HIV/AIDS Prävention
Projektdetails
- Projektnummer:2012.2236.3
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 1300 Südliches Afrika
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Südafrika
Zusammenfassung
- Ziele:
Gefährdete Bevölkerungsgruppen nutzen vermehrt adäquate Dienst- und Unterstützungsleistungen aller Sektoren zur HIV-Prävention.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Department of Health
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:13 080 000 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2010.2048.6
Programm HIV/AIDS-Prävention - TZ Komponente
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 26.10.2010 - 13.02.2018 - Aktuelles Projekt:01.01.2014 - 13.02.2018
Sonstige Beteiligte
- Arge Health Focus-Enhancing Care
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Mutter-Kind-Gesundheit
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
13040 Bekämpfung von sexuell übertragbaren Krankheiten einschließlich HIV/AIDS
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
In keinem Land der Welt ist die HIV-Epidemie so weit fortgeschritten wie in Südafrika. Insgesamt sind etwa 6,4 Millionen Menschen HIV-positiv (2012). Jedes Jahr infizieren sich ungefähr 470.000 Menschen neu mit dem Virus und etwa 200.000 Menschen sterben an einer der vielen Erkrankungen, die mit AIDS einhergehen. 70 Prozent der jährlich rund 500.000 neuen Tuberkulose-Fälle sind HIV-positiv. Diese Situation wird durch eine gefährliche Resistenzentwicklung der Tuberkulose-Bakterien noch einmal verschärft. Die sozialen Ursachen und Konsequenzen der Epidemie gehören zu den größten Hindernissen für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung Südafrikas.
Hauptursachen sind das Sexualverhalten mit einer geringen Nutzung von Kondomen und häufig wechselnden Sexualpartnern sowie niedrige männliche Beschneidungsraten. Sexuelle Gewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch erhöhen das Risiko einer Übertragung. Soziale Ungleicheit und insbesondere Gender-Ungleichheiten tragen zusammen mit Stigma und Diskriminierung zusätzlich zur Verbreitung der Krankheit bei.
Die südafrikanische Regierung hat auf nationaler Ebene sowie in den Provinzen und Gemeinden AIDS-Beiräte eingerichtet. Sie sollen den dringend benötigten Informationsaustausch zwischen allen in der HIV- und AIDS-Bekämpfung engagierten Parteien des Staates, der Zivilgesellschaft und des Privatsektors anschieben und aufrechterhalten sowie Interventionsmaßnahmen kombinieren und koordinieren. Bislang fehlt aber ein kohärenter Umsetzungsplan für die nationale AIDS-Strategie, der bedarfsgerechte und abgestimmte Interventionen gewährleistet. Aufklärungsmaßnahmen haben bisher nicht zu den gewünschten Verhaltensänderungen geführt und werden nicht systematisch mit medizinischen und sozialen Dienstleistungen verknüpft.
Ziel
In den beiden Zielprovinzen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit Eastern Cape und Mpumalanga haben junge Menschen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihr Verhalten geändert und gehen weniger Risiken ein.
Vorgehensweise
Das HIV- und AIDS-Präventionsprogramm stärkt die Kompetenzen und die Leistungsfähigkeit von staatlichen und nichtstaatlichen Partnerorganisationen, die sich in der HIV/AIDS-Prävention engagieren. Zugleich unterstützt es die Jugendarbeit und die Gesundheitsaufklärung in Betrieben.
Der Nationale AIDS-Rat und die Provinz- und Distrikt-AIDS-Räte werden beim Aufbau einer wirkungsorientierten Steuerung und der Schaffung einer funktionsfähigen Koordinationsstruktur unterstützt. Im Jugendbereich werden Präventions- und Behandlungsangebote ausgebaut. Hierbei arbeitet das Vorhaben unter anderem mit loveLife zusammen, Südafrikas führender Nichtregierungsorganisation in der HIV- und AIDS-Prävention und Jugendentwicklung. Das Vorhaben unterstützt loveLife bei Monitoring und Evaluierung, beim Wissensmanagement und beim Aufbau von telefonischen Beratungsangeboten.
Das Gesundheitsministerium wird dabei unterstützt, die neuen Standards für jugendfreundliche sexuelle und reproduktive Dienstleistungen umzusetzen. Diese Beratungsleistungen werden vom Deutsch-Südafrikanischen Konsortium Health Focus (Berlin) und von Enhancing Care Foundation (Durban) durchgeführt.
In der Automobilbranche und in der Landwirtschaft werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Arbeitsplatzprogramme wirkungsvoll erreicht.
Besonders in der Jugendarbeit kooperiert das Vorhaben mit der KfW Entwicklungsbank, zum Beispiel bei der Bereitstellung mobiler Tests für HIV und Tuberkulose.
Wirkungen
1.) Nationale AIDS-Rat und die AIDS-Räte auf Provinzebene haben begonnen, arbeitsfähige Strukturen aufzubauen. Sie verfügen über grundlegende Instrumente, die für eine effektivere Koordinierung erforderlich sind (Strategie- und Arbeitspläne, Monitoring-Instrumente).
2.) Organisation loveLife bietet ein umfangreiches Präventionsangebot für junge Menschen an. Die Beratungsqualität ihrer Telefonhotlines hat sich stark verbessert. 91 Prozent der Befragten sind mit dem Service zufrieden.
3.) In sieben Universitätsradios der Provinzen Gauteng, North West und Limpopo wird regelmäßig über HIV-Themen berichtet. Zusammen erreichen die Sendungen 85.000 Menschen.
4.) Die vom multisektoralen HIV- und AIDS-Präventionsprogramm unterstützte Nichtregierungsorganisation Section 27 sowie die Wochenzeitung Mail & Guardian kommentieren die Umsetzung der nationalen HIV- und Aidsstrategie regelmäßig und machen auf Missstände aufmerksam. Die relevanten Ministerien und Organisationen reagieren entsprechend.
5.) Ein beim Entwicklungszentrum der Automobilindustrie von Eastern Cape angesiedeltes Arbeitsplatzprogramm hat bereits etwa 8.500 Arbeiter erreicht. Die HIV-Testrate stieg dadurch von 20 Prozent auf 80 Prozent.
Projektbeschreibung (EN)
Context
South Africa is the country with the most widespread HIV epidemic in the world. In all, some 6.4 million people are living with HIV (2012). Each year about 450,000 people are newly infected with the virus, and 200,000 people die of AIDS-related diseases. The epidemic is one of the largest obstacles to social and economic development in South Africa.
The main reasons for the HIV epidemic are entrenched sexual behaviour with frequent changes of sexual partners and a low use of condoms, as well as low rates of male circumcision. Sexual violence, alcohol and drug abuse increase the risk of transmission. Social inequalities, especially gender-based disparities, coupled with stigma and discrimination are additional factors in the spread of the disease.
The South African Government has established AIDS councils at the national, provincial and local levels. This is intended to kick-start and sustain the urgently needed exchange of information between all state, civil society and private-sector actors involved in the fight against HIV/AIDS. The councils will also help coordinate intervention measures more effectively. There is still a need, however, for a coherent implementation plan for the national AIDS strategy, one that is properly coordinated and answers to the existing needs. At the same time, educational measures have yet to achieved the desired behavioural changes.
Objective
In the two target provinces of German development cooperation (Eastern Cape and Mpumalanga) young people and employees have altered their behaviour and expose themselves to fewer risks.
Approach
The Multi-sector HIV and AIDS Prevention Programme (MHIVP) strengthens the competence and effectiveness of governmental and non-governmental partner organisations engaged in prevention measures. It also directly supports programmes of youth outreach and health promotion in the workplace.
The programme is assisting the South African National AIDS Council and the provincial and district AIDS councils in establishing results-based steering structures and an effective coordination structure. In the youth sector, it is expanding the available prevention and treatment measures. In this respect, it is working with loveLife, South Africa’s leading non-governmental organisation for HIV/AIDS prevention and youth development. The programme supports the NGO with its monitoring and evaluation and knowledge management activities, and with the development of call centres.
Furthermore, it successfully addresses employees in the automotive industry and agricultural sector through workplace programmes. And it cooperates closely with KfW, especially in the youth sector, for instance for the provision of mobile HIV and TB testing units.
Results
The National AIDS Council and the provincial AIDS councils have started to create functional structures. They now dispose of the necessary instruments for more effective coordination (strategy and working plans, monitoring instruments).
The NGO loveLife offers comprehensive prevention services for young people. The quality of the counselling services through its call centres has improved substantially. Over 90 per cent of callers expressed satisfaction with the counselling they received.
Seven university campus radio stations in the provinces of Gauteng, North West and Limpopo regularly report on HIV issues. Altogether, these broadcasts reach about 85,000 people.
Section 27, another NGO supported by the programme, and the weekly newspaper Mail & Guardian regularly comment on the state of implementation of the national strategy, highlighting any shortcomings. The relevant ministries and organisations respond accordingly.
The workplace programme in the development centre of the automotive industry in the Eastern Cape has already reached approximately 8,500 workers. As a result, the HIV-testing rate has increased from 20 per cent to over 80 percent.