Anpassung an den Klimawandel durch nachhaltige Waldbewirtschaftung
Projektdetails
- Projektnummer:2012.9756.3
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Tadschikistan
Zusammenfassung
- Ziele:
Umsetzung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung in wichtigen Wassereinzugsgebieten, um das Anpassungspotential der Wälder zu erhalten
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Forestry Agency under the Government of Tajikistan
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:2 779 528 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 31.05.2013 - 22.02.2018 - Aktuelles Projekt:01.06.2013 - 22.02.2018
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitewww.naturalresources-centralasia.org
Entwicklungspolitische Kennungen
- Biodiversitätskonvention
Hauptziel
- Desertifikationsbekämpfung
Signifikantes Nebenziel
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Anpassung an den Klimawandel
Hauptziel
CRS-Schlüssel
31220 Forstentwicklung
Evaluierung
- Tadschikistan: Nachhaltige Waldbewirtschaftung in Tadschikistan - Anpassung an den Klimawandel durch nachhaltige Waldbewirtschaftung. Projektevaluierung: Kurzbericht
- Tajikistan: Sustainable Forest Management in Tajikistan - Adaptation to Climate Change through Sustainable Forest Management. Project evaluation: summary report
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Tadschikistan zählt zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Ländern. Eine Zunahme von Naturkatastrophen, wie Schlammlawinen, Überschwemmungen und Dürren, sowie ein genereller Rückgang der Wasserverfügbarkeit und -qualität wird offiziell prognostiziert. Diese Vulnerabilität gegenüber dem Klimawandel wird durch die Entwaldung und Walddegradierung in Wassereinzugsgebieten, Folgen von Übernutzung und Landnutzungskonflikten, noch weiter verschärft. In der Vergangenheit konnten die Interessenkonflikte zwischen den Forstämtern und der lokalen Bevölkerung nicht ausgeräumt werden.
Die Beteiligung der Bevölkerung an der Lösung von Landnutzungskonflikten und an einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung in einigen Pilotgebieten hat gezeigt, dass Waldzerstörung gebremst oder gestoppt werden kann. Umfassende Maßnahmen zur Stärkung der Leitungsfähigkeit von Forstbehörden und Forstnutzern sowie zum Ausgleich von Landnutzungskonflikten führten zur Rehabilitierung degradierter Waldflächen und zur gesteigerten Verfügbarkeit von Brennholz und Einnahmen aus Waldbewirtschaftung.
Die beteiligten Akteure in vielen anderen Regionen Tadschikistans sind gegenwärtig aber noch nicht in der Lage, degradierte Wälder unter Anwendung von partizipativen Managementmodellen zu rehabilitieren, um Biodiversität zu erhalten und den Gefahren durch den Klimawandel vorzubeugen.
Ziel
Die nationale Forstbehörde, lokale Forstämter und ForstnutzerInnen rehabilitieren degradierte Wälder in den Projektgebieten, abgestimmt mit anderen Landnutzern und unter Berücksichtigung von Klimawandel und Erhalt der Biodiversität.
Vorgehensweise
Das Projekt basiert auf erfolgreichen Erfahrungen mit kooperativer Waldbewirtschaftung in der Pamir-Region Tadschikistans. Die zentrale Idee des „Joint Forest Management (JFM)" ist eine langfristige Vermietung von Waldböden an die lokale Bevölkerung. Auf der Grundlage von Managementplänen rehabilitiert und nutzt der Mieter das Waldgrundstück. Wälder werden so in ihrer natürlichen Zusammensetzung saniert und der Anteil lokaler, klimaresistenter Baumarten erhöht sich. Anwendbarkeit und Wirkung der kooperativen Waldbewirtschaftung sollen in verschiedenen Waldökosystemen im Land demonstriert werden. Dadurch werden die Weichen für eine weitere Verbreitung des Ansatzes in Tadschikistan gestellt.
Die lokale Bevölkerung wird mobilisiert und beim Abschluss von JFM-Verträgen unterstützt. Dazu gehört auch die Vermittlung von Abkommen über Landnutzungsänderungen, die in erster Linie den Ausschluss von Waldböden für die Weidewirtschaft vorsehen. Die Interessen und Bedürfnisse von Frauen werden in besonders berücksichtigt. Die Einrichtung von Waldnutzergruppen, die Aktivitäten von allgemeinem Interesse umsetzen, wird unterstützt. Hierzu gehört die Stärkung der Agentur für Forstwirtschaft, der Forstbetriebe und ihrer Mitarbeiter.
Berufsbildende Maßnahmen für Förster werden entwickelt und umgesetzt. Bewährte Verfahren der Klimawandelanpassung in der Land- und Forstwirtschaft werden in die Lehrpläne der Universitäten integriert. Absolventinnen und Absolventen werden ermutigt und unterstützt, in Forstbetrieben zu arbeiten. Arbeitsprozesse in Forstbetrieben und Forstbehörden werden gemeinsam analysiert, um Effizienz, Eigenverantwortung und Transparenz zu erhöhen. Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben die Entwicklung und Einführung eines Monitoringsystems, mit dem lokale Forstbetriebe ihre Tätigkeiten, einschließlich kooperative Waldbewirtschaftung, planen und effektiver überwachen können. Die Einführung eines Saatgutmanagements und einer Setzlingsproduktion für klimaresistente Baumarten und Sorten wird ebenfalls unterstützt.
Wirkungen
Kooperative Waldbewirtschaftung (JFM) wurde erfolgreich eingeführt und für sechs Gemeinden mit verschiedenen Waldtypen angepasst. Im ersten Projektjahr wurden rund 60 JFM-Verträge unterzeichnet. JFM wird von der lokalen Bevölkerung als hilfreich bewertet. In Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung der KfW Entwicklungsbank sind bis zum Projektende 2018 1.500 JFM-Verträge geplant.
Die Biodiversität bleibt erhalten und trägt zur langfristigen Stabilität der Wälder trotz Klimawandel bei. Forstamt, lokale Forstbetriebe und Waldnutzer haben ein umfassendes Verständnis des JFM entwickelt und können die Verbreitung des Ansatzes innerhalb und außerhalb der Zielgebiete fortführen. Mit der Entwicklung der Gemeindeordnungen ist die Rechtsgrundlage für die kooperative Waldbewirtschaftung abgeschlossen und zur weiteren Verbreitung und Einführung dokumentiert.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Tajikistan is one of the countries most severely affected by climate change. Official forecasts point to an increasing incidence of natural disasters, such as landslides, floods and drought, and a general decline in the availability and quality of water. This vulnerability to climate change is being exacerbated by deforestation and forest degradation in water catchment areas, and because of overuse of the resources and conflicts over land use. Past conflicts of interest between forestry offices and local population have not yet been overcome.
The involvement of local people in resolving the land use conflicts and managing the forests sustainably in a number of pilot areas has shown that it is possible to reduce or stop the destruction of forests. Comprehensive measures to strengthen the management capacities of the forest agency and the forest users, and to resolve land conflicts have led to the restoration of degraded forest areas, while increasing the availability of fuel wood and improving forest-based incomes.
As yet, actors in many other regions of Tajikistan are still unable to apply participatory management models for the rehabilitation of degraded forests, in order to protect biodiversity and avoid the risks of climate change.
Objective
The forest agency, local forestry offices and forest users are rehabilitating degraded forests in the project areas in coordination with other land users, while taking into consideration climate change and the protection of biodiversity.
Approach
The project builds on successful experiences with collaborative forest management in the Pamir region of Tajikistan. The underlying idea of joint forest management (JFM) involves the long-term lease of degraded forest land to local people. The tenants rehabilitate and use their forest plots according to management plans. The forests are thus restored to their natural composition and the proportion of local, climate-resilient tree species will increase. The project aims to demonstrate the applicability and impact of collaborative forest management in different forest ecosystems in the country. This will pave the way for the wider use of JFM in Tajikistan.
The project is mobilising local people and assisting them with the conclusion of JFM contracts. This also involves arranging community agreements on land use changes, which above all exclude the use of forest land for cattle grazing. The interests and needs of women are given special consideration, and support is provided for the creation of forest user groups that carry out activities in the common interest. Ongoing activities include strengthening the capacities of the Forestry Agency and of the forest enterprises and their staff.
The project supports the development and implementation of vocational training courses for foresters. Best practices for climate change adaptation in land and forest management are being integrated into university curricula, and university graduates are encouraged to work in forest enterprises.
To increase their efficiency, self-reliance and transparency, the project is cooperating with forest enterprises and the forestry authorities to assess their current operating processes. It is also supporting the development and introduction of a monitoring system which will enable local forest enterprises to plan and monitor their forestry activities (including JFM) more effectively. Support is also provided for the establishment of seed management and seedling production systems for climate-resistant tree species and varieties.
Results achieved so far
JFM has been successfully introduced and adapted to the needs of six communities with different forest types. In the first year of the project approximately 60 JFM contracts were signed. The local communities have rated JFM as a helpful approach. In cooperation with, and financial support from KfW development bank some 1,500 JFM contracts are planned by the end of the project in 2018.
Biodiversity is being preserved, thereby contributing to the long-term stability of forests despite the pressures of climate change. The Forestry Agency, local forest enterprises and forest users have gained an extensive understanding of JFM, and are now better placed to share this approach more widely within and beyond the target areas. The development of the local by-laws completes the legal basis for JFM and provides the necessary documentation for its wider application.