Jugendbeschäftigungsförderung durch ländliche Entwicklung

Projektdetails

  • Projektnummer:2011.2277.9
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 1600 Westafrika 2 und Madagaskar
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Sierra Leone

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Beschäftigungs- und Einkommenssituation von Jugendlichen im ländlichen Raum in Sierra Leone ist verbessert

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministry of Labour and Social Security

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:13 221 301 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2009.2292.2

    Beschäftigungsförderung für marginalisierte Jugendliche

Nachfolger-Projekt

  • 2015.2218.4

    Jugendbeschäftigungsförderung durch lokale Wirtschaftsentwicklung

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    31.10.2005 - 31.12.2027
  • Aktuelles Projekt:01.04.2013 - 31.07.2016

Sonstige Beteiligte

  • Arge AFC / GOPA

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation

In Sierra Leone sind über 60 Prozent der Jugendlichen arbeitslos oder unterbeschäftigt. Diese Perspektivlosigkeit gehörte zu den Hauptursachen des langjährigen Bürgerkriegs und wird von der UNO-Kommission für Friedenskonsolidierung weiterhin als ein großes Risiko für Frieden, Sicherheit und Stabilität in Sierra Leone eingeschätzt.
Jugendbeschäftigung birgt großes wirtschaftliches Potenzial. Rund zwölf Jahre nach dem Ende des bewaffneten Konflikts wird insbesondere im ländlichen Privatsektor das Produktions- und Beschäftigungspotenzial kaum ausgeschöpft. Es fehlt an qualifizierten Fachkräften. Auch die Bildungssituation ist aufgrund der verlorenen Dekade durch den Bürgerkrieg und der ungenügenden staatlichen Mittel nicht ausreichend. Knapp die Hälfte der Bevölkerung Sierra Leones kann nicht lesen und schreiben. Ohne bedarfsgerechte Ausbildung und praktische Berufserfahrung ist der Eintritt in produktive Beschäftigung gerade für Jugendliche besonders schwierig.

Ziel

Die Beschäftigungs- und Einkommenssituation für Jugendliche in ländlichen Gebieten Sierra Leones hat sich verbessert.

Vorgehensweise

In den vergangenen zehn Jahren hat sich mit der Unterstützung des Projektteams bereits viel getan: Junge Familien aus Freetown kehrten in ihre Heimatorte zurück. Es fanden Alphabetisierungskampagnen vor allem für Frauen statt. Distriktverwaltungen haben Entwicklungspläne erstellt. Das Projektteam hat das Arbeitsministerium beraten und Fortbildungen für die Mitarbeiter durchgeführt. Junge Menschen wurden bei der Produktion, Weiterverarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte unterstützt.

Das Projektteam arbeitet in den drei Distrikten Koinadugu im Norden und Kono und Kailahun im Osten des Landes. In jedem der drei Distrikte wählte es zwei traditionelle Verwaltungsbezirke aus, in denen die Armut besonders gravierend und das Beschäftigungspotenzial hoch ist. Auf politischer Ebene unterstützt das Projekt vor allem das Arbeits- und das Landwirtschaftsministerium. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf drei landwirtschaftlichen Produktgruppen: Kaffee und Kakao, Reis, Nutztiere. Mit nationalen und internationalen Partnern will das Projektteam die Landwirtschaft vor Ort weiterentwickeln und so Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Männer und Frauen schaffen.
Die Agriculture and Food GmbH International Consulting (AFCI) ist in den Distrikten Kono und Kailahun verantwortlich für die Wertschöpfungsketten Kakao und Kaffee. Mit den Unternehmen verbessert sie diese Wertschöpfungsketten und schafft Arbeitsplätze für Jugendliche.

Das Vorhaben folgt einem Mehrebenenansatz: Durch das Zusammenspiel von Politikberatung auf nationaler Ebene und die Förderung von staatlichen und privaten Mittlern im Dienstleistungssektor sowie durch die Arbeit auf Zielgruppenebene zur Schaffung von Beschäftigung und Einkommen will es die gewünschten Wirkungen erreichen.

1. Damit staatliche Institutionen, wie das Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherung, das Jugendministerium und das Landwirtschaftsministerium, Strategien zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit erarbeiten und eine effektive Wirtschaftsförderung für Kleinunternehmer auf den Weg bringen können, berät und schult das Projektteam die verantwortlichen Mitarbeiter.

2. Nationale und lokale staatliche und nichtstaatlich Dienstleister werden für die Arbeit mit den Zielgruppen gefördert und unter Vertrag genommen. Sie arbeiten in den Bereichen gute landwirtschaftliche Praxis, Berufsbildung, Förderung des Kleinunternehmertums.

3. Die Dienstleister bilden Jugendliche entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten Kaffee, Kakao, Reis und Nutztiere für die Arbeit in den landwirtschaftlichen Betrieben aus. Schulungen machen Bauerngruppen in organisatorischen und fachlichen Belangen fit. Zu Beginn werden sie durch die Bereitstellung von Produktionsmitteln unterstützt.

4. Für die drei landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten entwickelt das Projektteam mit seinen Partnern Berufsbildungskurse.

5. Mit etablierten Unternehmen geht das Projekt Entwicklungspartnerschaften ein, sodass öffentliche und private Hand gemeinsam Arbeitsplätze schaffen. Bei Unternehmensgründungen und -entwicklungen erhalten die Betriebe finanzielle und fachliche Unterstützung. Beratung, Training und Ausrüstung für Kleinunternehmer erleichtert es ihnen, den Lebensunterhalt mit ihrem Betrieb zu erwirtschaften, zu expandieren und damit zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Wirkungen

2014 verabschiedete das Kabinett eine neue Nationale Arbeitspolitik. 2015 wurde der Implementierungsplan erstellt. Das Programm unterstützt das Ministerium bei der Umsetzung.

In der Kakaoproduktion erzeugen über 10.000 Bauern höhere Qualitäten, steigerten ihren Absatz und erwirtschaften ein um 30 Prozent höheres Einkommen von 650 Euro pro Jahr. 2014 wurden 6.200 zusätzliche Kakao- und Kaffeebauern registriert, um ihre Flächen zu rehabilitieren und die Kakao- und Kaffeeproduktion anzukurbeln. Die Bauern werden Anbau, Pflege, Verarbeitung, Qualitätsmanagement und Vermarktung unterstützt. In den Kakaoverarbeitungszentren haben 600 Menschen einen Arbeitsplatz gefunden.

In 49 Dörfern organisierten sich 1.000 Jugendliche, um 450 Hektar Sumpfgebiet für die Reisproduktion zu nutzen. Schulungen zu Gruppenbildung, Organisation und guten landwirtschaftlichen Praktiken bereiteten sie auf die Aufgabe vor. Bei der Vorbereitung der Sumpfflächen für den Reisanbau erwirtschafteten 780 Jugendliche ein kurzfristiges Einkommen. Bislang haben die jungen Leute 300 Hektar bearbeitet, die teilweise zwei Ernten pro Jahr erlauben.

1.000 Kleinbauern, überwiegend Frauen, wollen ihre Ziegenproduktion steigern. Mit eigenen Mitteln bauten sie Ziegenställe und pflanzten Futterbäume. Abnehmer für das Vieh kommen aus den umliegenden Dörfern. Um die Gesundheit der Tiere kümmern sich vom Projekt ausgebildete gemeindenahe Tiergesundheitshelfer. Insgesamt werden 300 junge Männer und Frauen diese Ausbildung durchlaufen, 60 haben sie bereits abgeschlossen.

Organisationen aus Sierra Leone unterstützen die zahlreichen Projektaktivitäten. Deren Mitarbeiter nahmen an Fortbildungen zu Produktionsverbesserung, Finanzmanagement, Verwaltung und zum Umgang mit GPS-Systemen teil. Das Wissen geben sie an die Kleinbauern und -bäuerinnen weiter.

Das Projektteam bildete 15 Trainer in Unternehmensführung aus, die Jugendliche fortbilden. Sämtliche Kleinunternehmer aus der Landwirtschaft in den drei Distrikten nehmen an Kursen zur Unternehmensführung teil. Die ersten 50 Teilnehmer haben ihre Kurse bereits begonnen.

Seit 2005 sind 2.500 Jugendliche wieder in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt und arbeiten dort in der Landwirtschaft. Das Jahreseinkommen aus der Landwirtschaft ihrer Familien beträgt jetzt rund 800 Euro.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context

Over 60 per cent of young people in Sierra Leone are unemployed or underemployed. The lack of prospects – one of the principal causes of the lengthy civil war – is still considered a major threat to peace and stability in Sierra Leone by the United Nations Peacebuilding Commission.
Youth employment is a source of great economic potential. Yet in the twelve years since the end of the armed conflict, the country’s production and employment potential has still not been fully tapped, especially in the rural private sector. Skilled workers are in short supply. And after a decade of civil war and poor government funding, the education situation also remains inadequate. Around half of Sierra Leone’s population is unable to read or write. Without needs-oriented training and practical work experience, it is difficult for young people in particular to find productive employment.

Objective

The employment and income situation for young people in rural areas of Sierra Leone is improved.

Approach

Much has been achieved over the past ten years with the support of the project team. Young families from Freetown have returned to their hometowns and villages. The project has run literacy campaigns, many involving women. Development plans have been prepared by district administrations. The project team provided advisory services to the Ministry of Labour and implemented further training for employees. Young people have received support with producing, processing and marketing agricultural produce.

The project team works in three districts: Koinadugu in the north, and Kono and Kailahun in the east of the country. In each of the three districts, the team selected two traditional administrative areas in which poverty was particularly acute and the potential for employment was high. At political level, the project supports the Ministry of Labour and the Ministry of Agriculture in particular. The focus of activities is on three agricultural product groups: coffee and cocoa, rice, livestock. In collaboration with its national and international partners, the project team aims to further develop local agriculture and in so doing generate employment opportunities for young men and women.
Agriculture and Food GmbH International Consulting (AFCI) is responsible for the cocoa and coffee value chains in the districts of Kono and Kailahun. It works with companies to improve these value chains and create jobs for young people.

The project takes a multilevel approach, seeking to bring about the desired results through a combination of policy advice at national level and promotion of state and private intermediaries in the service sector, as well as through activities to create jobs and income at target group level.

1. The project team advises and trains relevant members of staff at state institutions, including the Ministry of Labour and Social Security, the Ministry of Youth Affairs and the Ministry of Agriculture, to enable them to draft strategies geared to reducing youth unemployment and to initiate effective economic promotion measures for small entrepreneurs.

2. National and local state and non-state service providers are funded and contracted to undertake work with the target groups. The activities focus on good agricultural practice, vocational education and training, and promoting small enterprises.

3. The service providers train young people for employment in agricultural operations along the value chains for coffee, cocoa, rice and livestock. Farmers’ groups are brought up to speed with aspects of organisation and technology through the provision of training courses. Support is also provided initially in the form of production resources.

4. The project team works with its partners to develop vocational education courses for the three agricultural value chains.

5. The project enters into development partnerships with established companies, so that the public and private sectors work together on job creation. The project provides financial and professional support to business startups and for enterprise development. Advisory services, training and equipment for small businesses make it easier for entrepreneurs to earn a living from their businesses, and to expand them and create additional jobs.

Results

In 2014, the cabinet concluded a new National Employment Policy. The implementation plan was developed in 2015. The project supports the ministry with implementation.

Over 10,000 cocoa farmers have improved production quality, increased sales and raised income by 30 per cent to around 650 euros per year. In 2014, an additional 6,200 cocoa and coffee farmers were registered with a view to rehabilitating their land and boosting cocoa and coffee production. Farmers are given support with cultivation, husbandry, processing, quality management and marketing. 600 people have found employment in cocoa processing centres.

1,000 young people from 49 villages have come together with a view to using 450 hectares of wetland for rice production. To prepare for this task, they took part in training courses focusing on team building, organisation and sound agricultural practices. 780 young people earned a short-term income by helping to prepare the wetlands for rice cultivation. So far, the young people have farmed 300 hectares, parts of which are capable of yielding two harvests per year.

1,000 small farmers, most of them women, are seeking to expand their goat farming businesses. They built goat pens out of their own resources and planted fodder trees. Buyers for the livestock come from surrounding villages. Local animal welfare helpers trained by the project take care of the animals’ health. In total, 300 young men and women will undertake this training; 60 have already completed it.

Organisations from Sierra Leone support the many project activities. Their employees took part in training on increased production, financial management, administration and operating GPS systems. They now pass their knowledge on to small farmers, many of them women.
The project team trained 15 trainers in business management; they in turn are now training young people. All small entrepreneurs working in agriculture in the three districts are taking part in courses on business management. The first 50 participants have already started their courses.

2,500 young people have returned to their home villages since 2005 and are now employed in agriculture there. For them and their families the annual income from agriculture now amounts to around 800 euros.