Regionales Völkerrecht und Zugang zu Justiz in Lateinamerika
Derecho Internacional Regional y Acceso a la Justicia en América Latina (DIRAJus I)
Projektdetails
- Projektnummer:2012.2070.6
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 2C00 Lateinamerika, Karibik
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Amerika NA, Kolumbien, Costa Rica, Honduras, Mexiko, Peru
Zusammenfassung
- Ziele:
OAS wird befähigt, zukünftig ein vereinheitlichtes Konzept (aquis) des Rechts auf Zugang zu Justiz zu entwickeln.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Organisation Amerikanischer Staaten
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:4 511 876 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
2017.2003.6
Regionales Völkerrecht und Zugang zu Justiz in Lateinamerika
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 02.11.2012 - 31.12.2025 - Aktuelles Projekt:01.04.2013 - 31.08.2017
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
15130 Entwicklung von Recht und Gerichtswesen
Evaluierung
- Amerika NA: Programa Derecho Regional Internacional y Acceso a la Justicia en América Latina (DIRAJus) / Regionales Völkerrecht und Zugang zur Justiz in Lateinamerika. Projektevaluierung: Kurzbericht
- America supraregional: Programa Derecho Regional Internacional y Acceso a la Justicia en América Latina (DIRAJus)/International regional law and access to justice in Latin America. Project evaluation: summary report
Projektbeschreibung (DE)
AUSGANGSSITUATION
Fast die Hälfte der lateinamerikanischen Bevölkerung wird in ihrem Menschenrecht auf Zugang zu Justiz verletzt. Sie kann ihre Rechte nicht auf zivile Art und Weise durchsetzen. National und international haben sich die Staaten jedoch dazu verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass alle Bevölkerungsschichten Zugang zur Justiz haben. Die Justizreformen, die in den letzten zwei Jahrzehnten durchgeführt wurden, haben diese Verpflichtung nicht ausreichend erfüllt. Völkerrechtliche Vereinbarungen zur Verbesserung des Zugangs zur Justiz sind nicht in die Reformen eingeflossen. In prioritär normativen und institutionellen Bereichen mangelt es vielmehr an einer Festigung regionaler Grundsätze über den Zugang zur Justiz. So wurden etwa die in der Amerikanischen Menschenrechtskonvention (AMRK) niedergelegten Prinzipen nicht hinreichend berücksichtigt. Nationale Reformakteure beziehen sich kaum auf regionale Vereinbarungen. Die regionale Ebene kann folglich keine wirksamen Impulse zur qualitativen Orientierung der eher auf operative Effizienz ausgerichteten Justizreformen in den einzelnen Ländern leisten.
ZIEL
Regionale Standards zum Zugang zur Justiz fließen in die Justizreformen ausgewählter Mitgliedsstaaten der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ein.
VORGEHENSWEISE
Zukünftig sollen sich nationale Justizpolitiken in ausgewählten Mitgliedsstaaten der OAS, Costa Rica, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Peru, an einheitlichen, regionalen Standards orientieren und sich mit darauf abgestimmten Indikatoren messen lassen. Das Vorhaben unterstützt dies durch drei eng miteinander verbundene Leistungspakete:
1. Aufarbeitung des gemeinschaftlichen Besitzstands im Bereich Zugang zur Justiz
2. Stärkung der interamerikanischen Justiz und der regionalen Rechtsprechung
3. Förderung einer effizienten, unabhängigen Justiz durch nationale Akteure
Zur Systematisierung regionaler Normen, Prinzipien und Standards für den Zugang zur Justiz erhält die OAS besondere Unterstützung durch das supranationale Netzwerk „Qualität der Justiz" sowie Anregungen der Europäischen Kommission für die Wirksamkeit der Justiz. Auch die Entwicklung einer ständigen Rechtsprechung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte und der Abgleich dieser Rechtsprechung mit Entscheidungen nationaler Gerichte tragen zur angestrebten Systematisierung bei.
Die Entwicklung regionaler Qualitätsstandards für den Zugang zur Justiz erfordert neben der Aufarbeitung des vorhandenen regionalen Völkerrechts auch den Abgleich mit der Rechtspraxis auf nationaler Ebene. Zu diesem Zweck werden Arbeitskreise zur Förderung des regionalen Rechts auf nationaler Ebene gebildet, die sich für die Materialisierung des Rechts auf Zugang zur Justiz einsetzen.
Die Arbeitsergebnisse werden über Fachinstitutionen wie das Interamerikanische Institut für Menschenrechte (Instituto Interamericano de Derechos Humanos, IIDH) und das Centro de Estudios de Justicia de las Américas (CEJA) verbreitet. Juristische Methoden werden hier trainiert und fortentwickelt.
WIRKUNGEN
Bislang sind die Grundlagen zur Entwicklung des Referenzrahmens gelegt. Dazu ist der gesamte supranationale Bestand an Normen in Bezug auf Zugang zur Justiz gesichtet. Eine Methodik zur darauf aufbauenden Standardbildung ist entwickelt und befindet sich in Anwendung. Das gilt besonders für die Methodik einer ständigen Rechtsprechung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Auch bei der Entwicklung von Qualitätsindikatoren wurden Fortschritte erzielt, ihre Ausgestaltung wurde in zwei supranationalen Foren diskutiert.
In Honduras und Peru haben sich Arbeitskreise zur Förderung des interamerikanischen Rechts gebildet. Erste Ansätze der Bezugnahme auf die regionale Standardsetzung haben hier Eingang in die nationalen justizpolitischen Reformdiskussionen gefunden.
Projektbeschreibung (EN)
CONTEXT
Nearly half of the people in Latin America see their human right to access to justice violated. They are unable to exercise their rights as citizens using means established in law. Both nationally and internationally, however, the OAS countries have committed to ensuring that all sections of the population have access to justice. Judicial reforms implemented over the past two decades have failed to meet these commitments to a satisfactory degree. Agreements under international law on improving access to justice have not fed into the reforms. In priority normative and institutional areas, there is a need to strengthen regional principles of access to justice. The principles laid down in the American Convention on Human Rights (ACHR), for example, have not been sufficiently taken into consideration. National reform efforts are undertaken with little reference to regional agreements. As a result, it is not possible to provide effective impetus and guidance at regional level to raise the quality of individual states’ judicial reforms, which focus more on operational efficiency.
OBJECTIVE
Regional standards for access to justice feed into judicial reforms in selected member states of the Organization of American States (OAS).
APPROACH
In future, the national justice policies of selected OAS member states – Colombia, Costa Rica, Honduras, Mexico and Peru – are to be aligned with uniform regional standards and be verifiable using an appropriate set of indicators. The programme is supporting this process with three closely interlinked service packages:
1. developing a regional acquis with respect to access to justice
2. strengthening inter-American justice and the regional body of established court rulings
3. promoting an efficient and independent judiciary through national actors.
To systematise regional norms, principles and standards for access to justice, the OAS receives special support from the supranational Quality of Justice network, as well as recommendations from the European Commission for the Efficiency of Justice. The development of a body of established court rulings by the Inter-American Court of Human Rights, and the comparison of these with decisions made by national courts will also contribute to these systematisation efforts.
The development of regional quality standards for access to justice requires both an appraisal of the existing body of international regional law and a comparison with legal practice at national level. Working groups to promote regional law at national level are being established for this purpose, and are striving to make the right to access to justice a reality.
The results of this work are disseminated through specialised institutions such as the Inter-American Institute of Human Rights (Instituto Interamericano de Derechos Humanos, IIDH) and the Justice Studies Centre of the Americas (Centro de Estudios de Justicia de las Américas, CEJA). Training on legal methods is conducted and further developed here.
RESULTS
The foundation has now been laid for developing the frame of reference. The entire body of supranational norms related to access to justice has been reviewed to this end. A methodology has been developed for creating standards based on these norms and is currently in use, with a focus on a body of established court rulings by the Inter-American Court of Human Rights. Progress has also been made in developing quality indicators, the design of which has been discussed in two supranational forums.
Working groups to promote inter-American law have been set up in Honduras and Peru, where initial efforts to make reference to standard-setting at regional level have been addressed in national discussions on judicial policy reform.