse through targeted measures, such as the creation of a short film.
Results
So far, a small sewage treatment plant with a reuse system has been constructed for an ecolodge. The demonstration project was a key criterion in the decision to award climate-related accolades at the World Responsible Tourism Awards. An innovative sewage sludge treatment system is currently under construction.
The project has used various activities to familiarise the Jordanian actors with issues such as how to create favourable overall conditions for decentralised wastewater management. The training requirements were analysed in advance.
Strategy papers have been drawn up on adaptation to climate change through decentralised wastewater management. In addition, the project has supported the development of a national strategy for decentralised wastewater management. Various awareness-raising measures have been implemented, including the creation of a short film.