Breitenwirksame Wachstums- und Beschäftigungsförderung

Projektdetails

  • Projektnummer:2012.2208.2
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 1600 Westafrika 2 und Madagaskar
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Nigeria

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Rahmenbedingungen für die Geschäfts- und Investitionstätigkeit von kleinst, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU) und ihr Zugang zu Ressourcen und Märkten sind verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    National Planning Commission

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:24 363 118 Euro

Kombifinanzierung

  • Europäische Union (EU): 4 363 118Euro

 

Vorgänger-Projekt

  • 2010.2046.0

    Breitenwirksame Wachstums- und Beschäftigungsförderung

Nachfolger-Projekt

  • 2016.2120.0

    Breitenwirksame Wachstums- und Beschäftigungsförderung, Phase III

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    11.03.2011 - 31.07.2026
  • Aktuelles Projekt:01.04.2014 - 26.01.2018

Sonstige Beteiligte

  • Arge AFC / GOPA
  • Arge AFC / GOPA / Academy

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

    Signifikantes Nebenziel

  • Handelsentwicklung

    Hauptziel

CRS-Schlüssel

    25010 Geschäftspolitik und -verwaltung

 

Projektbeschreibung (DE)

Nigeria ist mit rund 170 Millionen Einwohnern die größte Volkswirtschaft Westafrikas, die ein robustes jährliches Wirtschaftswachstum von rund 7 Prozent aufweist. Trotz positiver Wirtschaftsprognosen und einer nachhaltigen Erholung des Bankensektors nach der Bankenkrise 2011 prägen Armut und Unterbeschäftigung die wirtschaftliche und soziale Situation Nigerias. So leben laut Weltbank im Durchschnitt 68 Prozent der Bevölkerung in Armut; die Arbeitslosigkeit junger Menschen zwischen 15 und 29 Jahren liegt bei über 60 Prozent.

Viele Nigerianer arbeiten in kleinsten, kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KKMU) im informellen Sektor. Die KKMU haben eine niedrige Produktivität und sind selten in längere und diversifizierte Wertschöpfungsketten für den inländischen Markt oder den Export integriert. Der Zugang kleiner und mittlerer Unternehmen zu notwendigen Krediten ist aufgrund hoher Zinsen – außerhalb des dominanten Öl- und Gassektors – begrenzt und folglich problematisch für nachhaltiges Wachstum.

Ziel
Die Rahmenbedingungen für die Geschäfts- und Investitionstätigkeit von KKMU sind verbessert, insbesondere ihr Zugang zu Märkten und Ressourcen sowie ihr Beitrag zu Einkommen und Beschäftigung.

Vorgehensweise
Das von der Europäischen Union (EU) kofinanzierte Vorhaben ist auf nationaler Ebene und in den Bundesstaaten Niger, Plateau und Ogun in vier Handlungsfeldern tätig:

Finanzsystementwicklung. Das Programm schafft einen verbesserten Zugang zu effizienten und kundenorientierten Finanzdienstleistungen für KKMU – dabei stehen insbesondere ärmere Bevölkerungsteile und Bedürfnisse von Frauen im Vordergrund.
Verbesserung des Geschäfts- und Investitionsklimas. Eine bessere Kohärenz und die Umsetzung von Reformmaßnahmen für KKMU werden auf bundesstaatlicher und nationaler Ebene unterstützt. Dies wird durch öffentlich-private Dialogmechanismen und die Einrichtung zentraler Anlaufstellen für Privatunternehmen erreicht sowie durch die Vereinfachung von Verfahren für Registrierung, Landerwerb, Baugenehmigungen und Besteuerung.
Förderung von Wertschöpfungsketten. Das Ziel ist die Entwicklung von drei landwirtschaftlichen (unter anderem Kartoffeln und Cassava) und einer nicht landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette (Wohnungsbau).
Handelserleichterungen. Der Abbau administrativer Hürden für den inländischen und intraregionalen Handel wird unterstützt.

Wirkungen
Finanzsystementwicklung. Das Vorhaben stärkt Mikrofinanzbanken und unterstützt die nigerianische Zentralbank bei der Regulierung von Mikrofinanzbanken und beim Aufbau von Verbraucherschutz im Finanzsektor. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der nationalen Versicherungsbehörde, insbesondere im Bereich kundengerechte Mikroversicherungen. Zudem wurden Fortbildungen zur finanziellen Grundbildung durchgeführt, auch eine Filmproduktion zu dieser Thematik gehörte dazu.

Verbesserung des Geschäfts- und Investitionsklimas. Das Industrie-, das Handels- und das Investitionsministerium werden bei der Formulierung einer KKMU- sowie einer Industriepolitik unterstützt. Ein Hauptanliegen des Vorhabens ist der Aufbau von zentralen Anlaufstellen in Behörden für Unternehmen in den drei beteiligten Bundesstaaten. Die Bundesstaaten wurden zudem bei der Entwicklung und Umsetzung von Reformen hinsichtlich Landerwerb/-registrierung, Baugenehmigungen und Steuerverwaltung unterstützt. Ausgewählte Privatwirtschaftsverbänden und Interessengruppen mit KKMU-Bezug wurden gestärkt und Kommunen bei der Verbesserung der lokalen Wirtschaftsförderung unterstützt.

Förderung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten. Über 2.000 Cassava- und 1.200 Kartoffelbauern wurden in genossenschaftlichen Gruppen organisiert und in Themen wie Pflanzungstechnik, Schädlingsbekämpfung und Düngung aus- und fortgebildet. Zuliefererverbindungen zwischen Cassava-Bauergruppen und -verarbeitern sowie Verarbeitern und Großabnehmern wurden hergestellt. Die Unterstützung durch die Initiative German Food Partnership bei der Einfuhr von frischem Kartoffelsaatgut hat zu einer Ertragserhöhung von bis zu 300 Prozent geführt. Im Rahmen des Vorhabens wurden Qualitätsverbesserungstrainings für über 2.000 Sheabutter-Produzentinnen durchgeführt und zusätzlich rund 445 Arbeitsplätzen in der Grundstoff- und Kosmetikproduktion geschaffen.

Handelspolitik und Handelserleichterungen. Das Programm unterstützte das Handelsministerium bei der Vor- und Nachbereitung der WTO-Handelministerkonferenz, die im Dezember 2013 auf Bali stattfand. Mitarbeiter des Handelsministeriums erhielten eine Fortbildung zur Modellierung von Zollsätzen. Neben der Stärkung der nigerianischen Zollbehörde wurden Wirtschaftsverbände bei der Verbreitung von Informationen zum regionalen Handel unterstützt. Hervorzuheben ist die Entwicklung und Pilot-Einführung eines SMS-basierten Meldesystems von illegalen Checkpoints an Grenzübergängen. 

 

Projektbeschreibung (EN)

Nigeria is the largest economy in West Africa with a population of approximately 170 million, and has been enjoying solid economic growth of around seven per cent a year. However, although forecasts for the economy are good and the country’s banking sector has made a sustainable recovery after the banking crisis of 2011, Nigeria continues to suffer economically and socially from the effects of poverty and under-employment. According to the World Bank, 68 per cent of the population is living in poverty on average, and the unemployment rate among people aged 15 to 29 is over 60 per cent.

Many Nigerians work in the informal sector in micro, small and medium-sized enterprises (MSMEs). These businesses have a low rate of productivity and are only rarely integrated into longer and diversified value chains for the domestic or export markets. Small and medium-sized businesses have only limited access to the required credit facilities due to high interest rates (except for those in the dominant oil and gas industry), which then makes it difficult for them to achieve sustainable growth.
Objective
The framework conditions for MSMEs to engage in their business and investment activities is improved. In particular, they enjoy better access to markets and resources, and can contribute more to income and employment.

Approach
The programme, which is cofinanced by the European Union (EU), is being run both at a national level and in the federal states of Niger, Plateau and Ogun. It is working in four different areas:

Developing the financial system. The programme is making it easier for MSMEs to gain access to effective and client-oriented financial services. Here, there is a particular focus on helping poorer parts of the population and attending to the needs of women.
Improving the business and investment climate. Support is being provided to ensure that the reform measures for MSMEs at federal and national levels are more consistent and duly implemented. This is being achieved by initiating public-private dialogue mechanisms, setting up central contact points for private businesses, and simplifying procedures for registration, land acquisition, building approvals and taxation.
Promoting value chains. The aim is to develop three agricultural value chains (including potatoes and cassava) and one non-agricultural value chain (housing construction).
Facilitating trade. Support is being given to help eliminate administrative barriers to domestic and intra-regional trade

Results
Developing the financial system. The programme is strengthening microfinance banks and helping the Nigerian central bank both to regulate these banks and to set up a framework for consumer protection in the finance sector. There is close cooperation with national insurance authorities, particularly in the area of customised microinsurance. Training courses are also offering basic financial education, and a film has been produced on this subject.

Improving the business and investment climate. The Ministry of Industry, Trade and Investment has been given support in drafting a policy for MSMEs and industry. One of the programme’s main tasks is to set up central contact points for businesses in authorities in the three federal states that are taking part. These states have also been given assistance in developing and implementing reforms of land acquisition and registration, building approvals and tax administration. Selected private-sector associations and interest groups specifically for MSMEs were strengthened, and municipalities were helped to encourage local business development.
Promoting agricultural value chains. More than 2,000 cassava growers and 1,200 potato growers have been organised into cooperative groups and given training on subjects such as planting techniques, pest control and fertilisation. Supply chains have been created between groups of cassava growers and processors, and between processers and wholesale buyers. Assistance in importing fresh potato seeds provided via the German Food Partnership initiative has led to an increase in yields of up to 300 per cent. The programme has also given training courses on improving quality for more than 2,000 women who produce shea butter, and created around 445 jobs for producers of basic materials and cosmetics.

Trade policy and facilitating trade. The programme helped the Ministry of Trade with its preparation for and follow-up to the WTO’s ministerial conference on Bali in December 2013. Staff at the trade ministry have been trained how to build models to analyse customs duties. As well as strengthening Nigeria’s customs authorities, business associations have been given assistance in disseminating information on regional trade. A prime example of cooperation is the development and piloting of an SMS-based system for reporting illegal checkpoints at border crossings.