Förderung der ländlichen Entwicklung

Projektdetails

  • Projektnummer:2011.2175.5
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 2A00 Asien I
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Timor-Leste

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Bevölkerung im Programmgebiet steigert nachhaltig die Agrarproduktion und verbessert ihre Ernährungsbasis

  • Auftraggeber:

    BMZ

  • Projektpartner:

    Ministerium für Landwirtschaft, Forst und Fischerei

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:5 353 087 Euro

Kombifinanzierung

  • Europäische Union (EU) - alt, bis 31.12.2011: 4 603 087Euro

 

Vorgänger-Projekt

  • 2005.2137.7

    Förderung der ländlichen Entwicklung

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    06.10.2005 - 31.12.2016
  • Aktuelles Projekt:07.03.2012 - 31.12.2016

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Anpassung an den Klimawandel

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    43040 Ländliche Entwicklung

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
In der jungen Nation Timor-Leste herrscht Nahrungsmittelknappheit. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung leben im ländlichen Raum. Die Mehrheit baut auf weniger als zwei Hektar in Subsistenzwirtschaft unter anderem Reis, Mais, Bohnen oder stärkehaltige Knollen an. Traditionelle Landbearbeitungs- und Anbaumethoden bei fehlender Diversifizierung erzielen nur niedrige Erträge. Der Anteil des Landwirtschaftssektors am Bruttosozialprodukt beträgt etwa 30 Prozent, was die niedrige Produktivität widerspiegelt.
Regelmäßig auftretende Hungerperioden werden durch das Bevölkerungswachstum und drastische Wetterveränderungen, durch die es zu Ernteausfällen kommt, verschärft. Der zunehmende Landdruck verstärkt die Konkurrenz um knappe natürliche Ressourcen und ist immer wieder Ursache von Konflikten.
Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft sind gering. Timor-Leste besitzt jedoch ein hohes natürliches Potenzial, um die Produktion von Nahrungsmitteln nachhaltig zu steigern und sich neue Exportoptionen zu erschließen. Die Regierung hat die nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung der natürlichen Ressourcen bei gleichzeitigem Schutz von Forst- und Küstenzonen sowie der Biodiversität zu einem der wichtigsten Bausteine der Wirtschaftsentwicklung erklärt.
Um die landwirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben, wurde 2008 der staatliche Beratungsdienst gegründet. Er wird vom Nationalen Direktorat für Landwirtschaftliche Beratung unter dem Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei getragen. Aufgrund mangelhafter Aus- und Fortbildung der Berater und eines unzureichenden Managementsystems des Ministeriums wurden aber mit der neuen Beratung bisher kaum breitenwirksame Ergebnisse erzielt.
Ziel
Die Bevölkerung im Programmgebiet hat ihre Agrarproduktion nachhaltig gesteigert und ihre Ernährungsbasis verbessert.
Vorgehensweise
Die GIZ implementiert RDP IV in Kooperation mit der portugiesischen Entwicklungsagentur Camões unter der Leitung des Landwirtschaftsministeriums. Das Vorhaben fügt sich eng in den nationalen Entwicklungsplan Timor-Lestes ein. In diesem Kontext wird der landwirtschaftliche Beratungsdienst Timor-Lestes hinsichtlich Ausbildung, Organisationsfähigkeit, praktische Anwendung von Methoden und Techniken sowie Konfliktmanagement gestärkt. Im Rahmen des 10. Europäischen Entwicklungsfonds ist die Europäische Union (EU) Kofinanzier des Vorhabens.
Das Vorhaben ist in allen zwölf Distrikten Timor-Lestes tätig.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Bisher wurden landesweit 1.803 Demonstrationsflächen für Mais, Reis, Kaffee, Forstwirtschaft, Bohnen und Gemüse angelegt. Auf ihnen demonstrierten die lokalen Bauerngruppen öffentlich hohe Ertragssteigerungen durch die Anwendung von verbesserten Anbaumethoden (Good Agricultural Practices – GAP). Beispielsweise waren die Erträge auf den Demonstrationsflächen für Maisanbau verglichen mit traditionellen Methoden im Durchschnitt 64 Prozent höher – in einigen Fällen sogar um bis zu 300 Prozent..
Bei Farmer Field Days, die für die jeweiligen Kampagnen in den Distrikten stattfinden, kommen Bauern, Vertreter von Nichtregierungsorgansationen, Ministeriumsmitarbeiter und Journalisten zusammen. Sie vergleichen gemeinsam den Ertrag von traditionellen Anbaufeldern und den Demonstrationsfeldern mit verbesserten Anbautechniken (GAP, Good Agricultural Practices) und tauschen sich anschließend gemeinsam über Ergebnisse und Produktionsprozesse aus.
Für alle landwirtschaftlichen Kampagnen wurden Trainingsmodule entwickelt und praxisorientiert umgesetzt. Die Bauern werden motiviert, sich verstärkt an die Feldberater zu wenden und die ertragssteigernden Methoden in der nächsten Saison erneut selbst anzuwenden. Wissen wird dabei nicht nur durch die landwirtschaftlichen Berater, sondern auch durch Medienkampagnen auf Dorfebene geteilt. Effektive Managementmethoden und Formate wurden entwickelt und auf nationaler und Distriktebene eingebracht. Gender- und Konfliktsensibilität wurden als übergreifende Themen auf beiden Ebenen eingeführt und Ministeriumsmitarbeiter entsprechend geschult.
Wiederherstellungs- und Baumaßnahmen wurden an Landwirtschaftsschulen in drei Distrikten wie geplant umgesetzt. Sie ermöglichen die Aufnahme von jeweils rund 300 Schülerinnen und Schülern und eröffnen ihnen damit nachhaltig berufliche Perspektiven.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
The young nation of Timor-Leste suffers from food shortages. Over 70 per cent of the population lives in rural areas, the majority being subsistence farmers who cultivate crops such as rice, maize, beans and starchy tubers on less than two hectares of land. Traditional farming methods and a lack of diversification mean that yields are low. The fact that the agricultural sector accounts for only around 30 per cent of the country’s gross national product is a reflection of this low productivity. Regularly occurring periods of food shortage are exacerbated by a growing population and dramatic changes in the weather that can cause crops to fail. The increasing pressure on land resources intensifies the competition for scarce natural resources and is a recurrent cause of conflict.
There are few employment and income opportunities in sectors outside of agriculture. However, Timor-Leste has a high natural potential for increasing food production on a sustainable basis and for exploiting new export options. Along with protecting the country’s biodiversity and its forest and coastal zones, the government has declared the sustainable agricultural use of natural resources as one of the key pillars for economic development.
The public extension service was established in 2008 to advance rural development. It is managed by the National Directorate of Extension under the Ministry of Agriculture and Fisheries. However, the service has not yet had any appreciable, widespread impact since the Extension Workers in the service had not received adequate training and the Ministry’s management system had not been sufficiently developed.
Objective
The people in the programme’s area of focus have sustainably increased their agricultural production and improved their nutritional basis.
Approach
GIZ co-implements RDP IV together with the Portuguese development agency Camões under the guidance of the Ministry of Agriculture and Fisheries. It is an integral part of the national development plan.
The objective shall be reached by supporting the agricultural extension service. The aim is to improve agricultural education, organisational capacity, to enhance practical skills of the agricultural extension workers, and to strengthen their conflict management skills. The European Union (EU) is co-financing the project as part of the 10th European Development Fund.
RDP IV is active in all twelve districts of Timor-Leste.
Results achieved so far
In total 1,803 demonstration fields have been established countrywide for maize, rice, coffee, forestry, beans and vegetables. On them farmers publicly showcased high yield increases using improved farming techniques (Good Agricultural Practices – GAP) compared to traditional methods. For instance, compared to traditionally farmed maize fields, the sites in the districts supported by GIZ have increased yield by an average of 64 per cent, even reaching up to 300 per cent in some areas.
Farmer Field Days are hosted for the campaigns in each district and are attended by farmers, representatives of NGOs, Ministry employees and journalists. Working together, they compare the yield from traditionally farmed fields and the demonstration fields and then discuss the results and production processes.
Training modules have been developed and implemented with a practical focus for the agricultural campaigns. Farmers are being encouraged to approach the field advisors and try the yield-enhancing measures themselves again in the next season. Agricultural knowledge is constantly shared with the farmers by the extension workers and media campaigns on the community level. Effective management methods and formats were developed and are constantly followed-up on the national and district level. The topics gender and conflict sensitivity were introduced as cross cutting topics on both levels and Ministry staff trained accordingly.
Renovation and construction work has been carried out as planned at agricultural schools in three districts. They can now admit around 300 students each and offer young people real career prospects on a sustainable basis.