Programm Menschrechte/Bekämpfung von Kinderarbeit und Kinderhandel/Sexuelle Gesundheit

Droits de l'homme, programme santé sexuelle

Projektdetails

  • Projektnummer:2011.2048.4
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 1100 Westafrika 1 und Zentralafrika
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Burkina Faso

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Frauen, Männer und Jugendliche nehmen ihre Rechte und Möglichkeiten wahr. Für sexuelle und reproduktive Gesundheit, im Kampf gegen HIV/Aids, und zum Schutz vor Diskriminierung, menschrechtsverletzenden traditionellen Praktiken, vor Kinderhandel und den schlimmsten Formen der Kinderarbeit.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministère de l'Economie et Finances

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:7 422 431 Euro

Kombifinanzierung

  • Bill & Melinda Gates Foundation (alt bis 31.12.2011): 2 422 431Euro

 

Vorgänger-Projekt

  • 2008.2170.2

    Programm Menschrechte/Bekämpfung von Kinderarbeit und Kinderhandel/Sexuelle Gesundheit

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    08.09.2006 - 30.06.2016
  • Aktuelles Projekt:01.01.2013 - 30.06.2016

Sonstige Beteiligte

  • Health Focus GmbH

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Die Herausforderungen Burkina Fasos sind vielfältig: hohes Bevölkerungswachstum, Jugendarbeitslosigkeit, geringe Alphabetisierungsrate, Arbeitsemigration von Kindern und Kinderhandel. Besonders benachteiligt sind Frauen, Kinder und Jugendliche. Sie sind an politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen wenig beteiligt und häufig Opfer von Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen wie weiblicher Genitalverstümmelung, Zwangsheirat und häusliche Gewalt. Die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung geht nur langsam zurück, obwohl sie seit 1996 gesetzlich verboten ist. Mit 18 Jahren sind nahezu die Hälfte der jungen Frauen Mütter.

Trotz nationaler Schulpflicht und der Erarbeitung eines nationalen Plans zur Umsetzung von „Bildung für alle" haben nur ein Drittel aller Jungen und ein Viertel aller Mädchen die Grundschule abgeschlossen. Fünf Prozent der Kinder im Alter von 6 bis15 Jahren arbeiten in den Nachbarländern oder in den Städten – getrennt von ihren Eltern.

Ziel
Frauen, Männer und Jugendliche nehmen ihre Rechte und Möglichkeiten sowie Dienstleistungen wahr: für sexuelle und reproduktive Gesundheit, zum Schutz vor Diskriminierung, vor menschenrechtsverletzenden traditionellen Praktiken, vor Kinderhandel und vor den schlimmsten Formen der Kinderarbeit.

Vorgehensweise
Das Programm berät und unterstützt die Partnerministerien zur Erarbeitung von nationalen Strategien. In den Interventionszonen im Südwesten und Osten des Landes arbeitet das Programm direkt mit den staatlichen dezentralen Strukturen der Partnerministerien zusammen sowie mit Organisationen der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor vor allem Transport- und Baumwollsektor.
Zentrale Themen sind die sexuelle und reproduktive Gesundheit Jugendlicher, Familienplanung und Bevölkerungspolitik, die Förderung von Frauenrechten, der Schutz von Mädchen und Frauen vor Gewalt, besonders vor der menschenrechtsverletzenden weiblichen Genitalverstümmelung sowie der Förderung von Kinderrechten und Bekämpfung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit und des Kinderhandels.
Viel Gewicht liegt auf der Aufklärung der Bevölkerung mit zielgruppenspezifischen Kommunikationsformen wie Familiendialog, Theatergruppen und Filmvorführungen mit anschließenden Diskussionen in den Dörfern und audiovisuellen Medien in den jeweiligen lokalen Sprachen.
Staatliche und kommunale Dienste nutzen die Leistungen des Programms und verbessern damit die Qualität ihrer Dienstleistungen, wie zum Beispiel die Familienplanungsdienste, sexuelle Aufklärung von Jugendlichen in den Gesundheits-und Jugendzentren. Der Transport- und Baumwollsektor engagiert sich mit Unterstützung des Programms im Kampf gegen Kinderhandel und Kinderarbeit. Auf kommunaler Ebene haben Gemeinden Maßnahmen umgesetzt zum Schutz des Kindes. In den Schulen wurden Elternvereinigungen gegründet um die Einschulungsrate zu erhöhen und um die Schulabbrecherrate zu verringern.

Wirkungen
Durch gemeindegetragene Familienplanungsdienste konnte die Nutzerrate von Verhütungsmitteln erhöht werden. Im Osten stieg sie von 2,6% auf 17,6%, im Südwesten von 7,7% auf 22,4% im Zeitraum von 2003 bis 2012. Die weibliche Genitalverstümmelung konnte gesenkt werden. Landesweit sind 73% der Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren beschnitten, hingegen sind Mädchen im Alter bis zu 14 Jahren heutzutage zu 30% beschnitten. In den Dörfern in denen das Programm Aufklärungsarbeit leistet ist der Prozentsatz im Durchschnitte bei 4% (2013). Aufgrund der Sensibilisierungsarbeit zu Kinderrechten konnte die Einschulungsrate erhöht werden vor allem der Mädchen im Osten von 30% (2003/4) auf 43,9% (2012/13) und im Südwesten von 19% (2003/4) auf 58,8% (2012/13) und die Schulabbrecherrate konnte gesenkt werden. Der Prozentsatz von Kindern im Alter von 6-17 Jahren die arbeitsbedingt auswandern ohne Begleitung ihrer Eltern konnte von durchschnittlich 7,6% (2004/5) auf unter 2% (2013) gesenkt werden.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Burkina Faso faces many challenges: rapid population growth, youth unemployment, low literacy rates, work-related emigration of its children, and child trafficking. Women, children and young people are particularly disadvantaged. They are rarely included in political and social decision-making processes and are often the victims of discrimination and human rights violations, such as female genital mutilation, forced marriage and domestic violence. Although the practice of female genital mutilation was declared illegal in 1996, its decline is slow. At 18, nearly half of young women are mothers.
Despite obligatory school attendance nationwide and a national plan to implement ‘education for all’, only one-third of all boys and one-quarter of all girls have finished primary school. Five per cent of children between the ages of 6 and 15 are working in neighbouring countries or cities – without their parents.

Objective
Women, men and young people exercise their rights and make use of the available opportunities and services in connection with sexual and reproductive health as well as the prevention of discrimination and traditional practices that violate human rights, child trafficking and the worst forms of child labour.

Approach
The programme advises and assists the partner ministries in the development of national strategies. In the south-west and eastern parts of the country where it operates, the programme works directly with the decentralised government structures of the partner ministries and with civil society organisations and the private sector, especially the transport and cotton sectors.
Key topics are the sexual and reproductive health of young people, family planning and population policy, strengthening women’s rights, protecting girls and women against violence, especially against the human rights violation of female genital mutilation, strengthening children’s rights, and the fight against the worst forms of child labour and child trafficking.
There is a strong emphasis on educating the population using forms of communication tailored to the specific target groups, such as family dialogues, theatre groups and film presentations with discussions afterwards in the villages, and audio-visual media in the various local languages.
Government and municipal service providers use the programme to improve the quality of their services, for example the family planning services for the sexual education of young people in health and youth centres. The programme supports the transport and cotton sectors in their efforts to combat child trafficking and child labour. Municipalities have introduced measures at local level to protect children. Parent associations have been established in schools to increase the enrolment rate and reduce the number of school dropouts.

Results
Family planning services run by the municipalities were able to increase the rate of contraceptive users from 2.6 to 17.6 per cent in the east and from 7.7 to 22.4 per cent in the south-west between 2003 and 2012. Female genital mutilation declined. Nationwide, 73 per cent of women between the ages of 15 and 49 are circumcised, whereas nowadays 30 per cent of girls up to 14 years of age are circumcised. The average is around 4 per cent (2013) in the villages where the programme’s educational work is carried out. The school enrolment rate increased, especially for girls, as a result of the work being done to raise awareness of children’s rights. Enrolment rose from 30 per cent (2003/04) to 43.9 per cent (2012/13) in the east and from 19 per cent (2003/04) to 58.8 per cent (2012/13) in the south-west. The number of school dropouts declined. The percentage of children between the ages of 6 and 17 who migrate without their parents for work purposes sank from an average of 7.6 per cent (2004/05) to under 2 per cent (2013).