Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft in Provinzstädten
Wastewater Management provincial urban centres
Projektdetails
- Projektnummer:2009.2299.7
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 2A00 Asien I
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Vietnam
Zusammenfassung
- Ziele:
Die Bedingungen für eine nachhaltige Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft sind verbessert
- Auftraggeber:
BMZ
- Projektpartner:
Bauministerium (Ministry of Construction)
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:5 828 158 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2007.2023.5
Beratung zum Programm Abwasser- und Abfallentsorgung 2008
Nachfolger-Projekt
2013.2207.2
Programm Abwasser/Stadtentwicklung
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 05.04.2004 - 31.12.2018 - Aktuelles Projekt:28.07.2011 - 31.12.2014
Sonstige Beteiligte
- GFA Consulting Group GmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Anpassung an den Klimawandel
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
14020 Wasser- und Sanitärversorgung und Abwassermanagement, große Systeme
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Vietnams städtische Bevölkerung wächst rasch und die vorhandene städtische Infrastruktur reicht nicht aus, um eine umweltgerechte Abwasser- und Abfallentsorgung zu gewährleisten. Derzeit wird weniger als 10 Prozent des Abwassers in Vietnams Städten aufbereitet. Selbst bestehende Abwasseraufbereitungsanlagen sind häufig in sehr schlechtem Zustand. Die Umwelt und die Gesundheit der städtischen wie auch der flussabwärts siedelnden ländlichen Bevölkerung werden stark belastet.
Ziel
Die Bedingungen für die nachhaltige Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft sind verbessert.
Vorgehensweise
Das Programm berät mit einem Mehrebenenansatz auf der nationalen Ebene das Bauministerium und auf Provinzebene neun Volkskomitees und Betreiberorganisationen. Die auf Provinzebene gesammelten Erfahrungen werden auf die nationale Ebene überführt und in Zusammenarbeit mit dem Bauministerium als politischem Träger in der Gesetzgebung verankert. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine geordnete Abwasser- und Abfallwirtschaft auf Provinzebene.
Das Programm wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam von der GIZ und der KfW Entwicklungsbank durchgeführt. Die durch die GIZ geleistete Technische Zusammenarbeit umfasst Beratung durch internationale und nationale Fachkräfte, Studienreisen, Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Partnerfachkräfte sowie Sachlieferungen. Die Finanzielle Zusammenarbeit durch die KfW Entwicklungsbank stellt Investitionen zur Verbesserung der Sektorinfrastruktur bereit. Die GIZ leistet durch intensive Trägerförderung und Beteiligung der Bevölkerung einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung dieser Investitionen.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Die vietnamesische Regierung hat die bisherige nationale Abwasserverordnung auf Grundlage der in den Provinzen gesammelten Erfahrungen weitreichend überarbeitet. Nach der neuen Gesetzgebung müssen alle städtischen Haushalte, die in der Nähe eines Abwassersystems liegen, an dieses angeschlossen werden. Gleichzeitig wird aber auch eine sozialverträgliche Finanzierung der Anschlüsse ermöglicht. Die neue Gesetzgebung gewährt den Provinzen mehr Freiraum, um ihr Management an lokale Gegebenheiten anzupassen. Die Verabschiedung der neuen Gesetzgebung wird in den kommenden Monaten erwartet.
Alle neun beratenen Provinzen haben unter Beteiligung von Politik und Zivilgesellschaft Orientierungspläne verfasst, die den strategischen Rahmen für eine effektive und effiziente Abwasserwirtschaft auf Provinzebene vorgeben. Die Orientierungspläne ermöglichen weitreichende Veränderungen im Sektor. Alle beratenen Provinzen entwickeln Roadmaps für die schrittweise Einführung von Abwassertarifen, die die Betriebskosten decken. Die Provinz Soc Trang hat als ersten Schritt bereits einen Abwassertarif eingeführt, der dem Verursacherprinzip (Polluter Pays Principle) folgt.
Sechs der bisher unterstützten Abwasserbetriebe haben individuelle Betriebsentwicklungspläne umgesetzt. Die Pläne sind sowohl von den Betreibern als auch von den lokalen Behörden als offizielle Planungsdokumente anerkannt. Dieses für Vietnam innovative Vorgehen ermöglicht eine moderne, von Staatssubventionen zunehmend unabhängige Führung kommunaler Betriebe.
In den beratenen Provinzen profitieren derzeit 850.000 Menschen direkt von besserer Abwasserentsorgung und von der Kundenorientierung der Betreiberorganisationen.
Informationskampagnen der Abwasserbetriebe haben das Bewusstsein der Bevölkerung hinsichtlich der Gefahren einer unzureichenden Abwasserentsorgung erheblich verbessert. In einer Befragung durch die beratenen Abwasserbetriebe konnten außerdem über 90 Prozent der Kunden Auskunft über ihre Rechte und Pflichten in der Abwasserentsorgung geben. Die Abwasserentsorgung ist auf diese Weise als Leistung transparenter geworden.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Viet Nam’s urban population is growing rapidly. Existing urban infrastructure, however, is insufficient to guarantee environmentally compatible wastewater and solid waste disposal. Less than 10 per cent of wastewater in Viet Nam's urban areas is treated at present. Even existing wastewater treatment plants are often in a very poor condition. The environment is severely polluted, and the health of urban inhabitants, and of the rural population who live downstream, is endangered.
Objective
The conditions for sustainable wastewater disposal and solid waste management are improved.
Approach
Using a multi-level strategy, the programme is delivering advisory services at national level to the Ministry of Construction (MoC) and at provincial level to nine People’s Committees and service providers. The lessons learned at provincial level are channelled upward to the national level and firmly established in legislation in collaboration with the lead executing agency (MoC). This is an important prerequisite for the development of a well-organised wastewater and solid waste management sector at provincial level.
The programme is being implemented jointly by GIZ and KfW Development Bank on behalf of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ). Technical support provided by GIZ includes the provision of advisory services by international and national experts, study trips, training programmes for national experts and the supply of materials and equipment. Financial cooperation from KfW Development Bank provides investments to upgrade sector infrastructure. GIZ is helping make the use of these investments sustainable by implementing intensive institutional development measures and by promoting citizen participation.
Results achieved so far
The Government of Viet Nam has extensively overhauled the existing wastewater legislation based on lessons learned in provinces. Under the new law, all urban households in proximity to a wastewater network must be connected to it. At the same time, however, socially responsible financing for connections to the network are also made possible. The new legislation gives provinces more scope to adapt their management to local conditions. The new law is expected to be adopted in the coming months.
All nine provinces receiving advisory services have elaborated orientation plans with the help of policy-makers and civil society. These plans create the strategic framework for effective and efficient wastewater management at the provincial level. The orientation plans also foster far-reaching changes in the sector. All of the provinces receiving advice develop roadmaps for gradually introducing wastewater tariffs that cover operating costs. The province of Soc Trang has already introduced a wastewater tariff based on the polluter pays principle as a first step.
Six of the wastewater service providers that have received support to date have implemented individual corporate development plans (CDPs). These plans are recognised as official planning documents by service providers as well as by local authorities (Provincial People’s Committees). This innovative procedure for Viet Nam makes it possible for municipal service providers to manage their operations along modern lines with an increasing degree of independence from state subsidies.
850,000 people living in the provinces receiving advisory services are currently benefiting directly from better wastewater treatment and from operators focusing on serving their customers.
Information campaigns by wastewater service operators have made the population much more aware of the risks of inadequate wastewater management. In a survey conducted by wastewater service operators advised by the project, more than 90 per cent of customers were also able to provide information about their rights and duties related to wastewater management. Wastewater management as a service has thus become more transparent as a result.