Förderung von Sozial- und Umweltstandards in der Industrie

Projektdetails

  • Projektnummer:2009.2205.4
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 2B00 Asien II
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Bangladesch

Zusammenfassung

  • Ziele:

    In der Textilindustrie in Bangladesch werden nationale Arbeits- und Umweltgesetze sowie internationale Standards vermehrt eingehalten.

  • Auftraggeber:

    BMZ

  • Projektpartner:

    Ministry of Commerce

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:10 085 942 Euro

Kombifinanzierung

  • Europäische Union (EU) - alt, bis 31.12.2011: 2 339 653Euro

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • 2014.2111.4

    Förderung von Sozial- und Umweltstandards in der Industrie

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    18.11.2009 - 30.07.2020
  • Aktuelles Projekt:01.01.2010 - 16.12.2016

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Handelsentwicklung

    Hauptziel

  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    25010 Geschäftspolitik und -verwaltung

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Bangladesch ist der weltweit zweitgrößte Exporteur von Kleidung. Die Bekleidungsindustrie exportiert jährlich Textilien im Wert von mehr als 14 Milliarden Euro und ist die größte Einnahmequelle des Landes aus Exportgütern. Die rund 5.500 Textilfabriken beschäftigen mehr als vier Millionen Menschen, meist arme Frauen, und sorgen damit indirekt für den Lebensunterhalt von etwa 60 Millionen Menschen.
Arbeits- und Umweltgesetze wurden in den letzten Jahren vermehrt an internationale Standards angepasst. Doch nationale Arbeits- und Umweltgesetze sowie internationale Standards werden von Unternehmerinnen und Unternehmern noch nicht ausreichend eingehalten. Dem Management ist noch weitgehend unbekannt, dass die Umsetzung von Sozial- und Umweltstandards mittelfristig ökonomische Vorteile generiert. Die Überwachung und Durchsetzung der Gesetze durch staatliche Akteure steht erst am Anfang. Qualifiziertes Personal zur Verbesserung von Sozial- und Umweltstandards in den Unternehmen ist bisher kaum vorhanden.
Ziel
Unternehmer und Unternehmerinnen, vorwiegend in der Textil- und Bekleidungsindustrie, halten nationale Arbeits- und Umweltgesetze sowie internationale Standards und Richtlinien vermehrt ein.
Vorgehensweise
Um die Sozial- und Umweltstandards in den Textilfabriken zu verbessern, entwickelt das Vorhaben gemeinsam mit allen relevanten Akteuren Lösungsansätze: mit Ministerien, Behörden, Unternehmerverbänden, lokalen Lieferanten, internationalen Einkäufern sowie Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften.
Für staatliche Arbeitsinspektoren und Berater von Verbänden werden Trainings angeboten. Geschult werden auch Trainer, die unterschiedliche Stakeholder der Bekleidungsindustrie beraten sollen.
Das Vorhaben bildet Umweltberater in Umweltmanagement und für den effizienten Umgang mit Wasser und Chemikalien aus. Sie unterstützen die Textilfabriken bei der Umsetzung internationaler Anforderungen wie REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals). Das Vorhaben arbeitet mit Färbereien und Wäschereien sowie privaten und öffentlichen Hochschulen zusammen, um die Fabriken bei der umweltfreundlichen Klärung von Industrieabwässern und der Entsorgung von Klärschlämmen mit dem neuesten Know-how beraten zu können. Außerdem wurden Energieauditoren geschult, um die Fabriken in Energieeffizienzfragen zu beraten.
Die GIZ unterstützt Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter einsetzen, beispielsweise die Awaj Foundation in Dhaka und Agrajatra in Chittagong. Die NRO haben Frauencafés eingerichtet, wo sich die Frauen über ihre Rechte und Pflichten als Arbeitnehmerinnen informieren können. Bei Arbeitsrechtsstreitigkeiten oder häuslicher Gewalt wird zusätzlich Rechtsberatung angeboten. Bisher wurden rund 200.000 Arbeiterinnen erreicht.
Nach einer Brandkatastrophe in der Fabrik Tazreen Fashions Limited (2012) und dem Gebäudeeinsturz des Rana Plaza in Savar (2013) mit zahlreichen Todesopfern und vielen Verletzten stellte das BMZ im August 2013 Mittel für die Opfer sowie allgemein für Unfallopfer im Textilsektor zur Verfügung. Die neue Komponente des Vorhabens (Behinderteninklusive Berufsbildung) will schnell wirksame Unterstützungsmaßnahmen für die Opfer des Gebäudeeinsturzes umsetzen. Außerdem sollen nachhaltige Angebote zur beruflichen Rehabilitierung und Arbeitsmarktintegration für Menschen mit Behinderungen angeboten werden.
Das Vorhaben wird von der Europäischen Union (EU) kofinanziert.
Wirkung - Was wurde bisher erreicht
Einhaltung von Sozialstandards
• Die Einhaltung von Sozialstandards, und somit die Arbeitsbedingungen für mehrere tausend Arbeiterinnen und Arbeiter, hat sich in mehr als 450 Fabriken nachhaltig verbessert. So schützen Plexiglasblättchen an den Nähmaschinen die Augen vor brechenden Nähnadeln. Feuerwehrteams zur Erstbekämpfung von Fabrikbränden wurden ausgebildet. Während der Arbeitszeit steht ausreichend Trinkwasser für die Belegschaft zur Verfügung.
• Insbesondere Frauen wurden in Trainings mit Postern, Filmen, Spielen und Theatergruppen über ihrer grundlegenden Arbeitsrechte und -pflichten aufgeklärt.
• Mehr als 6.000 Rechtsstreitigkeiten von Textilarbeiterinnen und -arbeitern mit dem Fabrikmanagement konnten außergerichtlich geregelt werden.
Förderung von Umweltstandards und Ökoeffizienz
• In mehr als 130 Textilfabriken wurden Seminare und Workshops für technische Fachkräfte zum Umgang mit Chemikalien und zur Abfallwasserwirtschaft durchgeführt. Unfälle am Arbeitsplatz und Umweltverschmutzung gingen deutlich zurück. Außerdem konnten Produktionsbedingungen und der gezieltere Ressourceneinsatz, verbunden mit Kosteneinsparungen, verbessert werden.
• In über 50 Fabriken konnten fünf Maßnahmen zur Energieeinsparung umgesetzt werden: Energiesparlampen, Isolierungen, Luftkompressoren und Dampfleitungen sowie Servomotoren und die Gewinnung von Energie aus Abfall und Kondenswasser haben zu Energieeinsparungen von bis zu 20 Prozent geführt.
• Mehr als 200 Berater wurden für den Umgang mit Chemikalien, Abwasserklärung und Energieeffizienz ausgebildet und bieten als private Dienstleister ihre Serviceleistungen an.
• Mit der Umweltbehörde von Bangladesch wurden Standards und Richtlinien für die Behandlung von Klärschlämmen ausgearbeitet, die Bestandteil der Umweltgesetzgebung werden sollen.
Produktivitäts- und Qualitätssteigerung durch berufliche Qualifizierung
• Mehr als 1.000 Frauen aus armen ländlichen Gegenden wurden als Näherinnen ausgebildet, um als qualifizierte Fachkraft in den Textil- und Bekleidungssektor einsteigen zu können. Nachfrageorientierte Curricula wurden entwickelt, zwei staatliche Trainingsinstitute ausgestattet und staatliche Lehrerinnen und Lehrer trainiert.
• Überwiegend männliche Führungskräfte sind eine Ursache für die hohe Rate sexueller Belästigungen von Arbeiterinnen am Arbeitsplatz. Das Vorhaben bildete mit privaten Dienstleistern bisher mehr als 700 erfahrene Arbeiterinnen zu qualifizierten Produktions- und Qualitätsmanagerinnen aus.
• Die Führungskräfte des mittleren Managements haben bei der Umsetzung von Sozial- und Produktionsstandards eine Schlüsselrolle. Mehr als 250 Managerinnen und Manager wurden bisher an einer staatlichen und zwei privaten Fachschulen in jeweils einem der beiden Diplomlehrgänge Sozialstandards sowie Produktions- und Qualitätsmanagement ausgebildet.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Bangladesh is the world’s second biggest exporter of clothing. Its garments industry accounts for exports valued at more than EUR 14 billion each year, making it the country’s largest export earner. The approximately 5,500 textile factories provide work for more than four million people, most of them poor women. As such, they are also indirectly responsible for the livelihoods of some 60 million people.
In recent years, labour and environmental laws have increasingly been adapted to meet international standards. Nevertheless, entrepreneurs are still failing to adequately implement the national laws or international standards. Managers are still largely unaware that adherence to social and environmental standards will bring economic benefits in the medium term. Monitoring and enforcement of the laws by state actors is still in its infancy, and until now, the enterprises have lacked suitably qualified personnel to improve their social and environmental standards.
Objective
In the textiles and garments industry, entrepreneurs demonstrate increased adherence to national labour and environmental laws, and to international standards and guidelines.
Approach
The project collaborates with all the relevant actors to develop ways of improving the social and environmental standards of textiles factories. These actors include ministries, authorities, business associations, local suppliers and international buyers, as well as non-governmental organisations and trades unions. The project provides training courses for public labour inspectors and advisors of the associations; it also trains instructors who then act as advisors to the different stakeholders of the garment industry.
The project provides courses for environmental advisors on environmental management and efficient handling of water and chemicals. The advisors then help the textile factories to meet international requirements, such as REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals). The project works with dyeing and washing plants, as well as private and public universities and colleges, in order to support factories with advice on environmentally sound, state-of-the-art processing of industrial waste water and the disposal of chemical residues. It is also training energy auditors to advise factories about energy efficiency.
GIZ is supporting non-governmental organisations committed to upholding workers’ rights, for example the Awaj Foundation in Dhaka and Agrajatra in Chittagong. These NGOs have set up women’s cafés where the female textile workers can learn more about their rights and duties as employees. Legal advice is also available in cases of labour disputes or domestic violence. To date, this assistance has reached around 200,000 employees.
In the wake of a disastrous fire in 2012 in a factory run by Tazreen Fashions Limited and the collapse of the Rana Plaza building in Savar in 2013, which killed and injured many people, in August 2013 BMZ provided financial support for those affected, and also for the victims of accidents in the textile sector more generally. The project’s new component for the inclusion of disabled people in vocational training aims to put in place fast-acting support measures for the victims of the building collapse. It will also develop sustainable structures to enable people with disabilities to return to their occupation, and to support their integration in the labour market.
The project is being co-financed by the European Union.
Results achieved so far
Social compliance
• Compliance with social standards, and thus the working conditions for several thousand workers, have improved sustainably in more than 450 factories. For instance, Plexiglas screens attached to sewing machines now protect the workers’ eyes against broken needles; firefighting teams have been trained in initial rapid response measures to deal with factory fires; and an adequate supply of drinking water is now available for the workforce during working hours.
• Women in particular have benefited from training sessions which use posters, films, games and theatre groups to teach them about their fundamental rights and duties in the workplace.
• More than 6,000 legal disputes involving textile employees and their factories’ management have been resolved in out-of-court settlements.
Promotion of environmental standards and ecological efficiency
• In more than 130 textile factories, seminars and workshops have been held for specialised skilled workers, teaching them how to deal with chemicals and manage waste water. There has been a marked decline in the number of workplace accidents and cases of environmental pollution. In addition, it has been possible to improve production conditions and use resources in a more targeted way, which has also led to cost savings.
• Five energy-saving measures have been introduced in more than 50 factories: energy saving light bulbs, insulation, air compressors, steam conduits and servomotors, as well as the generation of energy from solid waste and condensed water, have brought energy savings of up to 20%.
• More than 200 advisors have received training in how to deal with chemicals, process waste water and improve energy efficiency. They are now working as private service providers in these fields.
• Together with Bangladesh’s environmental authority, the project has developed standards and guidelines on the treatment of residual chemical sludge. These are now to be incorporated into the country’s environmental laws.
Skills development for higher productivity and quality
• More than 1,000 women from disadvantaged rural areas have received training as seamstresses, enabling them to enter the garment sector as skilled workers. Demand-oriented curriculums have been developed and two state training institutions equipped, while training has been provided for public-sector teachers.
• The predominance of men at the management level is one of the reasons for the high rate of sexual harassment experienced by women in the workplace. The project has cooperated with private service providers to deliver training to more than 700 experienced women employees to date, qualifying them to work as production and quality managers.
• People employed in middle management positions have a key role to play in implementing social and production standards. More than 250 male and female managers have so far received training in one of two diploma courses in social standards, and in production and quality management. These courses are available at one public and two private technical schools.